„Die Kinder in Afrika müssen hungern!“

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Letztens
habe ich gemerkt, dass man seinen Kindern anscheinend immer noch auf diese
Weise versucht das Essen schmackhaft zu machen. 
Als
Wirbelwind ihren Apfel auf dem Spielplatz nicht mehr wollte und achtlos auf dem
Boden liegen ließ, trat ein Kind mit ernster Miene an mich heran und stieß eben
diesen Kommentar aus. Unabhängig davon, dass ich bezweifle, dass das Kind das
Ausmaß seiner Worte verstand, ist an der Einstellung schon etwas dran. 

Wirbelwind
mangelt es an nichts. Wenn sie etwas essen will, dann bekommt sie es. Manchmal
muss sie zwar etwas warten, aber verhungern muss sie nicht. Und so sind
Lebensmittel für sie selbstverständlich, kein wertvolles Gut (außer natürlich
die Sachen, die wir ihr nicht oder selten erlauben, die sind dann ratzfatz
aufgefuttert). Und so finden sich nach den Mahlzeiten auf den Tellern
angesabberte Brotstückchen, angeknabberte Wurstreste, und jede Menge
Küchenkrepp. Es wird ein Bananenweitwurf veranstaltet und die Rosinen als Murmelersatz
missbraucht. Da kann ich noch so brüllen, sie versteht es nicht. Unser Bedarf
an Mülltüten hat sich vervielfacht, weil nach einem Tag ihre Essensreste aus
dem Mülleimer quellen. 

Wie
soll man dem Kind beibringen, dass Nahrungsmittel pfleglich zu behandelt sind?
Dass es schade ist, all die Wurststückchen, Brotkrümel und ausgespuckten Apfelstückchen
wegschmeißen zu müssen? Vielleicht ist es eine Frage der Zeit, bis sie es
versteht und vielleicht selber irgendwann altklug auf dem Spielplatz steht, ein
kleines Kind von oben herab anschaut und oben genannten Satz von sich gibt.
Vielleicht.
Und
wie kann man umgehen, dass die ausgespuckten Nahrungsmittel im Mülleimer
landen? Achtung, jetzt wird es etwas seltsam, aber manchmal stecken wir ihr
einfach das Ausgespuckte wieder in den Mund. Natürlich nur, wenn es auf dem
Tisch gelandet und noch sauber ist. Ihr macht es nichts aus.
Habt Ihr auch dieses
Nahrungsmittel-Respekt-Problem? Und wenn ja: was macht Ihr dagegen?

7 Comments

  1. 17 April 2014 at 7:10 pm

    Liebe Wiebke, ja, ich kenne das. Ich sammle oft Brot- / Brötchen- / Keks- oder Zwiebackreste zusammen und gebe sie an dankbare Enten weiter. Ansonsten halte ich die Portionen, die ich der Kleinen in die Hand gebe, übersichtlich. Besser, bei Bedarf nachreichen, als wenn die halbe Banane in die Pfütze fällt… Hab einen schönen Abend! Anne

    • 17 April 2014 at 7:49 pm

      Hm Wirbelwind liebt es die Banane selber zu schälen. Sie dann ihr wegzunehmen, um sie ihr anschließend wieder häppchenweise zu servieren wäre eine Herausforderung!

  2. 17 April 2014 at 9:28 pm

    Ja, da ist Eure Kleine natürlich schon weiter.
    Das neue Seitendesign finde ich übrigens klasse!

    • 17 April 2014 at 9:34 pm

      Danke! Hab mich von Julias Tipps (Mama, Couch and Coach) inspirieren lassen. Aber da geht noch was 😛

  3. 19 April 2014 at 7:33 am

    Huhu Wiebke… unsere Kleine ist noch nicht so weit zu verstehen, dass Essen etwas sehr Kostbares ist. Aber wir erwischen uns selbst manchmal dabei zu sagen: "In anderen Ländern verhungern die Kinder und du wirfst Dein Essen runter!" Das meinen wir natürlich eher im Spaß… in dem Moment, aber wie du schon schreibst: es ist auch etwas dran. Ich weiß nicht so recht, wie ich zukünftig damit umgehen werde. Nahrung ist zwar interessant für sie, es gibt aber zig Sachen, die sie besser findet. Von daher liegt der Fokus da noch nicht drauf. Ich weiß auch nicht ob es so gut ist ständig auf den anderen armen Kindern rumzureiten. :/ Keine Ahnung… Ich will natürlich auch, dass sie einen guten Umgang damit lernt – was mit Baby Led Weaning zugegebenermaßen nicht so recht möglich ist. Zumindest am Anfang 😀

    Ich finde das Thema aber sehr interessant, eben weil ich mir auch schon so viele Gedanken darüber gemacht habe… !!! Mal sehen, wie wir es handhaben werden.

    • 19 April 2014 at 10:57 am

      Aber bei BLW ist aber zumindest der effekt, dass sie später mit lebensmitteln besser verstehen umzugehen, oder? Hab ich mal gehört 😛

    • 21 April 2014 at 4:33 pm

      na ich hoffe es doch… für irgendwas muss es ja gut sein 😀

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