10 Dinge, die ich erst tue, seitdem ich Kinder habe

Waescheberg_Kind
Kinder stellen das Leben gehörig auf den Kopf. Viel ändert sich, wenn die kleinen Sausewinde Einzug in Wohnung und Haus halten. Oh ja, viel. Selbstverständlich kann man die Veränderungen nicht auf 10 Dinge herunterbrechen, das ist wohl jedem klar. Aber dennoch seien einmal ein paar Dinge genannt, die sich durch Kinder ändern. Irgendwo muss man ja anfangen 😉
Diese 10 Dinge tue ich also erst, seitdem ich Kinder habe…

1. VOR dem Waschgang kontrollieren

Bevor ich Kinder hatte, habe ich höchstens NACH dem Waschgang geschaut, ob sich eine Socke in die hinterste Ecke der Trommel verirrt hat. Irgendwo muss es ja sein, das zweite Exemplar zu den zahlreich einzelnen Socken, die in der Schublade vergebens auf ihren Partner warten.
Nun denn. Heute bin ich froh, wenn ich „nur“ eine Socke darin finde, und nicht die Legosteine oder gar Essensreste, die vor dem Waschgang vom lieben Kinde im Spieleifer hineinverfrachtet wurden. Ja, es lohnt sich die Waschmaschine vorher auf ungewöhnliche Gegenstände zu kontrollieren, bevor man sie mit den viel zu schnell verdreckten Kinderklamotten versieht.

2. Zwei Mal am Tag Wäsche waschen

Da wären wir auch schon bei Punkt zwei. Bevor ich Kinder hatte, habe ich vielleicht einmal pro Woche gewaschen. Mit der Wäsche des Mannes vielleicht zweimal. Aber eines war klar: der Wäschetrockner war kein Dauer-Deko-Element in Wohnzimmer oder auf dem Balkon.
Heute schon. Denn kaum ist der erste Waschgang getrocknet, hört man den Schleudergang der nächsten Runde aus dem Bad poltern. Die Kinderkleidung ist doch so klein, könnte man jetzt denken. Aber dabei bleibt es ja leider nicht. Denn Kinder verschmutzen nicht nur ihre Kleidung, sondern leider auch ihre Bettwäsche, Kopfkissen und Schonbezüge des Sofas. Also rein in die Waschmaschine. Etwas Platz ist ja noch auf der Wäscheleine 😉

3. Süßigkeiten heimlich essen

Ich gebe es zu: ich nasche gerne. Und ich nasche gerne genau dann, wenn ich Lust dazu habe. Nur ungern möchte ich die Naschorgien auf den elterlichen Feierabend verlegen oder gesittet ein Gummibärchen essen, das mir das liebe, teilfreudige Kind in seiner Großzügigkeit überlassen hat. Also nasche ich heimlich. Das Kind spielt im Kinderzimmer? Schnell in die Küche flitzen und sich vier Schokoladenstückchen in den Mund stopfen. Wenn es genau in diesem Moment sein Kinderzimmer verlässt, muss man selbstverständlich sofort mit dem Kauen aufhören und sich eine Ausrede einfallen lassen, warum man jetzt gerade nicht sprechen kann. Mit steigendem Alter wird es leider immer schwieriger, hier erfolgreich aus der Misere hervorzugehen.

4. Alles Wichtige weit oben ablegen

Ach früher, da standen noch die Vasen auf dem Tisch und die Tuben auf der Kommode. Die wichtigen Dokumente lagen auf dem Sofa herum und die leicht zu öffnenden Stifte gleich daneben.
Ja, inzwischen nicht mehr. Inzwischen tue ich alle Gegenstände, die mir wichtig sind, in einem abschließbaren Schrank oder ganz weit oben hinauf. Mit steigendem Alter des Kindes steigt leider auch die akzeptable Ablagehöhe. Bevor sie krabbeln konnten, war es noch der Tisch, dann das Sideboard und nun muss bereits der Kühlschrank herhalten. Bislang liegen die Süßigkeiten beispielsweise DARAUF. Aber ich habe mir sagen lassen, dass auch im Gemüsefach kein Kind nachsieht.

5. In 2 Minuten duschen und Haare waschen

Ausgiebig gebadet habe ich sowieso noch nie. Aber seitdem ich Kinder habe, fällt die Körperpflege noch deutlich knapper aus. Kaum ist man unter die Dusche gesprungen (und hat hoffentlich nicht vergessen das Handtuch bereit zu legen, Siehe auch Punkt 9), öffnet sich die Badtür und zwei Patschehände klopfen mal mehr, mal weniger freudig gegen die Duschkabine. Oder das große Kind hat gekackert und muss selbstverständlich genau in diesem Moment abgewischt werden. Und manchmal, da ist es so verdächtig ruhig, dass man sich ganz doll beeilt aus der Dusche herauszukommen. Wenn man Glück hat, ist man hinterher nicht wieder schweißgebadet, angesichts des sich dargebotenen Anblicks.

6. Ungestylt die Wohnung verlassen

Ja und genau das ist wohl auch der Grund, weshalb ich, seitdem ich Kinder habe, öfter mal ungeschminkt und ungestylt das Haus verlasse. Ok, so wahnsinnig aufgebrezelt habe ich mich nie. Aber auf die Haare hatte ich immer viel Wert gelegt.
Nun laufe ich gerne mal wie der Struwwelpeter herum. Gewaschen sind sie zwar, aber zerzaust ohne Ende. Für den Lockenstab und das Stylinggel hat die Zeit dann doch nicht mehr gereicht.
Ebenso ist es mir schon öfter passiert, dass die Kinder brav ihre Zähne geputzt (bekommen) haben, und mir dann auf der Straße einfällt, dass ein paar Beißerchen heute noch keine Zahnbürste gesehen haben: meine.

7. Einhändig Essen kochen

Früher habe ich gerne mal gekocht, und auch gebacken. Heute mache ich in der Küche nur das Notwendigste, denn an viel zu vielen anderen Stellen bin ich auch gefragt. Wenn ich dann aber mal in der Küche stehe und koche, dann ist es meistens einhändig, weil ich mit der anderen Hand mein Kind hochhalte. Weil es nicht alleine sein möchte, weil es gerade müde ist, weil es zahnt, weil es hungrig ist oder einfach weil es neugierig ist, was ich da oben so treibe… Egal was der Grund dafür ist, das Ergebnis ist das Gleiche: ich koche einhändig. Aufwändige Dinge kann man jetzt nicht damit fabrizieren. Aber meine Zeiten, in denen ich Sauce Hollandaise selber gemacht habe, sind vorbei. Für Nudeln in den Topf werfen reicht eine Hand. Für Euch getestet.

8. Vor um 12 Mittagessen

Und eben dieses kulinarisch hochwertige Essen, wird auch erst seitdem ich Kinder habe vor 12 Uhr serviert. Zu Studienzeiten hatte ich 13:30 Uhr (!!!) Mittag gegessen. Als die Arbeitskollegen später um 12 Uhr Essen gingen, bekam ich meist nicht mehr als einen Salat hinunter. Und nun: nun esse ich mit meinen Kinder manchmal bereits um 11 Uhr Mittag. Letztens stand ich vor einem Imbissladen und wollte für mich und mein Kind Mittagessen kaufen, um das einhändige Kochen zu umgehen. Doch beim Blick auf die Öffnungszeiten wurde ich enttäuscht: es war erst 10:40 Uhr und somit der Zugang zu einer leckeren, fremdgekochten Mahlzeit noch verschlossen. Damals hätte ich um diese Zeit gerade mein Frühstück hinter mich gebracht.

9. Ständig etwas vergessen

Oh ich bin vergesslich geworden. Ich war schon immer ein Meister der Listen, die mich an alles erinnerten, was mir beauftragt wurde. Und ich vergaß wirklich selten etwas.
Seitdem ich Kinder habe, habe ich bereits mehrfach meinen Schlüssel vergessen oder verlegt. Ich habe Arzttermine verschusselt und Kinderevents übersehen. Ich habe das Obst für den Kindergarten vor der Tür liegen lassen oder gleich den ganzen Rucksack. Ständig bin ich dabei zurückzuflitzen, mich zu entschuldigen oder einfach nur verzweifelt den Kopf zu schütteln. Das ging doch früher besser. Aber mit Kindern hat man eben immer den Kopf voll.

10. Bei Werbespots heulen

Früher war ich nicht sehr emotional. Heute heule ich selbst bei Werbespots. Zeigt mir ein süßes Tierchen, ein tapsiges Kind oder eine Tat der Nächstenliebe und ich heule. Noch während ich die Augen verdrehe, weil die flackernden Bilder so berechnend sind, verlässt aus selbigem die erste Träne sein Quartier. Diese Hormone.
Welche Dinge tut Ihr (erst), seitdem Ihr Kinder habt?
Eure Wiebke
Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade von 2Kindchaos zum Thema „So hab ich mich als Mama/Papa verändert“ teil.

6 Comments

  1. 20 September 2016 at 8:04 am

    Hach Wiebke, wieder mal mitten aus dem Leben – vielen Dank! Ich heule neuerdings beim Aldi-Werbesport. Kennst Du den? Der ist aber auch zu toll!
    Liebe Grüße, Anna

    • 20 September 2016 at 10:01 am

      Liebe Anna, vielen Dank! <3
      Nein, den Werbespot kenne ich noch nicht. Unser Fernsehprogramm ist derzeit etwas eingeschränkt. Aber ich bin mir sicher, dass ich mitheulen würde 😉
      LG Wiebke

  2. Anonym
    Antworten
    20 September 2016 at 6:28 pm

    Liebe Wiebke, ich lese seit ein paar Wochen deinen Blog und langsam glaube ich, dein Familienleben ist eine Kopie von meinem! Bisher fand ich mich in JEDEM Artikel wieder. Zumal unsere Kinder auch ähnlich alt sind. Total wunderbar, mach weiter 🙂

    Liebe Grüße, Claudia

    • 20 September 2016 at 7:14 pm

      Liebe Claudia, jetzt ist es raus. Morgen komme ich vorbei und deinstalliere die versteckten Kameras ;-P
      Nein im Ernst: es freut mich, dass Dir meine Beiträge gefallen und Du mir auf diesem Wege zeigst, dass mein chaotisches Mama-Dasein doch eigentlich ganz normal ist. 😉
      Vielen Dank! <3 Wiebke

  3. Anonym
    Antworten
    28 September 2016 at 9:01 am

    Hallo Wiebke,
    was für ein toller Post ud soooooo wahr. Es stimmt alles und beim heimlich naschen kommt bei uns hinzu, wenn man danach zu dem Kinde geht, wird man oft gefragt: "Mama, Mund?" Damit ist klar, man wurde ertappt und der geruch von Gummibärchen und Schokolade müssen wie parfüm für kleine Kinder wirken.
    LG Bianca

  4. 6 Oktober 2016 at 6:06 am

    Hallo Wiebke,

    herrlich! Ich habe mich auch in so vielem wieder erkannt! Was mich immer noch am meisten ärgert, ist dieses "Alles muss weit oben liegen", seufz. Aber es macht echt Sinn…
    Liebe Grüße,
    Julia

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