Ein ganz normaler Tag. Oder so.

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Kennt Ihr das? Ihr seht die Anzeichen und wartet nur auf den großen Sturm. Alles ist ruhig und ihr wisst, dass es gleich anders aussehen wird?! So ist es mir letzte Nacht ergangen. Ich war abends noch bei einer befreundeten Mutter und musste mit ansehen, wie ihr Kind vor meinen Augen in den Flur kotzte. Es hatte zuvor über Kopf- und Bauchschmerzen geklagt, genauso wie Wirbelwind. Sofort schrieb ich dem Mann eine Nachricht, der jedoch meinte es sei alles ruhig. Nun gut, die Nacht war ja noch jung.

Die üble Nacht

Zu Hause angekommen wurde Wölkchen wach. Ich nahm sie, wie so viele Nächste zuvor, zu mir hinüber. Doch diesmal schlief sie nicht weiter, sondern turnte im Bett herum. Drei Stunden lang. Auf dem Höhepunkt ihres Schaffens öffnete sie ihren Schlafsack, schlenderte in das Wohnzimmer und trank ihren Milchrest vom Vorabend. Ja, irgendwann schlief sie tatsächlich weiter. Und genau in diesem Moment, als Wölkchen die Augen schloss, ging im Flur das Licht an. Ich hörte die Stimme von Wirbelwind und Papa und wusste sofort, dass sich nun auch Wirbelwind übergeben hatte. Na prima. Ich vertraute auf Papas Fähigkeiten das zu managen und schlummerte mit Wölkchen ein.

Der Morgen danach

„Vier Mal“, flüsterte mir der Papa morgens zu, als er sich bei mir verabschiedete. Ich lag noch im Bett, das schlafende Wölkchen im Arm. Mein Magen grummelte. Vier Mal hatte sich Wirbelwind in der Nacht übergeben. Ich beschloss beide Kinder zu Hause zu lassen und meldete das Essen im Kindergarten ab. Ich fühlte mich ebenso wenig fit, Wölkchen in den Kindergarten zu fahren. Also durften beide Kinder zu Hause bleiben.

Nach dem Frühstück von Tee und Salzbrezel (Zwieback war leider nicht im Hause), legte sich Wirbelwind auf das Sofa und Wölkchen setzte sich mit dem Puzzlebuch daneben. Das war meine Chance. Mein grummelnder Magen verlangte nach einer Pause und ich legte mich ins Bett. Ich hätte es eigentlich besser wissen sollen. Aber vielleicht wollte ich einfach herausfinden, wie lange es dauern würde, ehe die Kinder aufrückten. Für das Protokoll: drei Sekunden. Denn dann stand Wirbelwind in der Tür und verkündete fröhlich „Ich will mit Dir kuscheln!“. Zwei Sekunden später zog selbstverständlich Wölkchen nach. Von Ruhe war hier nicht die Rede. Aber was erwartete ich auch! Zum großen Finale, als sich in völligem Übermut meine Augen schloss, drückte mir Wölkchen ein versabbertes Kätzchen-Kuscheltier ins Gesicht. Mit einem Schmatzgeräusch machte sie mir klar, dass das ein feuchter Kuss sein sollte. Ich schwankte zwischen „bäh“ und „orrr wie süß“.

Rodeln mal anders

Ich beschloss mit den Kindern rodeln zu gehen. Wirbelwind wirkte fit genug und fragte sogar gezielt danach. Nur ich musste sehen, wo ich blieb. Beim Blick auf den Fuhrpark im Treppenhaus entschied sich Wirbelwind für den Schlitten, Wölkchen für das Bobbycar. Immer mal was Neues. Gestern war es der Puky. Solange sie nicht auf den Schlitten musste, war sie glücklich. Und so liefen wir die verschneiten Wege zum Rodelberg. Der weiche, aufgelockerte und leicht verdreckte Schnee erinnerte an einen Sandstrand. Wenn ich die Augen schloss und es mir ganz fest wünschte, würde es vielleicht wahr werden? Sofort plumpste Wölkchen hin, mit den kalten Händen in den Schnee und rief empört „gald!“. Es war wohl doch kein Sand. Viele Familien waren nicht da. Aber die fünf Hanseln blickten erstaunt auf Wölkchens Gefährt. Auf die Idee sind sie wohl noch nicht gekommen. Wölkchen demonstrierte sogleich dem verdatterten Publikum, wie wunderbar man damit den Berg hinunterrodeln kann.

Nun denn, mein Zustand forderte seinen Tribut und wir gingen irgendwann wieder hoch. Ich bereitete ein aufwändiges Mittagessen zu wärmte die Nudeln vom Vortag auf. Etwas Ketschup drauf und die Gourmetfreunde hauten rein. Zur Krönung gab es ein Klecks Apfelmus aus dem Glas.

Die Sache mit dem Mittagsschlaf

Tja eigentlich sollte Wölkchen nun ins Bett. Ich drückte Wirbelwind das Tablet in die Hand und verschwand mit Wölkchen im Schlafzimmer, um eine halbe Stunde später dem Postboten zu öffnen. Das wache Wölkchen winkte dem Postboten fröhlich hinterher „düss!“. Ich gab auf. Wölkchen durfte frei spielen, was sie auch ausnutzte. Während Wirbelwind immer noch Tablet schaute (pädagogisch wertvoll und so kann ich halt), zerwühlte Wölkchen das Kinderzimmer. Sie kehrte mit Schuhen und Strickjacke wieder. Ein Arm war bereits im Ärmel verschwunden „Gacke!“ rief sie mir zu und zeigte begeistert auf das gestrickte Etwas. Ich zog es ihr an und sie verschwand fröhlich Richtung Haustür. Hm eigentlich wollte ich sie ja noch Schlafenlegen 🙁 Inzwischen war es fast 14 Uhr. Da Wölkchen auch nachts nicht sonderlich viel Schlaf abbekommen hatte, hatte ich ja eigentlich auf den Mittagsschlaf gehofft. Also versuchte ich es erneut. Wölkchen setzte sich wie in der „Hoppe hoppe Reiter“-Position auf mich und kuschelte sich dann mit ihrem Köpfchen an meine Brust. Ihre Atemgeräusche wurden regelmäßiger. Schon eine Minute lang gab sie keinen Mucks mehr von sich. Ich schöpfte Hoffnung, bis sich Wölkchen plötzlich wieder aufsetzte, „AA!“ rief und sich an die Windel fasste. War wohl nichts. Natürlich war keine „AA“ drin. Aber irgendwann, nach dem drölfzigsten Mal „Hinlegen!“ schlief sie tatsächlich ein. Puh, geschafft.

Der Nachmittag

Nachmittags gab es zur Stärkung Mandarine. Ich drückte Wölkchen ein Exemplar in die Hand und schickte sie zum Esstisch, während ich den Geschirrspüler weiter einräumte. Nach einiger Zeit waren Protestrufe zu vernehmen. Als ich am Esstisch ankam, strahlte mich die Mandarine in voller Pracht an. Kein Stückchen hat sie geschält bekommen. Ich bot ihr meine Hilfe an, doch sie zog die Mandarine zurück und schlug sie wie ein Ei auf den Tisch. Verdattert  schaute sie zunächst auf die weiterhin intakte Mandarine und anschließend in mein lachendes Gesicht. Es war ein Anblick für die Götter.

Den Rest erspare ich Euch. Die Anzahl meiner Toilettengänge wird Euch wohl weniger interessieren.  Ich hoffe Ihr hattet einen nicht ganz so durchwachsenen Wochenstart. Und allen anderen, die kränkeln sei auf diesem Wege Gute Besserung gewünscht.

Eure Wiebke

1 Comment

  1. Kathrin
    Antworten
    10 Januar 2017 at 12:11 pm

    Oh man, als Mutter wird einem halt selbst das Kranksein nicht gegönnt. Finde ich mit das Härteste an dem (meist) sonst so schönen Job.
    Gute Besserung dir und hoffentlich zieht Wölkchen nicht noch nach 🙂

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