Silvester mit Kleinkind – Wir feiern die ganze Nacht, die ganze Nacht :-(

Silvester mit Kleinkind

Nun ist es bereits der zweite Tag im Jahr 2017, und ich komme endlich dazu Euch von unserem turbulenten Silvester zu berichten. Ich hätte zwar den Beitrag auch gestern schreiben können, als Wölkchen Mittagsschlaf gemacht hatte. Aber da habe ich doch lieber selber Mittagsschlaf gehalten. Ja, den hatte ich bitter nötig, nach der Nacht zuvor. Es war zwar eine schöne Feier, aber am Ende eben auch anstrengend. Warum? Das erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen. Und wer bis zum Ende durchhält. der darf sich an einem kleinen Extra erfreuen 😉

Der Silvesterabend – alles läuft perfekt

Wir haben Silvester bei Freunden verbracht, inklusive Übernachtung. Sie haben ebenfalls zwei Kinder, die in etwa so alt sind, wie Wirbelwind und Wölkchen. Und sie haben Katzen. Beides sind perfekte Voraussetzungen, für einen schönen und abwechslungsreichen Abend für unsere Kinder. Und so war es auch – zunächst.

17 Uhr – Mit Sack und Pack stiegen wir die nicht enden wollenden Stufen hinauf. Dachgeschoss und Altbauwohnung sind mit Gepäck und Kleinkind eine wirklich miese Kombination. Aber es hält fit. Als wir ablegten und Wölkchen die Katzen entdeckte, war sie sofort aus dem Häuschen. Immer wieder schrie sie erfreut auf, wenn sich ihr eine Katze näherte. Dass Letztere bei dem Lärm auf der Stelle das Weite suchte, schien sie hingegen nicht zu verstehen. Es war ein herrlich anzuschauenden Katze-und-Wölkchen-Spiel.

Während die Kinder ausgelassen aber äußerst harmonisch und selbstständig miteinander spielten, bereiteten wir das Essen vor. Es sollte Raclette geben.

19:15 Uhr – Wir beschlossen, mit dem Raclette erst zu beginnen, wenn die kleinen Kinder im Bett waren, um uns etwas Nerven zu sparen. Also brachten die Männer die Mäuse ins Bett und wir bereiteten bereits alles vor.

20 Uhr – Die ersten Pfännchen waren fertig und endlich tauchte auch mein Mann wieder aus dem Schlafzimmer auf. Puh, der Abend war wohl doch sehr aufregend für Wölkchen. Sie schlief nur sehr unruhig ein.

raclette_silvester

Und jetzt wird gefeiert… oder?

21.30 Uhr – Wir waren fertig mit dem Raclette und hatten uns gerade ins Wohnzimmer verkrümelt, als sich Wölkchen über das Babyfon meldete. Ich ging zu ihr, sie war unruhig angesichts der fremden Umgebung und den vereinzelt zu hörenden Böllern.

Als ich annahm, dass sie schläft, verließ ich den Raum. Der Mann machte in der Zeit Wirbelwind bettfertig. Kurze Zeit später meldete sich Wölkchen erneut. Ich ging wieder zu ihr. Weil ich nicht wieder herauskomme, bringt der Mann Wirbelwind ebenfalls ins Bett.

Und nun könnt Ihr Euch denken, was passierte: Wirbelwind huschte gazellengleich in das obere Bett des Doppelstockbetts über Wölkchen. Das bemerkte unser aufmerksames Wölkchen selbstverständlich, setzte sich auf und starrte auf den Papa, der Wirbelwind in den Schlaf verabschiedete. Wir beschlossen das äußerst wach wirkende Kind mit ins Wohnzimmer zu nehmen.

22 Uhr – Ein kurzer Blick auf die Katzen genügte und Wölkchen war wieder ganz in ihrem Element. Vergnügt quiekte sie den flauschigen Tierchen hinterher, sprang auf das Sofa, fasste sich an die Nase und rief „Popel!“. Später präsentierte sie der versammelten Feierschaft ihren herrlich süßen, runden Bauch. Alle lachen. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Wir stellten den Schnaps auf den Tisch.

22.30 Uhr – Eine halbe Stunde später wagten wir es und versuchen Wölkchen wieder ins Bett zu bekommen. Wirbelwind schlief – so wie wir es von ihr kennen – tief und fest. Die Böller, die ihr zuvor angst bereiteten, verschlief sie die gesamte Nacht. Zum Glück. Der Papa legte sich diesmal wieder zu Wölkchen und kam ewig nicht mehr heraus. Es wurden Wetten abgeschlossen, ob der gute Mann eingeschlafen war.

23:15 Uhr – Der Mann erschien im Wohnzimmer. Nein, er war nicht eingeschlafen, genauso wenig wie unser Wölkchen. Ich löse ihn ab. Wölkchen erwartete mich sitzend. Sie war gerade dabei ihren Schlafsack auszuziehen. Scheinbar wollte sie nochmal einen Blick auf unseren Schnapsvorrat werfen. Mit etwas Überredung schaffte ich es, sie wieder in die Liegeposition zu bugsieren. Anscheinend döste ich nun etwas weg, denn plötzlich stand der Mann im Raum und verkündete: „Wir haben noch dreißig Sekunden!“

00.00 Uhr – Ich schnappe mir das wache Wölkchen und wir torkelten ins Wohnzimmer, wo bereits der Sekt auf uns wartete. „Frohes Neues“, riefen wir uns zu. Ich knipste ein paar Fotos vom Feuerwerk und unserer ungewöhnlichen Feierrunde, kippe den Sekt hinunter, putze meine Zähne und lege mich mit Wölkchen wieder hin.

Feuerwerk Silverster

Die Nacht

00:30 Uhr – Die Böller ließen nach und wir schafften es tatsächlich einzuschlafen. Immer wieder, so etwa stündlich, wurde Wölkchen wach, jammerte, rief nach Mama oder Papa und setzte sich auf. Ich steckte ihr jedes Mal den Nuckel wieder in den Mund und drücke sie ganz fest an mich. Sobald ich meinen Kopf von ihrem wegnahm, um mich beispielsweise umzudrehen, wurde sie wach und jammerte erneut auf. Es war eine unruhige Nacht, die nicht sonderlich erholsam war. Aber ich konnte kuscheln. Viel kuscheln.

6:00 Uhr – Der Wecker klingelte. Äh… Moment mal, welcher Wecker denn eigentlich? Neben dem Bett stand ein kleiner Wecker, der unseren Gastgebern gehörte. Ich drücke hastig auf irgendeinen Knopf und versuche Wölkchen und Wirbelwind zum Weiterschlafen zu bewegen. Es schien mir zu gelingen, bis… ja bis der Wecker erneut piepste. Ich entfernte die Batterie und redete auf Wölkchen ein. Aber sie schrie sich überfordert und übermüdet in Rage. Ich kam nicht an sie heran. Die Gastgeberin erschien in der Tür und schaute nach dem Rechten. Das lenkte Wölkchen ab und sie ließ sich wieder beruhigen. Eng an mich gekuschelt döste sie nun doch noch einmal ein. Im Nachhinein stellte sich übrigens heraus, dass dieser Wecke eigentlich gar nicht hätte klingeln dürfen. Wir rätseln heute noch, wie das passieren konnte.

8:00 Uhr – Helles Sonnenlicht schien an den Seiten der Verdunklungsrollos hervor. Meine Uhr zeigte acht und ich war froh die verflixte Nacht überstanden zu haben.

Wölkchen verließ munter das Bett und flitzte kreischend auf die Katzen zu. Sie war wieder die Alte.

Kleines Gedicht zum Ende

Kennt Ihr das Lied „10 kleine Negerlein…“? Ich habe einmal versucht, den Abend in solch eine Form des Liedes zu packen. Es bot sich einfach an, so turbulent, wie unsere Besetzung sich ständig gewandelt hatte. 😛

8 kleine Feierleute machen sich Raclette. Die zwei Kleinsten werden müd` und verschwinden in ihr Bett.
6 kleine Feierleute machen`s sich bequem. Da meldet sich das Babyfon, und schon muss Mama geh`n.
5 kleine Feierleute sind jetzt noch dabei. Zwei Kinder klettern in ihr Bett, da waren`s nur noch 3.
3 kleine Feierleute holen raus den Schnaps. Da dachte sich das kleinste Kind, die Party wird ein Klacks.
5 kleine Feierleute drehen langsam frei. Der Papa bringt das Kind ins Bett, da sind es nur noch 3.
3 kleine Feierleute vermissen Papa hier. Dieser kommt dann doch noch raus, da sind es wieder 4.
4 kleine Feierleute woll`n ein Spiel angeh`n. Das Kleinste ist noch immer wach und Mama darf nun geh`n.
3 kleine Feierleute schauen auf die Uhr. Sie holen Kind und Mama her, sagen zum neuen Jahr „Bonjour“.
5 kleine Feierleute starren aufs Feuerwerk. Oje, die Mama gähnt ganz laut, verschwindet mit dem Zwerg.
3 kleine Feierleute sind nun auch kaputt. Der Papa geht woanders hin, der Rest legt sich zur Brut.
Ende

Wir habt Ihr Silvester mit Euren Kindern verbracht? War es auch so turbulent, oder etwas entspannter?

Eure Wiebke

7 Comments

  1. Kathrin
    Antworten
    2 Januar 2017 at 9:32 pm

    Das Lied am Ende ist DER Hit. Musste laut auflachen, auch wenn ich in der Situation wohl am liebsten geweint hätte 😉
    Ich hoffe, euer nächstes Silvester wird besser mit einem ein Jahr älteren Wölkchen.

    • 2 Januar 2017 at 9:55 pm

      Danke für den „Hit“ 😛 Ich wusste ja, dass es nur die eine Nacht ist. Dann kann man es sich schön trinken 😉 Ja nächstes Jahr wird es sicherlich besser. LG Wiebke

  2. Claudia
    Antworten
    2 Januar 2017 at 9:43 pm

    Schön gedichtet 😀

    Bei uns schliefen die Kinder erst mal schnell, wir haben auch mit Freunden und Kindern im gleichen Alter gefeiert. Aber während die „Gastkinder“ bei uns super schliefen, wurde unsere Große (3) irgendwann vom Knallen wach und heulte und hatte Schiss. Schlief dann aber wieder ein. Der Kleine (17 Monate) meldete sich um 23.15 Uhr und blieb gut gelaunt bis 2.15 Uhr wach. Er stand im Schlafsack am Fenster und rief immer „Bumm-bam-bam“ *lach*.
    Die Große wurde immer mal wieder wach, hielt sich die Ohren zu und schlief wieder ein. Und die Gastkinder schliefen immer noch…

    • 2 Januar 2017 at 9:57 pm

      Die Kleinsten sind da scheinbar die Fittesten 🙂 Wahnsinn, er war tatsächlich drei Stunden wach?! Das sind doch Erinnerungen für die Zukunft!

  3. Steffi
    Antworten
    3 Januar 2017 at 7:18 am

    Ah ich fühle mit dir…unsrer(2 Jahre) war erst gar nicht im Bett. Er hat den ganzen Abend mitgefeiert. Jeder Versuch ihn ins Bett zu kriegen endete mit einem Schreianfall. Das Kind unserer Gäste schlummerte zumindest ab 22 Uhr! Halb 1 hab ich’s dann doch geschafft und er hat bis halb 10 geschlafen, immerhin etwas….
    Dein Gedicht ist echt cool…😎

  4. Silke
    Antworten
    3 Januar 2017 at 10:41 pm

    Unser Silvester war leider auch nicht der Kracher… Erst zwang die Hand-Mund-Fuss Krankheit des Mannes (…) uns, dem geplanten Besuch abzusagen, dann rockte unser Terrorkrümel hier bis 0:30 durchs Wohnzimmer und hat natürlich nicht brav gespielt, sondern nur Flausen im Kopf. Das ewige „Nein“ ging mir schon selber auf den Keks. Dies und diese schlechte Show/Übertragung aus Berlin hat die Laune echt sinken lassen. Shrek II hat es dann noch etwas rausgerissen und der leckere alkoholfreie Hugo hat sein übriges getan. Um 0:30 waren wir dann alle zusammen im Bett, Silvester überstanden!!!
    2017 kann nun durchstarten und ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr!

  5. 7 Januar 2017 at 8:16 pm

    Bei uns war es ein bisschen ähnlich und wir verbrachten den Jahreswechsel mit Kind. Es wurde dann doch ganz lustig und da es auch sein Geburtstag war, war es ein guter Grund wach zu bleiben. Irgendwie wird Silvester ja eh überschätzt… Ich hätte mich aber über Raclette gefreut, das gehört für mich schon dazu. Nächstes Jahr vielleicht. 😉

    Oh je, die Weckergeschichte ist natürlich ein Alptraum, der ja zum Glück gut endete.

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