Noch nicht angekommen…

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Wir sitzen in einem kleinen Büro. Der Mann und ich schauen uns an. Wir sehen in unseren Augen die Enttäuschung, ganz tief versteckt hinter einer professionell wirkenden Fassade. Doch wir wissen, was der andere gerade denkt. Gerade noch waren wir euphorisch und willens, einen ganz neuen Lebensabschnitt zu starten. Doch dann nannte der Architekt einen Summe, die einfach utopisch war, eine Summe jenseits dessen, was wir uns zuvor als Limit gesetzt hatten. Ich Gedanken zerkritzelte ich bereits frustriert mein Notizbuch, in das ich den Abend zuvor enthusiastisch einen möglichen Grundriss gezeichnet hatte.

Wenn Träume platzen

Zum Hintergrund muss man sagen: mein Mann kommt vom Dorf und hatte schon immer den Traum in ein eigenes Haus zu ziehen. Das kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Gerade mit Kindern ist das wirklich eine sehr schöne Vorstellung. Ich selber bin jedoch ein Stadtkind. Ein eigenes Haus hätte ich sehr gerne, aber stadtnah sollte es dennoch sein. Zwei Wünsche, die schwer zu erfüllen sind. Zwei so unterschiedliche Vorstellungen vom zukünftigen Heim. Wie geht das zusammen? Wo bauen sich ein Vogel und ein Hase ihr Nest? Wer geht Kompromisse ein?

Dann letztes Wochenende schienen sich diese Probleme in Luft aufzulösen. Wir entdeckten ein Grundstück, dass so ruhig gelegen war, dass es dem Mann gefiel, aber zentral genug, dass auch ich es mir vorstellen konnte. Es war jedoch an eine Baufirma gebunden, die mit ihrer „Individuellen Massivbauweise“ einfach unseren Rahmen sprengte, wie wir nun feststellen mussten.

War`s das? War das der Traum vom eigenen Heim in der Stadt? Eines stand fest: hier an dieser Stelle war nun leider Schluss. Geplatzt der Wunsch nach einem festen, selbstbestimmten Ort, an dem sich wir und unsere Kinder austoben konnten. Sollen wir weiter suchen oder eben doch in der Wohnung wohnen bleiben? Eine Entscheidung, die wohl in naher Zukunft anstehen wird, doch bislang noch nicht getroffen werden kann.

Arbeitssuche

Wie mit diesem Thema verhält es sich auch mit anderen Dingen. Es sind zu viele offen und ungeklärte Fragen, die mich derzeit straucheln lassen. Zu viel Unsicherheit für einen sicherheitsbedürftigen Menschen wie mich.

Nehmen wir meine Arbeit. Als Honorarkraft bin ich bereits tätig. Aber das ist auch nur ein Strohhalm, an den ich mich klammere. Doch es ist Rettung in Sicht. Denn am Montag entscheidet sich, ob daraus ein fester Arbeitsvertrag wird, oder ob ich weiter den Handlanger spielen darf. Die Ungewissheit macht mich fertig. Warum wird mir nicht vorher verraten, was mich bei dem Termin erwartet? Warum wird daraus so ein Geheimnis gemacht? Ich rechne auf jeden Fall nicht damit, dass mir ein Vertrag vorgelegt wird. Vielleicht werde ich ja positiv überrascht. Aber mein Zynismus überwiegt. Zu sehr wurde ich in der Vergangenheit bereits enttäuscht.

Dann habe ich noch weitere Bewerbungen laufen, die teilweise ebenfalls sehr spannend klingen. Eine davon wäre eine komplette berufliche Neuorientierung, die ich sehr gerne gehen würde. Auch hier wieder heißt es abwarten.

Herzensprojekt

Und dann habe ich noch ein kleines, vielleicht auch großes, Projekt, dessen Start davon abhängt, ob ich beruflich nun endlich eine Sicherheit habe. Dann möchte ich dieses angehen. Auch das wird viel Zeit und Energie, aber vor allem Dingen Herzblut von mir verlangen. Im Herbst werdet Ihr dann dazu auch mehr erfahren, denn es betrifft auch Euch 😉

Ich stecke hierzu also ganz hippelig in den Startlöchern, aber kann nicht beginnen, weil ich eben noch auf die Erfüllung der Rahmenbedingungen warten muss. Aaaaaahhhh! Das wurmt mich sehr. Vielleicht fällt mir auch gerade deshalb die Unsicherheit meiner beruflichen Situation so schwer.

Abwarten

Überall offene Baustellen und nirgendswo ist etwas sicher. Ich schwebe zwischen den Türen und bekomme keinen Halt. In drei Monaten, ja vielleicht schon in drei Wochen, da weiß ich dann, wo ich stehe. Ach könnte ich doch in die Zukunft schauen und sehen, wie es sich entwickeln wird. Es würde mir so viel Ballast abnehmen. Die vielen Tabs in meinem Kopf könnte ich endlich mal schließen und das Gehirn runterfahren. Zur Ruhe kommen und mit Freude der nächsten Zeit entgegen sehen. Aber so ist es ein unruhiges Abwarten. Und so sitze ich da, versuche meine Gedanken zu sortieren, höre mein Herz aufgeregt pochen. In meinem ganzen Körper kribbelt es. Dieses Gefühl, dass etwas Neues kommen wird. Etwas Neues, Schönes. Daran glaube ich ganz fest.

Und vielleicht öffnet sich am Montag zumindest eine Tür für mich, die mir die Richtung weist. Drückt Ihr mir die Daumen?

Eure Wiebke

 

Update vom 27.3.: der Vertrag lässt weiter auf sich warten, auch wenn es realistisch erscheint, dass ich ihn bald in meinen Händen halte. Noch heißt es abwarten.

Bild: Pixabay.com

4 Comments

  1. 24 März 2017 at 8:57 pm

    Ohnein, jetzt habe ich das hier auch. Ich muss wohl mal einen anderen Browser nehmen, dauernd schreibt es bei Kommentaren das oben rein, obwohl ich einen ganz anderen Text schreibe. Das habe ich auf einem anderen Blog auch schon.
    Also ich schrieb, dass ich Dir ganz fest die Daumen drücke.
    Liebe Grüße, Nicole.

    Bitte lösche das oben, Danke.

  2. 24 März 2017 at 9:57 pm

    Liebe Wiebke,

    Die Daumen bleiben fest gedrückt.

    Verlier deinen Optimismus nicht, ihr schafft das alles.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  3. 24 März 2017 at 9:58 pm

    Die Daumen drücke ich Dir auf jeden Fall!
    Ich erkenne mich in Deiner Situation sehr gut wieder- lange Zeit fühlte ich mich auch zwischen den Stühlen aus beruflichen Gründen (wie soll es mit mir weitergehen?), dem Wunsch nach eiger Eigentumswohnung mit Garten für die Kinder ( nur wo und dazu noch finanzierbar?) etc.
    Aber hej: Manchen Dinge „klären“ sich, wenn man es nicht erwartet, und dazu in einer Form, die man sich so vielleicht nicht vorgestellt hätte. Also: Bleib geduldig, gib den Dingen Zeit!
    Wir haben durch puren Zufall unser neues Heim gefunden und beruflich…tja…da werde ich wohl in der nächsten Zeit noch hauptberuflich Mama sein😉.
    Viele Grüße nach C!
    Claudia

  4. 24 März 2017 at 10:56 pm

    Die Daumen sind ganz fest gedrückt – viel Glück für Montag! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich nach einer bestimmten Zeit Vieles von selbst fügt. Man muss nur etwas Geduld haben. Möge das auch in Deinem Fall so sein. Ich kann Dich wirklich sehr gut verstehen, bin auch so ein sicherheitsbedürftiger Mensch und so eine Unklarheit würde mich auch unrund stimmen. Auf das Projekt, das uns betrifft, bin ich schon gespannt!
    Liebe Grüße
    Schokomama

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