Was die Ernährungsumstellung bei uns gebracht hat…

Pricktest_Ernaehrungsumstellung_Allergie_glutenunvertraeglichkeit

Ich hatte vor knapp zwei Monaten in einem Beitrag ja berichtet, dass wir Wirbelwinds Ernährung ab sofort umstellen würden. Gluten und Laktose wurden seit dem aus dem Ernährungsplan gestrichen in der Hoffnung, dass versteckte Unverträglichkeiten Wirbelwinds Haut so schlecht werden ließen. Eine Heilpraktikerin riet uns dazu. Nun habe ich versprochen Euch auf dem Laufenden zu halten, und das mache ich hiermit sehr gern.

Wie lief die Ernährungsumstellung auf glutenfreie Produkte?

Wir informierten den Essensanbieter im Kindergarten über die Ernährungsumstellung, der dies problemlos umsetzte. Wirbelwind war ja nicht das einzige „Allergikerkind“, das bei ihnen bedient werden musste.

Auch zu Hause lief die Umstellung problemlos. Glutenfreies Brot ist zwar ein wenig teurer, als das „Normale“, allerdings gibt es in sehr vielen Supermärkten und sogar Discountern inzwischen entsprechende Produkte. Wir kauften kein anderes Brot mehr und aßen einfach alle das Gleiche. Wirbelwind fiel gar nicht auf, dass es „spezielles“ Brot war.

Auch glutenfreie Nudeln, Keks- und Kuchenteige landeten in unserem Einkaufsbeutel. Wirbelwind schien sogar stolz darauf zu sein, dass wir extra für sie Kekse backten, die nur für sie waren. Ein bisschen Extrawurst ist eben auch mal ganz schön. Auch in den Kindergarten gaben wir eine kleine Keksdose mit, falls mal ein Kind Geburtstag feierte und Kuchen mitbrachte. Dann konnte Wirbelwind ihre Kekse essen.

Das einzige, woran man sich gewöhnen musste war, dass Kuchen und Kekse deutlich krümeliger waren, als die glutenhaltigen Ebenbilder.

Was hat sich bei Wirbelwind verändert?

Und was hat sich geändert? Zunächst einmal war es interessant, dass der Mann, der Wirbelwinds glutenfreies Brot ja ebenso mitaß, über weniger Dermprobleme berichtete. Na, dann hat es ja zumindest bei einer Person etwas gebracht…

Bei Wirbelwind sah es auch zunächst sehr gut aus. Die erste Woche nach der Nahrungsumstellung war die Haut nicht wiederzuerkennen. Aalglatt, keine roten Flecken. Erstaunlich. Dann kam ein Kinderfest, an dem wir Wirbelwind eine Wurst kauften. Sie verschwand damit und vertilgte sie samt Weißbrot. Erst hinterher fiel uns ein, dass das jetzt irgendwie nicht richtig war. Und merkwürdigerweise wurde von diesem Zeitpunkt an auch die Haut wieder schlechter. Obwohl wir danach wieder konsequent auf die Ernährung achteten, besserte sie sich jedoch nicht wieder. War also doch alles nur Humbug? Vier Wochen schauten wir uns dieses Spektakel an. Aber ihre Haut war so schlimm wie eh und je. Okay, das reichte uns jetzt. Genug experimentiert. Ab sofort durfte Wirbelwind wieder glutenhaltige Produkte essen. Wenn es keinen Unterschied machte, was sie aß, sollte sie auch wieder alles zu sich nehmen dürfen.

Weitere Ursachensuche

Langsam kamen uns Zweifel, ob wirklich ihr Darm so geschunden und zerstört ist, wie es uns die Heilpraktikerin weismachen wollte. Schließlich sah ihr Stuhl ganz passabel aus. Waren es womöglich doch nicht die Lebensmittel, welche die Neurodermitis hervorriefen?

PricktestWir machten einen Termin beim Kinderarzt, um einen weiteren Allergietest für Pollen und Co. durchführen zu lassen, den sogenannten Pricktest. Vielleicht hatte sie ja eine Hausstaubmilbenallergie (wie ein Cousin von ihr) oder reagierte auf bestimmte Pollen (wie der Papa). Veranlagungen wären also da. Und so gingen wir vergangenen Dienstag zum Arzt und machten den Test. Ungeduldig wartete ich auf das Ergebnis. Dieses war ernüchternd: Nichts. Es ist alles in Ordnung. Außer dem Histamin-Kontrolltröpfchen hat nichts auf der Haut ausgeschlagen (siehe Titelfoto).

Die Ärztin beruhigte mich. Sie versicherte, dass dies die beste Grundlage dafür sei, dass die Neurodermitis in ein paar Jahren wieder verschwindet. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es sich nicht auf die Bronchien legt und Asthma hervorruft. Vielleicht ist sie in ein paar Jahren, vielleicht mit Eintritt in die Schule, so wäre das bei vielen, beschwerdefrei.

Ich möchte ihr so gerne glauben. Also könnte es sein, dass die Neurodermitis bei Wirbelwind „nur“ stressbedingt, bzw. durch äußere Reize wie Sonnencreme und Sand (insbesondere in Kombination)? Die Ärztin verschrieb uns eine fettige Creme, mit der wir Wirbelwinds Haut täglich zwei bis dreimal eincremen sollten, um den bei ihr fehlenden Schutz aufzubauen. Mehr kann sie nicht tun.

Und nun heißt es für uns erst einmal abwarten. Keine Experimente mehr. Einfach abwarten. Nächstes Jahr ist ihre Einschulung. Warum es ausgerechnet dann, wenn das Leben erst so richtig stressig wird, plötzlich besser werden soll, verstehe ich zwar noch nicht. Aber ich werde es sehen. Und berichten.

Habt Ihr (auch) die Erfahrung gemacht, dass die Neurodermitis mit dem Eintritt in die Schule verschwand?

Eure Wiebke

9 Comments

  1. Katrin
    Antworten
    15 Juni 2017 at 10:15 pm

    Bei uns hat der weitgehende Verzicht auf Kuhmilch und Weizen eine fast normale Haut gebracht. Beide Kinder nehmen nur Weleda-Creme und Badezeugs, wir haben nur Baumwoll-Klamotten. Gibt es bei Wirbelwind Trigger, an denen du eine Verschlimmerung der Haut sehen kannst?

    • 16 Juni 2017 at 12:50 pm

      Trigger kann ich eben nicht feststellen. Außer vielleicht Sonnencreme als Außenwirkung. Melone hatten wir mal in Verdacht, aber es sind eben alles nur Mutmaßungen. Andere Kommentatoren hatten mit dem Weglassen von Zitrusfrüchten gute Erfahrung gemacht. Vielleicht wäre das ein Ansatz.

  2. 15 Juni 2017 at 10:26 pm

    Mein kleiner Bruder hatte vom Geburt an Neurodermitis. Nicht extrem schlimm (außer eine Zeit lang an den Händen) aber schon außerhalb des angenehmen Bereiches. Bei ihm wurde damals vom Kinderarzt angegeben, dass auf Milch und Milchprodukte verzichtet werden soll. Letztendlich waren es dann die Zitrusfrüchte (und deren überall reingemischte Säfte), die den Hautausschlag verursachten. Da hat dann auch die ganze Familie auf Zitrusfrüchte verzichtet, was sich ganz gut funktionierte. Eine gewisse „Grundneurodermitis“ gerade an Beinen und Rücken ist aber immer geblieben und auch bis heute noch da. Mit ca. zehn Jahren stellten wir dann aber fest, dass es (zumindest bei humanen Mengen) keine allergische Reaktion mehr gab. Mittlerweile ist die Neurodermitis auf konstant niedrigem Niveau und mit Linola Fett gut in Schach zu halten. Mein Bruder kennt es ja auch nicht anders und so wie ich ewig mit Akne zu kämpfen habe (die übrigens anscheinend durch Milch verursacht wird, aber der Verzicht ist mir zu kompliziert), hat er eben seine Neurodermitis. Bei ihm hat es übrigens sehr geholfen, am Strand im Sand und im Wasser zu spielen, das Wasser (gerade Nordsee) wirkt wirklich Wunder! Nicht unbedingt ein langanhaltender Effekt aber für ein bis zwei Wochen sehr positiv. Vielleicht findet ihr ja im Sommer auch noch die Zeit dazu.
    Auf jeden Fall wünsche ich euch, dass sich die Neurodermitis verflüchtigt oder auf einen erträglichen Niveau einpendelt. Die Chancen stehen ja gar nicht schlecht!
    LG Hanna

    • 16 Juni 2017 at 12:49 pm

      Das mit den Zitrusfrüchten ist interessant, auch weil eine andere Leserin das bestätigt hat. Ich werde wohl einmal darauf achten, dass Wirbelwind hier etwas verzichtet. An die Nordsee kommen wir dieses Jahr leider nicht, aber vielleicht Ostsee. LG Wiebke

  3. 16 Juni 2017 at 9:09 am

    Ich hätte als Kind Neurodermitis. Bei mir waren es auch die Zitrusfrüchte, auf die meine Haut besonders reagiert hat. Habt ihr schon mal versucht, darauf zu verzichten? Bei mir wurde es tatsächlich mit fortschreitendem Alter besser und heute habe ich nur noch eine etwas empfindliche, zu Trockenheit neigende Haut. Meine zweijähriger Tochter zeigt auch Anzeichen von Neurodermitis. Sie hatte eine Zeit lang ganz schlimme Stellen im Gesicht. Mit fiel dann auf, dass sie sehr oft Kiwi gegessen hat und seit wir die weglassen, ist es plötzlich wieder gut. Allgemein ist es im Sommer auch besser als im Winter.
    Ich drücke euch die Daumen, dass es bei Wirbelwind auch irgendwann verschwindet!

    • 16 Juni 2017 at 12:46 pm

      Ja von Zitrusfrüchten habe ich auch schon gehört. Sie gehören ja auch zu den histaminhaltigen Lebensmitteln. Vielleicht wäre das noch ein Ansatz, hier ein wenig aufzupassen. Vielen Dank für Deinen Kommentar und die Erfahrung, die Du mit uns teilst. LG Wiebke

  4. 16 Juni 2017 at 11:27 am

    Unsere Kinderärztin hat uns auch gesagt, dass die kindliche Neurodermitis mit Schuleintritt oft besser wird, aber dafür die Allergien/ Asthma eventuell stärker hervor treten. Ich glaube, es liegt daran, dass mit ca. 7 Jahren eine gewisse Umstellung im Körper stattfindet. Das fällt dann ungefähr mit der Einschulung zusammen, auch wenn dadurch der Stress für die Kinder nicht weniger wird.
    Alles Gute für euch!

    • 16 Juni 2017 at 12:44 pm

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Also ich bin in jedem Fall gespannt, wie es sich entwickeln wird. Ich kann in zwei Jahren ja nochmal berichten, ob die Überschreitung der Sieben-Jahresmarke bei uns geholfen hat. LG

  5. Steffi
    Antworten
    16 Juni 2017 at 1:12 pm

    Hey, bei mir auch keine Allergien, keine großartigen Unverträglichkeiten (nur bei Alkoholgenuss oder früher Zigaretten, aber das zählt nicht als Unverträglichkeit, sondern schlicht Gift ;-). Die Neurodermitis kam und ging und kam woanders wieder, bis heute… letztendlich ist es halt auch eine genetische Disposition, die Beschaffenheit der Haut verändert… da hilft Basis-cremen und bei Bedarf Cortison, das heute auch nicht mehr so schlimm ist wie sein Ruf und korrekt angewandt echt lindert!

    Alles Gute für den kleinen Wirbelwind

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