Eine haarige Angelegenheit

Ich fühle mich verfolgt. Sie sind überall. Ich liege im Bett und werde von ihnen „angelacht“. Ich stehe im Bad, wo sie mich sanft umwehen. Ich sitze auf dem Sofa und starre sie an. Meine Haare. Allmählich verschwinden die Hormone der Schwangerschaft aus meinem Körper und der Haarausfall setzt wieder ein. Hach war das eine schöne Zeit, in der keine lästigen Haare in der Wohnung herumflogen! Doch die ist vorbei. Nun sind sie allgegenwärtig. Beim Haarebürsten und Duschen lass ich lieber gleich die Augen zu. Man will sich ja nicht den Tag ruinieren. 

Doch irgendwann muss ich doch mal in den Spiegel schauen. Und was mich da anspringt ist weniger schön. Nicht nur die Fülle, auch die „Konsistenz“ lässt inzwischen zu Wünschen übrig. Denn Zeit zum Stylen habe ich nicht, und so zotteln die Flusen an meinem Haupt so vor sich hin, verhöhnen Bürste und (den schon lange nicht mehr eingesetzten) Lockenstab. Der Friseurtermin liegt bereits eine Weile zurück und die Schere zerbrach an der Bürde seiner Aufgabe dem Chaos ein Ende zu bereiten. 
Wölkchen scheint dies bemerkt zu haben und gibt ihr Bestes meine Zotteln fleißig vom Kopf zu reißen. Hierbei geht sie äußerst geschickt vor. Erst täuscht sie Langeweile oder Müdigkeit vor, damit ich sie auf den Arm nehme, und dann schlägt sie blitzschnell zu. Ehe ich mich versehe stecken ihre zarten Fingerchen in meinen Haaren und demostrieren ihre ungeahnte Kraft. Ja, Wölkchen scheint sehr an ihnen zu hängen, im wahrsten Sinne des Wortes. Einmal fischte der Papa ein Exemplar aus ihren Mund. Da gewinnt die Redewendung „sie hat mich zum Fressen gern“ eine völlig neue Bedeutung. Und ich erinnere mich noch an die Wirbelwind-Babyzeit, da hatte sie das Haar schlichtweg ausgeschissen (ich entschuldige mich für die Ausdrucksweise, aber so war es nunmal).
Auch Wirbelwind eilt mir zu Hilfe. Noch nutzt sie ihre Schere nur für das Papier (soweit ich weiß), mal sehen, wann sie auf die Idee kommt, Friseur zu spielen. Dafür dürfen Haargummis und Haarspangen meine schrumpfende Mähne zieren. Auch Haarebürsten macht bei Mama doch viel mehr Spaß, als an der Puppe. Kein Wunder, die Puppe schreit auch nicht im Sekundentakt „Au“. Da ist Mama deutlich unterhaltsamer. 

Letztens
erst hatte ich für Wirbelwind diese süßen kleinen Kinderhaargummis
gekauft, die so schön an die zarten Härchen der Sprösslinge passen.
Sie werden wohl bald zu meiner Standardausrüstung gehören, ehe ich mich
auf die Straße wage, wenn das so weiter geht.
Und nun entschuldigt mich, ich muss dann mal ins Bett, meine Haare vermissen mich schon.
Eure Wiebke

4 Comments

  1. 21 September 2015 at 3:43 pm

    Autsch, das kommt mir bekannt vor :/ Vor allem das mit dem mit geschlossenen Augen duschen … Hat sich zum Glück inzwischen gelegt, hat aber einige Monate gedauert.. Diese Hormone..

  2. 21 September 2015 at 7:47 pm

    ich fühle mit dir!
    piet`chen wird bald ein jahr- meine haare sehen immernoch katastrophal aus. der haarausfall ist derweil verschwunden- dank teebaumshampoo. stinkt, aber wirkte bei mir wunder!
    tja, aber sie sehen immernoch aus wie stroh, sind glanzlos und stumpf. ich sehe aus, als hätte ich mit dem finger in der steckdose geschlafen 🙁 ..
    was ich nun alles schon im haar hatte. teure mittel, billige und sogar mein halbes nahrungsmittelangebot durfte einen ausflug in mein haar machen.

    findest du DAS MITTEL, dann poste es doch bitte. <3
    `liebst nina

    • 21 September 2015 at 8:03 pm

      Hihi, ich kann mir deine Haare richtig bildlich vorstellen, strohig und in die Steckdose gefasst… eine explosive Mischung 😉

      Sollte ich DAS MITTEL finden, geb ich Dir selbstverständnlich Bescheid!

      LG Wiebke

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