Wie gehe ich mit Regelverstößen um?

Wie gehe ich mit Regelverstößen um?

Im vorigen Beitrag habe ich beschrieben, dass Wirbelwind gerne einmal versucht Regeln zu umgehen. Sie scheint die von uns gesetzten Grenzen als sehr flexibel zu interpretieren und schaut gerne mal, wie weit sie gehen kann. Hinter unserem Rücken. Uns gegenüber verhält sie sich immer regelkonform (ich berichtete hier). Ich beschrieb die zwei Beispiele, dass sie in ihrem Zimmer heimlich nascht und Tablet schaut.

Das ist etwas, das mich irgendwie traurig macht. Zeigt es nicht, dass sie uns als Eltern nicht respektiert? Ist es nicht ein Vertrauensbruch? Ist unser Wort, unser Bitten nichts wert? Geht sie gezielt die Gefahr ein, dass sie uns Eltern verärgert? Warum tut sie das? Und noch wichtiger: wie sollen wir als Eltern darauf reagieren?

Warum verstößt mein Kind gegen die Regeln?

Um zu wissen, wie man darauf reagieren soll, muss man sicherlich erst einmal wissen, WARUM Wirbelwind das tut. Im Internet habe ich Hinweise gefunden, die ich an dieser Stelle zusammenfassen und auf Wirbelwind interpretieren möchte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, versteht sich.*

1. Wunsch nach Aufmerksamkeit

Eine Möglichkeit wäre, dass das Kind die Erfahrung gemacht hat, dass es durch negatives Verhalten mehr Aufmerksamkeit erhält, als durch positives Verhalten.

Das ist aus meiner Sicht bei Wirbelwind nicht der Fall. Es passt nicht dazu, dass sie die verbotenen Dinge heimlich tut. Sie scheint mit ihrem Verhalten keine Aufmerksamkeit auf sich lenken zu wollen.

2. Zu viele Regeln

Zu viele Regeln können das Kind überfordern. Zwar können Regeln Orientierung und Halt geben, jedoch brauchen Kinder auch Spielraum, um sich zu entfalten.

Hm vielleicht könnte das ein Punkt sein. Vielleicht empfindet Wirbelwind unsere Regeln als zu viel und zu einschränkend?

3. Ungerechte Bestrafung

Das Kind fühlt sich ungerecht behandelt, evtl. weil Strafen eingesetzt werden, die in keinem sinnvollen Zusammenhang zu dem Fehlverhalten stehen bzw. willkürlich erfolgen.

Da ich sehr darum bemüht bin, logisch und nachvollziehbar auf das Verhalten meiner Kinder zu reagieren und von Bestrafungen im klassischen Sinne nichts halte, denke ich nicht, dass dieser Punkt auf Wirbelwind zutrifft.

4. Fehlende Konsequenz

Das Kind hat gelernt, dass sein Fehlverhalten nicht „geahndet“ wird.

Tja, Das trifft irgendwie sogar zu. Zwar reden wir mit Wirbelwind darüber, dass uns das nicht gefällt, was sie da tut. Aber eine Bestrafung gibt es bei uns nicht, höchstens eine logische Konsequenz in der Hinsicht, dass ich ihr das Tablet oder die Süßigkeiten entziehe.

Was tun bei Regelverstößen?

Lasse ich es ohne Konsequenzen, könnte Wölkchen dieses Verhalten bald nachahmen. Irgendwie darauf reagieren muss ich also schon. Nur wie? Meine erste Wahl wäre selbstverständlich das Gespräch. Es ist für mich keine Lösung, den Zugang zu allem, was reglementiert werden soll (Süßigkeiten, Tablet, …) wegzuschließen. Das fühlt sich einfach nicht richtig an. Gleichzeitig möchte ich aber auch Wirbelwind vertrauen können. Und das kann ich im Moment nicht. Ich kann mir einfach nicht sicher sein, dass sie nicht sofort, wenn sie sich unbeobachtet fühlt, Dinge tut, die wir vorher verboten haben.

1. Positive Aufmerksamkeit geben: Im obigen Punkt hatte ich ausgeschlossen, dass es an mangelnder positiver Aufmerksamkeit liegt. Grundsätzlich kann es aber nicht verkehrt sein, noch mehr darauf zu achten, dass Wirbelwind neben ihrer kleinen Schwester (die ja von sich aus viel Aufmerksamkeit fordert) nicht untergeht. Ich versuche meinen Blick wieder mehr auf das positive Verhalten zu schärfen.

2. Regeln reduzieren: Es ist die Frage, ob wir gewisse Regeln (jetzt nicht Süßigkeiten und Tablet, aber andere, weniger wichtige) aussetzen können. Gibt es Kürzungsmöglichkeiten in unserem familiären Regelwerk? Das ist eine Frage, die ich mit dem Vater besprechen muss, da er diese mit tragen muss und generell auch auf mehr Regeln besteht, als ich es tue. Im Anschluss müssen diese Änderungen klar mit Wirbelwind (und Wölkchen) kommuniziert werden.

3. Ungerechte Bestrafungen meiden: Ich denke zwar nicht, dass ich ungerecht bestrafe. Dennoch kann es natürlich sein, dass es Wirbelwind als ungerecht empfindet. Ich könnte mit ihr von Angesicht zu Angesicht darüber reden, warum ich es für wichtig halte, unsere Vorgaben beim Thema Süßigkeiten- und Tabletkonsum einzuhalten.

4. Konsequent bleiben (ohne dabei die Bedürfnisse der Kinder zu missachten!): Bislang bin ich – denke ich – zu oberflächlich auf das ungewünschte Verhalten von Wirbelwind eingegangen. Ich werde mit ihr, wie schon unter 3. beschrieben, in einem persönlichen Gespräch klar aufzeigen, dass ich das Verhalten nicht gut finde ich welche Konsequenzen es daraus ergeben könnte.

Nur, welche Konsequenzen sind das? Was soll ich ihr sagen, was passiert, wenn sie weiterhin unsere Regeln umgeht?

Habt Ihr da Ideen?

Ich werde in jedem Falle berichten, wie wir schlussendlich gehandelt haben und ob unsere Änderungen auch eine Änderung im Verhalten von Wirbelwind bewirkt haben.

Eure Wiebke

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Wie gehe ich mit Regelverstößen meines Kindes um?

Anregungen habe ich beispielsweise unter Vaterfreuden.de gefunden.

3 Comments

  1. Mei
    Antworten
    27 Februar 2019 at 9:16 pm

    Hallo hallo!
    Ich würde mir nochmal die Regeln auf ihre Sinnhaftigkeit anschauen. Dann versuchen die Perspektive des Kindes einzunehmen: Kinder machen aus meiner Sicht selten etwas absichtlich gegen uns, sondern einfach nur für sich. Soll heißen, euer kluges Kind wollte einfach naschen und Tablet schauen, hatte unbändige Lust dazu und hat es einfach getan. Schau mal beim gewünschtesten Wunschkind, ich habe schon so oft wertvolle Gedankenanstöße erhalten.
    Hier:
    https://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2016/01/zehn-dinge-die-das-familienleben-entspannen-tipps-fuer-mehr-gelassenheit.html
    und hier:
    https://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2014/08/erpressung-logische-und-natuerliche-konsequenzen-liebevoll-konsequente-erziehung-mit-natuerlichen-konsequenzen-die-wenn-dann-falle.html
    Alles Liebe! Ich lese sehr gerne von Euch ♡

  2. Maggie
    Antworten
    7 März 2019 at 8:28 am

    Hallo,

    Ich glaube auch dass das Kind da einfach einer Lust nachgibt. Ich denke ein klärendes Gespräch mit ihr könnte der Schlüssel sein, wie Du es ohnehin schon beschreibst. Als Konsequenz bei wiederholten Verstößen (also wieder heimlich naschen, Tablet schauen) würde ich (und das würde ich auch vorher im Gespräch deutlich machen) den freien Zugang zu den Dingen einschränken, also das Tablet wegräumen und die Süßigkeiten auch an einem für die Kinder nicht zugänglichen Ort aufbewahren. Ich denke mir so ist die Konsequenz direkt bezogen auf den Regelverstoß. Bei dem Gespräch würde ich nochmal erklären wieso es diese Regeln gibt und wie wichtig es ist, dass man einander vertrauen kann, weil man sonst eben Dinge wegräumen muss etc. Ich denke so würde ich es machen. Sie könnte dann ja trotzdem weiterhin Tablet schauen und was naschen, aber dann eben nur mehr mit Mamas Hilfe.

    Liebe Grüße,
    Maggie

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