2 3/4 Jahre – kleines Resümee zu Wirbelwinds Entwicklung

Entwicklung 2 3/4 Jahre

Mein lieber Wirbelwind ist nun zwei Jahre und 9 Monate alt. Bald hat es die offizielle Grenze von Kleinkind zu Kind erreicht, die – soweit ich das verstanden habe – bei 3 Jahren liegt. Doch schon jetzt tut sich in ihrer Entwicklung so viel, dass ich es in diesem gesonderten Post festhalten möchte. Sie entwickelt sich so schnell, lernt jeden Tag neue Dinge, und überrascht uns mit Ihrer Sprache, Geschicklichkeit, sozialen Ader und, ja das auch, Frechheit. Sie weiß was sie will und versteht es inzwischen sehr gut einzufordern. Sie hat einen süßen, kleinen (großen) Dickkopf, der zeigt, dass sie eine Person mit eigenen Gefühlen, eigenen Wünschen und Bedürfnissen ist. Mein süßer laufender Meter!

So viel kann sie inzwischen (motorisch)

  • die Jacke anziehen (auf Erwachsene Art und Weise)
  • die Schneehose anziehen, genauso wie alle dazugehörigen Assessoires wie Mütze, Schal und Handschuhe
  • sich selbst komplett entkleiden
  • den Reißverschluss der Jacke schließen
  • Schuhe an- und ausziehen
  • Hm seltsam nur, dass ich dennoch diejenige bin, die sie am Ende auszieht, wenn sie vor unserer Wohnungstür liegt und jammert „Mama, ich schaff das nicht. Du Schuhe ausziehen!“
Klappt doch schon prima, mit dem Anziehen! (Entenfüße und Jacke verkehrt herum)

Aber auch im Haushalt hilft sie inzwischen viel mit:

  • Sie macht den Geschirrspüler an (inklusive Tab hineinlegen) – sehr praktisch!
  • Sie hilft mir beim Wäsche aufhängen. Dass dabei die Hälfte der Wäsche auf den Boden purzelt, erwähnte ich mal lieber nicht 😉

Kognitiv hat sich auch Einiges getan

Man beachte den Bauchnabel
  • Sie kann alle grundlegenden Farben benennen.
  • Sie ist fasziniert von ersten Buchstaben und benennt sie auch, wenn sie sie irgendwo entdeckt.
  • Sie malt Menschen, mit Augen, Mund, manchmal auch Bauchnabel (wie hier im Bild) oder Wangen. Manchmal kommt noch ein Kreis um den Kopf herum, das sind dann die Haare.
  • Sie merkt sich ganze Textpassagen von ihren Lieblingsbüchern. Wenn wir ihr abends ein Buch vorlesen, komplettiert sie unsere Sätze.
  • Sie kann diese Puzzles aus den Puzzlebüchern puzzeln (mit kleiner Hilfestellung). Oft fehlt ihr aber noch die Geduld, das bis zur Fertigstellung durchzuziehen.
  • Inzwischen kann sie Trickfilme so gut verstehen, dass sie eine richtige Fernseheule wird. Gerne schaut sie sich Simpsons, Lauras Stern oder eben die Sendungen an, die rund um den Sandmann kommen. Und plappert gerne das Gesagte nach oder lacht ganz herzlich, wenn jemand umfällt oder ähnliches Lustiges passiert.
  • Sie schläft jetzt Mittags ohne Windel, auch eine trockene Nacht hat sie bereits geschafft.

Außerdem liebt sie …

  • Rollenspiele spielen und Fantasieren. Da wird der Teppich zum Kindergeburtstag, die Gäste sind Bücher, Handys, Flaschen und sonstige herumliegende Dinge. Oder „der Wolf kommt!“ ist wohl die häufigste Aussage, dann sperrt sie ihn irgendwo ein oder stellt Gegenstände in den Weg. Heute morgen lagen wir auf dem Sofa und sie sagte: „Die Wand kommt“. Dann mussten wir uns unter der Decke verstecken, damit uns die Wand nicht auf den Kopf fällt.
  • Singen – der Text ist egal, zur Not wird improvisiert. Hauptsache laut. Und sobald sie einen Stock in der Hand hält, wird dieser als Mikrofon missbraucht. Heute trällerte sie auf diese Weise einen Vers von „Der Mond ist aufgegangen“, nur bei ihr hieß es: „der Wald steht schwarz und braun“.

Fassungslos

Immer wieder schauen wir sie an und denken nur: wer hätte sich das vor drei Jahren vorstellen können, als sie noch in meinem Bauch war. Klar wusste man als Mutter (und Vater), was ein Kind in etwa bedeutet: Hingabe, Liebe, Freude, Spaß, aber auch Aufopferung und Stress. Doch wer konnte ahnen, dass drei Jahre später so ein komplexes Wesen vor einem herumhüpft, lacht, mit einem herumalbert, einen bedingungslos liebt und man so gerne genau diese Liebe um ein Vielfaches wieder zurückgibt. Wer hätte gedacht, dass ich Tränen in die Augen bekomme, während ich genau diese Worte schreibe, oder wenn ich unseren süßen Wirbelwind einfach nur beim Spielen auf dem Spielplatz beobachte. Wer hätte gedacht, dass in mir, einer eigentlich sehr ruhigen und überlegten Person, solche Gefühle herausbrechen können. Wer hätte gedacht, dass ich auch wirklich aus der Haut fahren kann, weil eben dieser Schatz meine Geduld ordentlich auf die Probe stellt. Wer hätte gedacht, dass ich zwei Sekunden später genau diesen Rebell herzlich in die Arme schließe, drücke und abknutsche, weil mir diese lauten Worte so sehr leid tun.
Das Leben mit unserem Wirbelwind ist so viel bunter geworden, so viel aufregender, so viel herzlicher, als ich es mir jemals hätte erträumen lassen. Ich möchte keinen der Tage missen und freue mich so sehr auf die vielen gemeinsamen Erlebnisse, die da noch kommen.

Kann ich dem Geschwisterchen gerecht werden?

Manchmal frage ich mich, ob ich dem Geschwisterchen auch genau diese Liebe entgegenbringen kann, diese Liebe, die in den letzten drei Jahren gereift und immer stärker wurde. Sicherlich werde ich sie auch lieben können, aber Wirbelwind wird eben doch immer das erste Kind sein. Und die Aufmerksamkeit, die ich Ihr momentan gebe, werde ich wohl beim zweiten Kind einfach nicht aufbringen können. Eben weil ja der Wirbelwind auch dann herumwuseln wird. Aber das ist ja auch das Tolle, diese (hoffentlich funktionierende) Zweisamkeit der Kinder! Ich bin gespannt, wie die zwei Geschwister miteinander klar kommen und umgehen werden. Vielleicht folgt zum Dreijährigen schon ein kleiner erster Bericht dazu ;-)Eure Wiebke

6 Comments

  1. 21 März 2015 at 6:10 am

    Das hast Du sehr schön geschrieben…und ich kann Dich gut verstehen: es ist schwer vorstellbar, dass man ein weiteres Kind ebenso lieben soll, oder? Aber wahrscheinlich wird man überrascht wie viel Liebe in ein Mama-Herz passt. Aber trotzdem: das Erste bleibt irgendwie Besonders, weil man alles zum ersten Mal erlebt hat ��!

    • 22 März 2015 at 8:29 pm

      Ja, sicherlich ist da noch Platz für gaaaanz viel mehr Liebe 😉 Aber es ist so schwer vorstellbar, wie ja schon vor dem ersten Kind, was dort für ein Wesen herauskommen wird und wie es unser Leben umkrempeln und unser Herz erobern wird! LG

  2. 21 März 2015 at 1:08 pm

    Wie schnell die Zeit vergeht. Eben waren sie noch kleine Babys und dann sind sie schon Kleinkinder. Ich hätte auch Angst, dass ich einem zweiten Kind nicht die Liebe und Aufmerksamkeit geben könnte, wie dem Ersten. Ich platze jetzt schon vor Liebe, wie soll da noch mehr gehen? Und teilen will man das Gefühl doch auch nicht?!? Aber es scheint zu funktionieren, sonst würde es ja nur Einzelkinder geben 😉 Spannendes Thema.

  3. 22 März 2015 at 4:32 pm

    Meine Große ist fast genauso alt wie dein Wirbelwind. Wie ähnlich sie sich auch in ihren Fähigkeiten und Gebaren sind! Sie kann auch schon viel alleine, aber stellt sich auch gerne "dumm" an, damit Mama hilft.
    Und ich hatte auch vor 6 Minaten Angst, dass ich den neuen kleinen Mann in meinem Leben nicht adäquat würde lieben können, weil die Große mein Herz erfüllte. Aber was soll ich sagen? Die Sorgen waren unbegründet. Mein Herz ist einfach größer geworden, so dass für Kind 2 auch Platz darin ist 🙂

    • 22 März 2015 at 8:31 pm

      Es ist doch irgendwie beruhigend zu hören, dass andere Kinder auch so ticken, wie das Eigene. 😛
      LG Wiebke

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