Wölkchen wächst – der vierte Wachstumsschub

Heute habe ich einmal nachgerechnet, in welcher Woche Wölkchen eigentlich ist. Irgendwie gerät das beim zweiten Kind eher in Vergessenheit. Also Kalender ausgepackt und durchgezählt. Und da kam heraus, dass Wölkchen tatsächlich gestern die 19. Woche vollendet hat. 19 Wochen. Da war doch was?! Ach ja, da soll ja angeblich ein Wachstumsschub sein. Also nochmal schnell das Buch von Rijt und Plooijj (Oje, ich wachse, 2005) ausgekramt und nachgelesen. Meine Erkenntnisse und was Wölkchen dazu „sagt“, folgen nun.

Was passiert um die 19. Woche?

Der vierte Schub findet um die 19. Woche statt, kann aber bereits in der 14. Woche losgehen. In diesem Schub lernt das Baby, dass Ereignisse in einer kurzen Abfolge
stattfinden können, wie das Hüpfen des Balles oder das Winken mit der Hand. Und es kann diese Ereignisse auch selber erzeugen, wie
beispielsweise einen Gegenstand von einer Seite zur andere bewegen. 
Folgenden Abschnitt fand ich besonders gut und möchte ihn gerne direkt zitieren: 
„Alle Babys haben dieselbe Fähigkeit erworben. Die neue Welt steht allen offen. In ihr gibt es unendlich viel zu entdecken. Ihr Baby trifft seine ganz persönliche Auswahl. Es nimmt das, was am besten zu seinen Anlagen, seinen Interessen, seinem Körperbau und seinem Gewicht passt. Es gibt Babys, die sich aufs Fühlen, aufs Sehen oder auf gymnastische Übungen konzentrieren. Es gibt auch solche, die von allem etwas mitnehmen, aber nicht besonders intensiv darauf eingehen. Kein Baby ist wie das andere.“ (S. 126)
Rijt und Plooij beschreiben in ihrem Buch unter anderem folgende Veränderungen am Endes des Wachstumsschubs:
  • es rollt sich vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt
  • es reckt den Po in die Luft
  • es setzt sich hin (beugt sich nach Vorne), wenn es an den Körper des Erwachsenen gelehnt ist
  • es bewegt den Mund in alle erdenkliche Art und Weise
  • es greift gezielt nach einem Gegenstand
  • es reicht ein Spielzeug von einer in die andere Hand
  • es steckt Gegenstände in den Mund und beißt darauf herum
  • es zieht sich selbst ein Tuch vom Gesicht
  • es schlägt mit einem Spielzeug auf den Tisch
  • es untersucht Details am Spielzeug
  • es betrachtet fasziniert Lippen der Person, die mit ihm spricht
  • es sucht ein Spielzeug, das außerhalb seines Gesichtsfeldes ist
  • es reagiert auf sein Spiegelbild
  • es hält ein Faltbuch fest und schaut fasziniert ein Bild an
  • es reagiert auf seinen Namen

Der Wachstumsschub bei Wölkchen

Ganz im Ernst? Irgendwie habe ich den Schub nicht so richtig mitbekommen. Einzig, dass Wölkchen in der 15. und 16. Woche recht quengelig drauf war, habe ich festgestellt. Aber danach war sie deutlich „pflegeleichter“. Auch schlief sie im Kinderwagen mal ohne vorher minutenlang zu Schreien ein oder wir konnten auch im Auto etwas umherfahren, und uns darin tatsächlich unterhalten, weil Wölkchen zur Abwechslung mal nicht darin schrie, sondern einfach nur guckte oder schlief. 
Die Kehrseite der Medaile war jedoch, dass sie deutlich schlechter schlief. Einerseits schlief sie deutlich unruhiger, so dass sie, wenn wir das Schlafzimmer betraten regelmäßig wach wurde. Andererseits schlief sie viel kürzer. Zuvor schaffte Wölkchen 6 Stunden am Stück, einmal sogar 9 Stunden. Doch nun lagen wir bei 1,5 bis 2 Stunden! Das schlaucht, und das, wo man es doch schon ganz anders kannte.

Und wie war es damals bei Wirbelwind? Wirbelwind hatte in der 14. und 16. Woche ihre Quengelphase. Gleichzeitig schlief sie deutlich weniger. Von einst 9 Stunden am Stück schaffte sie nun maximal 4-5 Stunden. Aber wenn ich mir Wölkchens Schlaf anschaue, hatte ich damals noch richtig Glück gehabt

Und was kann Wölkchen nun Neues? Von den oben genannten Dingen, ist ein bisschen was dabei. Heute hat sie sich das erste Mal vom Rücken auf den Bauch gedreht. Gestern schon hatte sie es minutenlang versucht, war aber am Arm gescheitert. Heute dann hat es geklappt. Mal sehen, wie regelmäßig sie es die nächste Zeit machen wird, oder ob es eine Eintagsfliege war.
Den Po hat sie schon im vierten Monat in die Höhe gestreckt.
Wenn Wölkchen auf meinem Schoß sitzt, beugt sie sich nach Vorne.
Der Mund steht nie still. Wenn nicht gerade etwas im Mund steckt, wie die Hand, Stoff oder ein Beißring, dann plappert sie damit, keift, sprudelt, spruckt. 
Unter dem Spielbogen hat sie ihren Spaß. Die baumelnden Figuren kann sie bereits gezielt greifen. Das Spielzeug von einer in die andere Hand geben, kann sie jedoch noch nicht, ebensowenig ein Tuch vom Gesicht ziehen.
Mir
ist letztens aufgefallen, dass sie, wenn ich sie in die Wippe in den
Flur stelle, während ich beispielsweise im Bad bin, sie sich darin
herumdreht und nach der bunten Messlatte an der Wand schaut, die sie
zuvor aber nicht gesehen hat. Sie hat sich also gemerkt, dass die
Messlatte dort ist. Für mich stellt das eine Form von „Objektpermanenz“ dar. 
Wenn man sich mit ihr vor den Spiegel stellt, gackert sie drauf los. Das Baby auf der anderen Seite ist aber auch zu goldig 😉
Ihre neue Lieblingsbeschäftigung ist es, sich mit mir ein Buch anzuschauen. Dann lege ich mich neben sie, halte das Buch in die Höhe und sie schaut begeistert zu. 
Aber im Ernst: das Baby soll schon auf Namen reagieren können? Also ich weiß ja nicht. Das ist mir bislang noch nicht aufgefallen.
So, mehr will ich mal noch nicht verraten. Am Ende des fünften Monats, also in ca. 2 Wochen, folgt ja bereits der nächste Entwicklungspost. Und ich bin mir sicher, dass es dann bereits wieder viel Neues zu berichten gibt. Sie lernen aber auch so viel in der kurzen Zeit!
 
Eure Wiebke
 

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