Ein schöner Tag. Nicht.

Kennt Ihr diese Tage, wo alles schief geht, was schief gehen kann? Ich glaube genau so einen Tag hatten wir heute. Durchgeknallt. Verheult. Ver(w)irrt. Verschlafen. Erhitzt. Das sind wohl passende Wörter, die den heutigen Tag und die damit verbundenen kleineren und größeren Katastrophen beschreiben. Denn so entspannt, wie auf diesem Bild, war es leider nur sehr kurz. Gerne lasse ich Euch an diesem besonderen Tag teilhaben 😉

 

Reine Kopfsache

Kurzer Rückblick: Wirbelwind hatte am Montag Fieber, und so durfte ich sie morgens gleich wieder aus dem Kindergarten abholen.
Den gestrigen Tag verbrachte sie bei mir, obwohl es ihr wieder gut ging. Heute sollte und wollte sie dann wieder in den Kindergarten. Exakt eine halbe Stunde, nachdem ich sie abgegeben hatte, bekam ich einen Anruf. Die Erzieherin meldete sich mit den Worten: „Ich will Sie ja nicht ärgern, aber…“ Mir schoss es durch den Kopf: „Na, Fieber hat sie doch jetzt aber nicht schon wieder, oder?!“. Nein, Wirbelwind hat sich beim Herausgehen in den Hof ganz böse den Kopf gestoßen. Und so hatte ich eine halbe Stunde später mal wieder zwei Kinder zu Hause sitzen.

Jammer-Zeit

Wölkchen war ab diesem Zeitpunkt völlig durch den Wind, heulte immer wieder herum und ließ sich selbst beim Herumtragen nur schwer beruhigen. Zuerst dachte ich, sie ist durcheinander, weil der Tagesablauf so ganz anders war, als sonst. Ich steckte sie eine Stunde früher als sonst zum Mittagsschlaf ins Bett. Völlig apathisch schaute sie mich nach dem viel zu kurzen Schläfchen an und dachte nicht ans Aufstehen. Schlafen wollte sie aber auch nicht mehr. Irgendwann kletterte sie doch heraus und jammerte weiter. Hatte sie zu wenig geschlafen? Ich verstand es nicht. Eigentlich wollten wir jetzt Baden fahren. Ich überlegte, die Verabredung sausen zu lassen, dachte dann aber, das Wasser würde sie ablenken.

Roadtrip

Ich packte also alles zusammen, schnappte mir Wirbelwind und steckte sie samt heulendem Wölkchen ins Auto. Während sie früher hier erst mit dem Heulen anfing, verstummte sie nun plötzlich. Verkehrte Welt. Ich machte mich mit dem Auto auf den Weg, immer schön dem Navi nach, denn der Weg war für mich neu. Kurz vor dem Ziel lotste mich das Navi in eine Seitenstraße. Der asphaltierte Weg wurde immer schmaler. Ich blieb stehen, weil mir das Ganze suspekt vorkam, als ein anderes Auto an mir vorbei fuhr. Ok, dann eben hinterher. Das Auto war leider nicht mehr zu sehen, aber ich fuhr den Weg weiter. Da Vorne war das Freibad schon zu sehen, und der Parkplatz. Wir waren fast da. Die Freude währte nur kurz, denn plötzlich stand ich vor einer Schranke, die sich nicht öffnete. Die Badegäste liefen dahinter vorbei und guckten mich verdattert an. Ich guckte verdattert zurück. Es gab keine Möglichkeit zu wenden und auch nicht um die Schranke herumzufahren. DAS IST JETZT NICHT WAHR.
Ich versicherte Wirbelwind, dass ich gleich wieder da bin, und flitzte zum Kassenhäuschen. Die Kassiererin war sehr nett und schien mein Anliegen nicht das erste Mal zu hören. Sie wollte jemanden schicken. Zurück zum Auto schaute ich in das verrotze und verheulte Gesicht von Wölkchen. Klar gefiel es ihr so überhaupt nicht, dass ich ihr Sichtfeld verlassen hatte. Irgendwann kam ein Herr und schloss uns die Schranke auf. Ich bedankte mich demütig und suchte einen schattigen Parkplatz.

Entspanntes Baden? Öhm…

Das Geheule ging leider weiter. Ich setzte Wölkchen in den Buggy – sie heulte. Ich setzte sie auf die Decke – sie heulte. Ich zog ihre Badesachen an – sie heulte. Ich setzte sie ans Kinderbecken, sie – planschte!. Geht doch. Während Wirbelwind die Rutsche unsicher machte, schaute ich Wölkchen zu, wie sie mit den Beinen strampelte und bei jedem Spritzer in ihr Gesicht vor Verzückung japste. Auch am Strand schaufelte sie lange und konzentriert Wasser in ihren Eimer (siehe Titelbild).
Dann plötzlich war es vorbei. Sie weinte und weinte und ich trug und trug sie mit mir herum. Eine kurze Auszeit gab es, als wir uns Pommes holten, ehe die Sturzbäche weiter liefen. Sie kuschelte sich an mich und ich merkte, dass sie sehr heiß war, obwohl Hände und Füße kühl waren. Hatte sie sich bei Wirbelwind angesteckt? Immer wieder kletterte sie in ihren Buggy und ließ sich Nuckel und Tuch geben. So schnullerte sie vor sich hin, schaute in der Gegend herum und kam zur Ruhe.

Wettlauf gegen die Zeit

Irgendwann traten wir den Heimweg an. Ich hatte Bedenken, dass Wölkchen auf der Heimfahrt eindöst. Doch die waren unbegründet. Ich hätte mich besser auf ein anders Subjekt konzentrieren sollen. Denn Wirbelwind meinte plötzlich: „Ich schlafe gleich ein“. Ich fing daraufhin an loszuplappern und ihre Aufmerksamkeit auf die Straße zu lenken. Irgendwann stellte ich fest, dass ich einen Monolog ins Leere führte. Wirbelwind war eingeschlafen und durch nichts mehr zu wecken. Auch nicht von mir, als wir das Auto geparkt hatten. Auch nicht von Wölkchen, die neben dem Auto stand und beim Anblick des schlafenden Kindes mal wieder losheulte. Auch nicht vom Papa, der schließlich herunter kam und sie hinauf in ihr Bett trug. Erst als Wölkchen dann im Treppenhaus mit ihrem Köpfchen gegen das Geländer stieß und in der Wohnung immer noch bitterlich weinte, hob Wirbelwind ihren Kopf vom Bett. Einige Minuten später stand sie auch tatsächlich wieder auf.

Hitziges Ende

Nachdem sich Wölkchen beruhigt und an mich gekuschelt hatte, entschlossen wir dann doch, sie ins Bettchen zu stecken. Zuvor steckten wir noch ein Thermometer in ihren Pops. 39,5 Grad. Das ist wohl die passende Zahl zum Tag.
So, und nun entschuldigt mich, mein linker Arm möchte bereits schlafen gehen. Er hatte heute viel getragen.
Eure Wiebke

Nachtrag: Als ich am nächsten Tag aus dem Bett stieg, wurde ich schmerzlich daran erinnert, dass ich eine kleine Anekdote vergessen hatte zu berichten. Ja, bei all den anderen Ereignissen erschien mir ein Wespenstich plötzlich nicht mehr so wichtig. Eine Wespe dachte sich gestern im Bad scheinbar, dass es ein schöner Tag zum sterben ist und stach mir in den großen Zeh. Heute kann ich kaum laufen, so angeschwollen ist er. Na prima. Dafür geht es Wölkchen besser. Sie hat heute morgen lange geschlafen und mit normaler Temperatur erwacht.

3 Comments

  1. 25 August 2016 at 8:29 pm

    Na Gott sein Dank, alles wieder gut. Hoffentlich Dein Stich auch!?!

    • 26 August 2016 at 8:04 am

      Nein mein Stich leider noch nicht. Zeh dick und ich humpel so durch die Gegend. Aber zum Glück ist Sandalenwetter 😉

  2. 31 August 2016 at 9:32 am

    Ein sehr interessanter Blog! Danke!
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