7 Entspannungstechniken – von Kindern für Eltern

Hach von Kindern kann man noch so viel lernen. Seinen ureigenen Bedürfnissen zu folgen, beispielsweise. Dazu zähle ich auch die Fähigkeit, sich ins Spiel zu vertiefen und sich ganz seinen hedonistischen Gefühlen hinzugeben. Dann driften Kinder in eine parallele Welt voller farbiger Regenbögen ab. Zeit ist unwichtig. Was zählt ist das Hier und Jetzt. Wann haben wir Erwachsene das verlernt?

Aber ich bin mir sicher. Es ist nicht zu spät. Wir können diese Entspannungstechniken spielerisch wieder erlernen. Um dies zu schaffen, habe ich für Euch einmal die klassischen kindlichen Spiele zusammengesucht, die uns Erwachsene aus unserem stressigen Alltag abholen, abschalten lassen und neue Kräfte tanken lassen können. Aber lest selbst und lasst Euch inspirieren…

1. Mit Wasser planschen

Die Kinder machen es tagtäglich am überquellenden Waschbecken vor: fasziniert lassen sie das Wasser durch ihre Finger rinnen, befüllen Becher, kippen den Inhalt in ein weiteres Gefäß um und fangen wieder von vorne an. Zeit ist Schall und Rauch. Aber statt wir Eltern einfach mitmachen und uns von den Kindern anstecken lassen, schauen wir auf den Wasserzähler und sind gar der Spielverderber, der den Wasserhahn wieder zu dreht. Dabei könnte genau das für uns Erwachsene die Lösung sein, um vom verflixten Alltag einmal abzuschalten. Förmchen unter das Wasser halten, gerne auch Küchensieb oder Kaffelöffel, und den überraschenden Fließbewegungen folgen. Das ist immer noch billiger, als eine Sitzung beim Therapeuten. 😉

2. Lego spielen

Mittlerweile sind die kleinen bunten Steckbausteine in fast jedem Familienhaushalt zu finden. Für Eltern ist es daher ein Leichtes, sich dieser „Entspannungstechnik“ zu nähern. Ganz ohne Plan, einfach wild drauflos stecken, das ist das Wichtigste daran. Denn ein Plan kann scheitern und das frustriert. Und dies ist hier eben nicht das Ziel. Ohne Erwartungen Stein auf Stein setzen, so wie es oftmals Kinder auch tun. Und am Ende kommen zuweilen ganz wundersame Gebilde heraus. Abschalten und dabei auch noch etwas Schaffen. Das ist doch wunderbar.

3. Sand kämmen

Die Kinder auf dem Spielplatz machen es vor. Stundenlang können sie im Sandkasten sitzen und Sandkörnchen von einer Form in die andere umfüllen. Ganz hypnotisiert starren sie auf die Fließbewegung der winzigen Partikel. Und wenn man ganz genau hinschaut, dann entdeckt man im Sandkasten auch die Eltern, die bereits genau diese Tätigkeit für sich entdeckt haben. Sie sitzen am Sandkastenrand, den Rechen in der Hand und kämmen ganz unbewusst den Sand von einer in die andere Richtung, während sie sich angeregt mit anderen Eltern unterhalten.

4. Bügelperlenbilder machen

Nun kommen wir zu einer Tätigkeit, die für Viele wahrscheinlich längst in Vergessenheit geraten ist: die Bügelperlenbilder. Wer hat sie nicht gemacht, die Untersetzer aus bunten Bügelperlen, die dann mit dem Bügeleisen malträtiert oder im Ofen gebacken wurden? Im gut sortierten Spielzeugladen sind sie auch heute nicht mehr wegzudenken.

Und auch hier sehe ich deutliches Entspannungspotenzial: die gewünschte Form auswählen, Bügelperlen auflegen und in die einfache, aber so effektvolle Arbeit versinken. Die vielleicht unproduktive Woche auf Arbeit ist vergessen. Denn schon nach wenigen Minuten kann man etwas richtiges in den Händen halten: einen selbst gemachten Untersetzer. Wenn das nichts ist!

5. (Aus-)Malen

Ausmalbücher für Erwachsene gibt es inzwischen seit einiger Zeit auf dem Markt. Auch hier hat man sich an dem spielerischen Wünschen der Kinder orientiert. Mit bunten Stiften Bilder malen und ausmalen, das entspannt und bietet kurzweilige Ablenkung. Es lässt sich überall mit hinnehmen und ist damit sogar unterwegs, beispielsweise im Warteraum einer Arztpraxis der ideale Begleiter.

6. Seifenblasen pusten

Seifenblasen gibt es bereits für 50 Cent. Der Effekt ist jedoch unbezahlbar. Die Kinder machen es vor. Sie lieben es die Seifenblasen zum Leben zu erwecken, ihnen beim Fliegen, Tanzen und Zerplatzen zuzusehen oder gar selbst zu haschen. Sie fangen sie auf, pusten sie erneut herum und schauen ihnen auf einer Windböe forttreibend hinterher. Abdriften in eine bunte Welt voller Leichtigkeit, wenn das nicht entspannt. Zumindest so lange, bis die Seifenblase wieder zerplatzt.

7. Kuscheln

Wenn es im Alltagsstress mal zu viel wird und man normalerweise vielleicht die Zähne zusammenbeißen würde, hilft ebenfalls ein Blick auf die Kinder. Wie bauen sie Stress ab? Genau, indem sie sich eine Bezugsperson suchen und kuscheln. Nehmt die Nähe von Freunden und Familienmitgliedern an. Lasst Euch drücken, wenn es Euch mal schlecht geht oder kuschelt Euch an Euren Partner, lieber einmal mehr, als zu wenig. Denn auch der Partner könnte vielleicht die Extra-Kuscheleinheit gebrauchen.

Und nun legt, los, habt Spaß, lasst Euch treiben!

3  …   2  …   1  …   Entspannung!!!

Eure Wiebke

3 Comments

  1. 27 Juni 2017 at 10:01 am

    Hihi, sehr schön 😉 Natürlich nicht zu vergessen die 8.: Bücher ruhig mal öfter (hintereinander lesen): Warum mit ständig neuen Geschichten und Informationen überladen? Warum Geld für neue Bücher verschwenden? Warum auf die Folter spannen, wie eine Geschichte wohl ausgeht? Da ist es doch so viel entspannter, einfach mal ein Buch mehrmals, am besten direkt hintereinander, zu lesen und dabei Bilder, Handlung und Charaktere so richtig zu durchleuchten und immer wieder neue Details zu entdecken…

    • 27 Juni 2017 at 2:02 pm

      Das ist gut! Wiederholung statt aufregendes Neues. Nicht nur bei Büchern, sondern auch bei Liedern und Hörspielen 😉 Und der Spareffekt ist nicht zu verachten 😛

Ich freue mich über einen Kommentar

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