13 Gründe, warum Wölkchen ein richtiges Mädchen ist

Auch wenn Wölkchen ein Mädchen ist, bekommt sie alles, was die Farbpalette hergibt, angezogen. Noch kann sie da nicht reinreden. Beim Spielzeug bieten wir ihr alles an, von Puppen bis Autos. Aber – im Unterschied zu Wirbelwind – zeichnen sich doch allmählich Details ab, die darauf hindeuten, dass in ihr ein echtes Mädchen bzw. eine kleine Prinzessin steckt. Oder auch eine gute Hausfrau.
Bevor hier Proteste aufkommen, sei dezent darauf hingewiesen, dass dieser Beitrag Spuren von Ironie enthalten könnte 😉

Darum ist Wölkchen ein richtiges Mädchen

  1. Sie ist empfindlich. Seeeehr empfindlich. Bereits nach ein paar Wochen stupste sie sehr gerne ihr Näschen an meine knochige Schulter, was mit viel Geheulte kommentiert wurde. Da konnte die Berührung noch so zart gewesen sein. Dass die Zähne seit der 10. Woche in ihrem Mund arbeiten und drücken, das haben wir auch aus erster Hand erfahren. Die Prinzessin auf der Erbse ist nichts dagegen. Wölkchen hätte den Erbsentest wohl auch mit einem Sandkorn bestanden.
  2. Sie mag es überhaupt nicht, wenn Rotze aus ihrer Nase läuft oder sie klebrige Finger hat. Sofort wird an der triefenden Nase herumgewischt oder sie streckt mir die verkleisterten Hände hilflos entgegen, damit ich sie ihr sauber mache.
  3. In den ersten Monaten durfte die Windel nicht zu voll werden, dann wurde nachts nicht weitergeschlafen. Gleiches gilt für das große Geschäft. Wenn es zu fest wird, wird geheult, was das Zeug hält, bis das komische Ding, das sich da in die Windel geschummelt hat, entfernt wird.
  4. Die Flaschenmilch darf nicht zu heiß sein. Gut, da würden auch andere Babys protestieren. Aber Wölkchens Milch darf auch nicht zu kalt sein. Serviert man sie lauwarm, wird ein Schluck gemacht und dieser dann wieder aus dem Mund befördert. Gibt man ihr zwei Minuten später die selbe Milch, diesmal etwas wärmer, verliert sie ihre majestätischen Manieren und gluckert, was das Zeug hält.
  5. Sie macht mit Vorliebe ihre Beine steif. Nicht nur beim großen Geschäft, nein auch wenn sie aufgeregt ist oder genau dann, wenn ich versuche ihre Beine in den Schlafanzug zu packen. „Knick! Knick!“, rufe ich ihr dann zu und versuche vergeblich die versteinerten Beinchen in den Anzug zu stecken. Das sind doch beste Voraussetzungen für eine Ballerina. Oder?
  6. Sobald sie die Küche betritt, steuert sie schnurstracks den Geschirrspüler an. Auch die Waschmaschine findet sie spannend, steckt Dinge hinein oder räumt die Wäsche aus. Beste Voraussetzungen für eine spätere Hausfrauenkarriere.
  7. Sie ist fasziniert von Gesichtern, befasst mein Gesicht sehr genau und streicht mir durch die Haare. Auch Puppen inspiziert sie sehr genau.
  8. Sie mag keine Autos. Ich habe es versucht mit einem O-Ball-Auto, einem kleinen Ü-Ei-Auto, einem Matchbox-Auto und sogar mit einer etwas größeren Ausführung. Aber solange man darauf nicht sitzen kann, ist es für Wölkchen nicht interessant.
  9. Sie liebt Etiketten an der Kleidung. Sie ist also bestens mit Etikette vertraut 😉 Das ist jetzt  nicht sehr logisch, aber ein schönes Wortspiel.
  10. Sie hängt sich mit Vorliebe Gegenstände über den Arm und trägt sie wie eine Handtasche herum (siehe Titelbild).
  11. Diese Gegenstände landen auch gerne mal um den Hals. Wenn sie es geschafft hat, sich den USB-Stick oder das Fahrradschloss um den Hals zu hängen, grinst sie mich stolz an, als würde sie eine Perlenkette tragen.
  12. Sie liebt Cremes. Zwar schwört sie derzeit noch auf die innere Anwendung. Aber irgendwann wird sie schon noch verstehen, dass man sie wohl besser auf die Haut schmiert. 😉
  13. Portemonnaies faszinieren sie. Gucke ich mal nicht hin, greift sie in meine Handtasche und bedient sich. Gekonnt lässt sie das Kleingeld klimpern. Sie übt bereits, den Männern später das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Und was ist mit Wirbelwind?

Interessant ist ja, dass die Große, Wirbelwind, viele Dinge nicht gemacht hat. Sie hatte nachts nicht geweint, wenn die Windel voll war, trank kalte Milch und war auch insgesamt nicht so empfindsam. Dass Zähne auf dem Weg waren, hatten wir erst gemerkt, als sie da waren usw. Der herrlich geknickte Arm, um den USB-Verteiler wie eine Handtasche zu halten, die gestreckten Beinchen, die Bestürzung über die klebrigen Hände oder auch das Umhängen von Gegenständen um den Hals, kannte ich von Wirbelwind so ebenfalls nicht. Auch war Wirbelwind nicht so detailverliebt. Für Etiketten interessierte sie sich überhaupt nicht und ich verhohnte schon die Spielzeugindustrie, die Stoffbücher und Bälle mit zusätzlichen Etiketten ausstattete. „Wozu?“, dachte ich. Heute mit Wölkchen weiß ich es.
Als Wirbelwind älter wurde, zeigte sich, dass sie auch in ihrem Spielverhalten sehr „jungenhaft“ ist. Zwar liebt sie inzwischen Kleider und Nagellack, aber das ist aus meiner Sicht sozial erlernt. Mit 2 1/2 Jahren wollte sie von Kleidern noch nichts wissen. Puppen mag sie gar nicht. Zwar habe ich ihr eine Puppe gekauft, aber die werden nur selten zum Spielen genutzt und verstauben sonst in der Ecke. Meine alten Barbie-Puppen hatte sie letztens nur bespielt, weil ich ich mitgemacht habe. Viel lieber möchte sie beispielsweise Fußball mit den anderen Jungs im Kindergarten spielen. Die lassen sie aber nicht, weil sie ein Mädchen ist. Es ist wirklich verhext. Nun hat sie sich letztens statt einem Hello-Kitty-Schlafanzug ein Superman-Schlafanzug gewünscht. Und gestern sollte ich ihr sogar die Haare kurz schneiden.

Ich finde es spannend, dass sie sich trotz der starken genderdurchtränkten Einflüsse nicht (immer) in eine Schublade stecken lässt, auch wenn ich merke, dass es sie teilweise verwirrt. Beispielsweise hat sie, nachdem sie eine Nacht im Superman-Schlafanzug geschlafen hatte, angemerkt „Das ist ein Jungen-Schlafanzug“. Wenn ich dann sage, dass das sowohl Mädchen, als auch Jungs anziehen dürfen, weiß sie wohl nicht so recht, was bzw. wem sie glauben soll: mir oder den Kindern im Kindergarten, die etwas anderes behaupten. Es ist nicht leicht, gegen die vorgefertigten Meinungen anzukommen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

So, und was heißt das jetzt?

Ich versuche die Worte „jungenhaft“ und „mädchenhaft“ neutral und wertungsfrei zu sehen und nicht an ein Geschlecht zu binden. Wirbelwind ist aus meiner Sicht jungenhaft. Wölkchen mädchenhaft. Denn beide zeigen Interessen und Verhaltensweisen, die in eben die eine oder andere Richtung gehen.
Ich bin gespannt, wie sich die zwei Charaktere in ihren Interessen weiterentwickeln. Werden sie sich angleichen, oder werden sie auch in ein paar Jahren noch diese Differenzierungen zeigen.
Wie ist es bei Euch? Sind Eure Jungs „jungenhaft“ und Eure Mädchen „mädchenhaft“? 
Oder ist es genau anders herum bzw. ein bunter Mix?
Eure Wiebke

4 Comments

  1. 3 Juni 2016 at 8:02 am

    Och süß, eine richtige kleine Prinzessin also 😀 Meine Kleine ist erst 2 Monate alt und bisher sehr pflegeleicht. Mal schauen wie sich das in der nächsten Zeit ändern wird und welches Spielzeug dann ihr liebstes ist.. Puppe oder Auto :p

  2. Tatjana
    Antworten
    1 August 2018 at 1:03 am

    Also meine is eine absolute „Räubertochter“ 😀 Auto’s sind super und auch Fussball spielen mit den Jungs ist supi. Puppen sind nur toll solange man sie in die Badewanne mitnehmen darf um dann zu spielen das sie untergehen 😅

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