7 Privilegien einer kinderlosen Mutter

Privilegien Kinderfreie Zeit

Ich hatte Kinderfrei. Ich durfte einen Abend und einen Morgen ohne Kinder verbringen. Was im Alltag schon gar nicht mehr auffällt, das wird einem in solchen Momenten bewusst: ohne Kinder genießt man doch einige Privilegien, die man mit Kindern einfach nicht hat. In Anlehnung an meine beglückenden Momente in meiner kinderfreien Zeit, habe ich Euch ein paar der bemerkenswertesten Privilegien einmal kurz und knackig zusammen gefasst:

1. Aufwachen, ohne sofort aufzustehen

Wenn ich morgens in meinem kinderbelebten Alltag aufwache, dann in der Regel nicht selbstbestimmt. Vielmehr möchte mir eines meiner liebreizenden Kinder klar machen, dass ich jetzt ganz dringend zu ihm kommen muss. Weil es gekackt hat und abgewischt werden möchte, weil es gepullert hat, weil es auf den Fußboden gekotzt hat, oder einfach weil der Nuckel, der direkt neben dem Kopfkissen liegt, nicht auffindbar ist. Irgendwas ist immer. Und für mich als Mutter steht fest: Wenn ich aufwache, muss ich auch aufstehen.

Genau das wird einem in der kinderfreien Zeit bewusst. Man kann morgens die ersten Sonnenstrahlen durch seine Augenlider scheinen lassen und sich genüsslich noch einmal rumdrehen. Und nochmal. Und nochmal. Herrlich. Der Einzige, der mich dann noch aus dem Bett bekommt, ist der knurrende Magen.

2. Auf der Toilette sitzen, ohne erklären zu müssen, was ich da gerade tue

Bei den Toilettengängen ist es doch so, ähnlich, wie bei den gleich noch beschriebenen Duschvorhaben, dass Kinder einen sechsten Sinn besitzen. Sie können noch so ruhig mit sich beschäftigt sein. Sobald man sich auf die Toilette setzt oder den ersten Schritt in die Dusche vollführt, stehen die lieben Kinder in der Tür.

„Was machst Du da?“

„Wonach sieht es denn aus?“

„Kacken?“

„Warum fragst Du dann, wenn Du es weißt?“

Das Kind geht mit einem Schulterzucken ab.

Kennt Ihr sicher, diese Dialoge, oder? Bitte sagt nicht, dass ich die Einzige bin, die auf der Toilette ihren Stuhlgang erklären muss?!!! Das ist zumindest etwas, das ich mal so gar nicht vermisse, wenn ich kinderfrei habe. Statt dessen einfach mal schweigen und den Geräuschen der Natur lauschen.

3. Beim Duschen kein „Macht bitte die Tür zu“ brüllen müssen

Wenn man nach dem Toilettengang in die Dusche steigen möchte, geht es ja leider weiter. Da hat man den neugierigen Fragenkatalog abgearbeitet und glaubt, in Ruhe das Wasser über seinen geschundenen Körper plätschern lassen zu können, schon ist ein zartes Klicken der Türklinke zu vernehmen. „Maaaamaaaa, meine Schwester kippt gerade das ganze Lego aus!“ oder ähnliche Katastrophen sind daraufhin zu vernehmen. Dann entschwindet das liebe Kinde wieder ins Chaos und hinterlässt eine offene Türe. Erst trubelig, wie auf dem Bahnhof, und dann bleibt der Zug zurück. Und das „Macht mal bitte jemand die Tür zu!“ verhallt im plötzlich so leeren Raum.

Da lobe ich mir doch mein morgendliches Duschen ohne Kinder. Ganz still und mit geschlossener Türe. Damit nichts zieht. Und meinen Mund verlässt maximal der obligatorische Duschgesang.

4. Nach dem Essen Tisch und Fußboden nicht großräumig sauber machen müssen

Frisch entleert und gereinigt geht es nun an den Frühstückstisch. Muss ja wieder was nachgefüllt werden. Mit Kindern ist man bei der Nahrungsaufnahme mehr damit beschäftigt dafür zu sorgen, dass das Essen der Kinderlein im Mund und nicht auf dem Fußboden landet. Dass dies zum Scheitern verurteilt ist, zeigt der abschließende Blick nach unten. Die Frage ist eben nicht mehr, OB etwas hinunter fällt, sondern WIEVIEL.

Ohne Kinder kann man endlich wieder den Toast genießen und – zumindest theoretisch – 20 Mal sein Essen kauen, wie es ja angeblich so gesund sein soll.

5. Beim Autofahren laut fluchend den Verkehr kommentieren

Kommen wir zum Autofahren. Abgesehen davon, dass man sich endlich mal auf den Verkehr konzentrieren kann, bringen die fehlenden Kinderohren noch weitere Vorteile. Es macht doch so viel Spaß, den anderen Verkehrsteilnehmern in seiner geschützten „Nutshell“ seine Meinung zu sagen. Doch mit Kindern an Bord ist das einfach nicht mehr möglich. Schließlich will man ja Vorbild sein, und so. Also wird der Ärger über die anderen Verkehrsteilnehmer heruntergeschluckt oder in kinderfreundliche Worte „umgewandelt“.

Da war es wirklich besonders passend, dass bei meiner kinderfreien Autofahrt der Verkehr etwas stockend war und schön viele Umleitungen den Weg versperrten. So konnte ich die angestauten Flüche der letzten fünf Jahr alle mit einem Mal loswerden 😉

6. Beim Autofahren KEINE Hörspielkassette hören und keine Kinderlieder singen.

Seit Wirbelwind vier Jahre alt ist, hat sie die Hörspiele für sich entdeckt. Und bei jeder, ich wiederhole JEDER Autofahrt, ist ihr erster Griff nicht zum Gurt, sondern zum CD-Player. Doch damit nicht genug. Der zweite Griff geht nämlich zielsicher zum Lautstärkeregler. Wer hat Ihr das eigentlich beigebracht? Also ich war das nicht. Und so darf ich mir das Gedudel tagein tagaus anhören.

Welch ein Segen ist es dann, den CD-Player einfach auszuschalten, sobald man alleine im rollenden Gefährt sitzt. Keine Conny, kein Leo Lausemaus, keine Frau Holle, keine Traktoren oder Feuerwehrsirenen. Einfach Stille. Nun gut, vielleicht wird der Raum dann doch noch mit Tönen gefüllt. Selbstverständlich nicht mit Kinderliedern, sondern mit so Erwachsenen-Kram. Wie früher eben.

7. Auf dem Sofa einschlafen, nicht vor dem Kinderbett

Einschlafbegleitung steht bei uns noch hoch im Kurs. Und da sich Wölkchen ganz besonders viel Zeit lässt, machen wir Eltern gerne mal vor dem Kinderbett unser erstes Nickerchen am Abend. Ohne Kinder kann man das Gebutzel dann ganz zivilisiert vom Kinderzimmer ins Wohnzimmer verlegen und, wie es sich gehört, auf dem Sofa einschlafen. 😛

Ihr seht, so eine kinderfreie Zeit hat ganz besondere Vorzüge. Endlich kann man machen, was man will, wann man will, wie man will und wo man will, einfach weil man es will. Völlige Selbstbestimmung. Und dennoch ist man als Elter am Ende dieser Zeit froh, seine Lieblinge wieder in den Händen zu halten, deren Po abzuwischen, Kinderlieder zu singen und den Boden zu wischen. Verrückt!

Eure Wiebke

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