Ein schöner Tag.

Ein schöner Tag

Herzlichen Glückwunsch zu 5 Jahren #wmdedgt, liebe Frau Brüllen. Zu diesem besonderen Jubiliäum möchte ich es mir nicht nehmen lassen auch von meinem Tag zu berichten. Oft habe ich nicht mitgemacht, weil ich dachte: Ach, so besonders war der Tag nicht. Ich saß die ganze Zeit auf Arbeit. Das interessiert doch Niemanden. Heute möchte ich aber doch von unserem heutigen Tag berichten. Nicht, weil er so aufregend war. Aber weil ich mir später einmal in Erinnerung rufen möchte, wie so ein schöner Tag aussehen kann. Ja, heute war ein schöner Tag.

Der Mann hatte im Gästezimmer geschlafen und ich hatte somit eine erholsame Nacht. Zwar waren es am Ende auch nur etwas mehr als sechs Stunden, aber diese habe ich effektiv genutzt. So gut, dass ich morgens aufwachte, bevor die Kinder durch das Babyfon zu hören waren. Die (nicht gestellte) Wecker zeigte sieben Uhr. Der Mann erschien vor dem Bett und verabschiedete sich auf Arbeit.

Bevor ich den ersten Fuß aus dem Bett setzte, jammerte dann doch Wölkchen durch die Leitung. Eigentlich ungewöhnlich, weil sie sonst zwar morgenmuffelig, aber dennoch gut gelaunt erwacht. Irgendwann waren beide Kinder munter und am Frühstückstisch. Das Essen verlief unspektakulär: Wölkchen nahm sich Joghurt, den sie nicht aufaß, Wirbelwind nahm sich Müsli, das sie nicht aufaß. Und am Ende haben sie mir mein Toastbrot weggefuttert. Also alles wie immer. Wölkchen machte ich noch zwei wunderschöne Zöpfchen. Sie sah damit einfach zum Anbeißen aus. Gefährlich, wenn einem zuvor das Toastbrot weggegessen wurde. 😉

Irgendwann waren die Kinder angekleidet und konnten in den Kindergarten verfrachtet werden. Ich fuhr weiter in die Stadt, wo ich ein Führungszeugnis beantragen musste. Ich bezahlte pflichtbewusst mein Parkticket und watschelte ins Amt. Ich zog mein Ticket und ging sicherheitshalber noch zur Information, um nachzufragen, ob ich mich in der richtigen Abteilung angemeldet hatte. Die Frau am Schalter schaute einmal nach Links und einmal nach Rechts und meinte dann: „Ach hier ist gerade nichts los, ich mache das gleich selbst“. Und schwuppsdiwupps war ich wieder aus dem Bürgeramt draußen, anstatt mich hinter die 40 wartenden Einwohner anstellen zu müssten. Es schien mein Glückstag zu sein. Als ich im Auto saß und gerade losfahren wollte, sah ich, wie ein junger Mann gerade auf den kostenpflichtigen Parkplatz fuhr. Ich bot ihm mein Parkticket an, das ich ja nun nicht mehr brauchte, und er freute sich riesig über das Geschenk. Ich grinste und fuhr auf Arbeit. Dort erhielt ich von einer Teilnehmerin die Auskunft, dass sie nicht kommen kann, weil sie krank ist. Später sagte ein weiterer Teilnehmer ab, weil sein Auto nicht ansprang. Es schien der Tag der Leichtigkeiten zu sein, ein Tag, an dem ich mich nicht sehr anstrengen musste, um ans Ziel zu kommen. Getragen von einem positiven Vorstellungsgspräch am Vortag war die Welt plötzlich ein wenig bunter, freundlicher und freier. Später erhielt ich vom Chef noch weitere Zugeständnisse, die eine letzte Last von mir nahmen. Eine herzliche Umarmung der Kollegin – und ich verabschiedete mich in den Feierabend.

Am Vortag entdeckte ich im Internet ein Haus, das zum Verkauf stand. Ich telefonierte nun mit dem Makler und erfuhr, dass es an einer für mich sehr interessanten Stelle steht. Ich bin aufgeregt. Wäre es nicht toll, wenn sich das Leben an einem Tag plötzlich fügen würde? Zu wissen, wo man hingehört, beruflich und privat?

Ich fuhr in den Kindergarten und holte die Kinder ab. Draußen brauten sich dunkle Wolken zusammen, während die Sonne in meinem Herzen strahlte. Die Kinder alberten herum und waren ausgeslassen. Wir fuhren mit dem Auto nach Hause und machten es uns dort gemütlich, spielten ein paar Spiele, ehe der Mann mit frischer Pizza nach Hause kam. Wir brachen alle Regeln und aßen die Pizza vom Couchtisch und schauten Kinderserien an. Weil es einfach mal sein muss.

Badewanne, Umziehen, Buch vorlesen, Zähneputzen, und schwupps waren die Kinder gegen 19:40 Uhr im Bett. Wölkchens Rascheln war noch eine zeitlang aus dem Babyfon zu hören, wie immer. Sie braucht immer ein wenig, um in den Schlaf zu finden, während Wirbelwind nach ein paar Sekunden eingeschlummert ist.

So saß ich mit dem Mann auf dem Sofa, tippte die ersten Zeilen in den PC und schaute die ersten Minuten von Topmodels, als eine Freundin verkündete, dass auch ihre Kinder (unerwartet früh) schlafen. Ich schnappte mir eine Flasche Sekt und verabschiedete mich vom holden Gatten.

Beschwipst vom Tag schließe ich jetzt diese Zeilen und verschwinde in mein wohlverdientes Bett. Ich hoffe Euer Tag war ebenso erfüllend.

Eure Wiebke

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