„Mama, ich bin ausgeschlafen!“ (Tagebuchbloggen)

Tagebuchbloggen

Ausgeschlafen!

„Mama, ich bin ausgeschlafen!“ tönt es durch das Schlafzimmer. Es ist kurz nach sieben Uhr morgens. Ein Köpfchen guckt aus dem Reisebettchen hervor. Wir sind noch bei den Großeltern zum nachweihnachtlichen Besuch und schlafen daher im selben Zimmer. Ausgeschlafen bin ICH definitiv nicht. Etwas morgenmuffelig brumme ich: „Dann komm` rüber zu mir ins Bett“. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jedes Mal hoffe ich, sie würde bei mir noch mal einschlafen. Und jedes Mal wird meine Hoffnung enttäuscht. Ich bin eben ein unverbesserlicher Optimist. So auch diesmal.

Schlafen Fehlanzeige

Wirbelwind klettert in mein Bett. Sie kuschelt sich ganz eng an mich. Ich drehe mich bewusst nach Außen, um zu signalisieren, dass ich weiterschlafen möchte. Neben mir ist es vier Sekunden ruhig, dann höre ich es wieder rascheln. Ein Bein tritt mich in den Rücken. Und wieder. Und wieder. Ich murmel: „Mach` Deine Augen zu, und schlafe noch etwas“.
Statt dessen reimt sie: „Augen zu… gute Ruh!“
„Hast Du das aus dem Kindergarten?“
„Ja… Augen zu… gute Ruh! Augen zu… gute Ruh! Augen zu… gute Ruh!“
„Schlaf jetzt bitte!“ Mein Ton wird harscher.
Wirbelwind gibt wieder zwei Sekunden Ruhe. Dann hört man es Kratzen.
„Nicht Kratzen!“
„Aber es krabbelt! Mama, eincremen!“
„Nachher, jetzt wird geschlafen!“
Ich schaue zu der sich mal wieder bewegenden Decke. Ein Büschel Haare taucht dahinter auf, dann ein breites Grinsen. Ich gebe es auf muffelig zu sein. Ich kann nicht anders. Ich muss lachen und meinen Wirbelwind ganz fest knuddeln. Sie gackert vor Freude.

Morgengymnastik und Fernsehprogramm

Es wird wieder ruhiger. Sie schaut mich an und fordert von mir „Augen zu!“ Ich mache die Augen zu. „Augen auf!“ Meine Augen öffnen sich. „Super“ lobt sie meine Morgengymnastik.

„Und jetzt Sandmann anschauen! Hier ist der Fernseher!“ Sie hält ihre Hand in die Höhe und zeigt mir Ihre Handinnenfläche, die als Bildschirm dienen soll. Ich schaue brav fern.

Dann bietet sie mir eine neue, imaginäre Decke an. „Ich kauf Dir eine Decke, mit Streifen.“
„Aber die musst Du bezahlen. Hast Du Geld?“
„Nein, aber Möhren.“
Ich lache erneut. „Da brauchst Du aber viele Möhren!“

Keks-Frühstück im Bett

Dann entdeckt sie die Keksdose, die wir von Oma geschenkt bekommen haben. „Kann ich Kekse haben?“ Ich gebe
nach und erlaube ihr welche zu nehmen. Ich drehe mich nochmal um und höre ein lautes Schmatzen. „Du schmatzt aber laut!“ „Nicht ich, der Hase schmatzt“ Ihr Bettbegleiter durfte auch etwas von den Keksen abhaben. Ist ja auch logisch. Möhren sind ja aus. Die hat sie gegen eine Decke verscherbelt.Es wird heller draußen. Ich schaue auf die Uhr und verkünde: „Es ist acht Uhr. Wir können aufstehen!“ „Jaaaa“ ertönt es. Sie springt aus dem Bett. Unsere morgendliche Kuscheleinheit ist beendet. Schade eigentlich.

 

Und die Moral von der Geschicht`

Kind irgnorieren lohnt sich nicht.

Nein im Ernst: weil ich mich auf meinen Wirbelwind eingelassen habe, mich mit ihr unterhalten und mit ihr herumgealbert habe, habe ich die Zeit deutlich wertvoller gestaltet, als wenn ich mich einfach umgedreht hätte und eingeschlafen wär. Jetzt bin ich zwar müde, aber um eine schöne Erfahrung mit meinem Wirbelwind reicher. Und ich habe gemerkt, wie sehr sie bereits von seiner Umwelt wahrnimmt, wieder aufnimmt und in Rollenspielen wiedergibt. Und es ist erst der Anfang! Ich freue mich auf die nächsten morgendlichen Kuscheleinheiten im Bett. Und gelobe weniger Muffeligkeit. Versprochen.

4 Comments

  1. 31 Dezember 2014 at 10:03 am

    Also ich finde sieben Uhr ja eigentlich super! Bei uns kräht das erste Kind oft schon um halb sechs! 🙂

  2. 31 Dezember 2014 at 2:54 pm

    Naja und an Sylvester darf man ja etwas länger schlafen wollen, oder? 😉

Ich freue mich über einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*