Schwangerschaftsdemenz – oder: was wollte ich nochmal machen?

Sie hat mich voll im Griff. Anfangs habe ich noch darüber gelacht, doch nun hat sie mich eingeholt. Und das nicht zu knapp. Die Schwangerschaftsdemenz:
Ich war für ein paar Tage mit Wirbelwind bei den Großeltern. Nun sind wir zurück und einige Dinge haben nun den Besitzer gewechselt. Während meine Stützstrümpfe (zum Glück „nur“ das Ersatzpaar), ein Waschlappen, sämtliche Pixi-Bücher und als krönender Abschluss noch mein Portemonaie bei den Großeltern geblieben sind, habe ich im Gegenzug einfach mal den Zweitschlüssel mitgenommen. 

Das ist wohl die bisherige Krönung meiner – ich nenne es mal – Schwangerschaftsschusseligkeit (das Wort gefällt mir besser, als „Demenz“). Eigentlich bin ich eine sehr gut organisierte Frau, wirklich! Das ist mit meinem Sternzeichen (Jungfrau) ja quasi schon vorprogrammiert. Und auch in der ersten Schwangerschaft fühlte ich mich selten so verpeilt. Aber das Trara mit einem bereits existierenden Kind kombiniert mit der Schwangerschaft scheint dann doch ein Pulverfass zu sein. 

Was ist das eigentlich, Schwangerschaftsdemenz?

In diversen Schwangerschaftsplattformen findet man Hinweise dazu, was eine Schwangerschaftsdemenz ist und – Achtung: – dass diese auch tatsächlich in Studien nachweisbar ist! So wird Schwangeren eine verringerte Wahrnehmung bescheinigt, ein eingeschränktes Kurz- und Langzeitgedächtnis sowie eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Wissenschaftler fanden dabei heraus, dass Frauen, die ein Mädchen erwarten davon stärker betroffen sind als Frauen von Jungs. Grund ist ein spezifisches Hormon, das nur bei Mädchenschwangerschaften gebildet wird. Angeblich hat man sogar nachgewiesen, dass das Gehirn von Schwangeren im dritten Trimester KLEINER wird! Kein Wunder also, wenn unsereins von Vergesslichkeit geplagt ist, und unsere Umwelt das gleich mit ausbaden muss.

Noch mehr Anzeichen meiner Schwangerschaftsdemenz

Mich ereilte diese wundersame Demenz immer wieder, auch zu Leiden meines Arbeitgebers. Auf Arbeit konnte ich mich einfach nicht mehr konzentrieren. Unruhig saß ich am PC, schweifte mit meinen Gedanken immer wieder ab und vergaß dieses und jenes zu erledigen. Ein Dank an dieser Stelle an die lieben Mitarbeiter, die für mich mitgedacht haben.

Im Alltag ging es weiter. Einmal vergaß ich den Schlüssel. Zum Glück war nachmittags der Mann zu Hause und konnte mich reinlassen. Und einmal vergaß ich die Parkscheibe zu stellen, als ich Wirbelwind in den Kindergarten brachte. Zehn Minuten später hatte ich dann das Ticket unterm Schweibenwischer. Sehr ärgerlich. So eine Schwangerschaftsdemenz kann echt ins Geld gehen. Teuer wird es auch, wenn man mit dem Auto zweimal fahren muss, weil man mal wieder etwas vergessen hat, zum Beispiel das Handy auf Arbeit liegen lassen, oder Wurst einzukaufen. 
Und letztens, zum Frühstück, hatte ich vergessen mir ein Messer hinzulegen. Also spazierte ich in die Küche, um mit leeren Händen wieder am Esstisch anzukommen. „Ach ja, das Messer“. Also ein zweites Mal zurück und dann doch noch das Messer geholt. Das nennt sich dann Schwangerschaftssport. 
Und dass ich ständig
vergesse, in welcher Schwangerschaftswoche ich bin, habt Ihr ja
vielleicht schon auf Instagram mitbekommen, wo ich mir glatt mal eine
Woche draufgeschummelt habe. 
Und zu guter letzt vermisse ich seit ca. 3 Monaten meine Kompaktkamera *schnief*. Bilder gibt es daher derzeit nur vom Handy oder – wenn ich sie mal mitschleppe – von der Spiegelreflex. Schade um die Bilder und Videos, die dort noch schlummern. :-/ 

Das sind Eure Erlebnisse zur Schwangerschaftsdemenz

Als ich schon vor einiger Zeit auf Facebook gefragt hatte, wie sich die Schwangerschaftsdemenz bei Euch ausgewirkt habe, bekam ich ein paar sehr lustige Antworten. Genial war die von Zwischen Windeln und Wahnsinn

„Ich
war sowas von vergesslich! Leider so sehr, dass ich alle lustigen
Anekdoten schon längst wieder vergessen habe. Ich fürchte die
Schwangerschaftsdemenz hat mich immer noch voll im Griff!“

Nach der Schwangerschaftsdemenz ist vor der Stilldemenz

Und zu guter letzt noch die schlechte Nachricht: hat man sich die Schwangerschaft über einigermaßen durchgeschummelt, dann geht die Demenz in der Stillzeit gleich weiter. Sonnenschein & Regenschauer schrieb hierzu: 

„Ich
hab im Moment die totale Stilldemenz, in der Schwangerschaft ging es
noch. Ich bin total vergesslich und vergesse mitten im Satz was ich
sagen wollte. Außerdem bin ich so verpeilt. Vor ein paar Tagen hatte ich
Anna (5 Wochen alt) auf dem Arm und hab
aufs Bäuerchen gewartet. Dann wollte ich meinen Mann was fragen und
anstatt der eigentlichen Frage wollte ich wissen, ob er denn schon
Bäuerchen gemacht hat. Mein Mann hat sich weggeschmissen.“
Und was habt Ihr so in der Schwangerschaft vergessen? 

Eure Wiebke

Nachtrag: Herrliche und sehr lesenswerte Beispieler einer Schwangerschaftsdemenz lieferte jüngst auch Manati.
 

5 Comments

  1. 13 April 2015 at 10:21 am

    Hihi, ich dachte auch immer, das sei eine Ausrede und "so schlimm wird das schon nicht sein", bis es mich selbst voll getroffen hat. Meine bisherigen "Highlights" hatte ich hier mal zusammengefasst: http://manatiswelt.blogspot.de/2015/03/Top-10-der-Schwangerschaftsdemenz.html
    Ich hoffe, die Stilldemenz wird nicht ganz so wild, sonst verlege ich noch das Baby =)
    LG

  2. 21 April 2015 at 1:23 pm

    Bei uns bin nicht nur ich betroffen, sondern mein Mann manchmal genauso. Erst letzte Woche waren wir drauf und dran, in eine Toilettenpapier-Krise zu schlittern, weil jeder von uns tagtäglich vergessen hat, welches zu kaufen. Dann wollten wir für unseren Kurzurlaub packen, aber ich bin eigentlich nur wirr hin und her gelaufen und habe auf dem Weg vom Schlafzimmer ins Bad wieder vergessen, was ich dort wollte. Mein Mann nennt mich ganz liebevoll den Schwangerschaftsdussel…

    • 21 April 2015 at 1:29 pm

      Oh das kommt mir soo bekannt vor. Ich bin ja nur froh, dass es Anderen auch so geht wie mir. Und dass Männer manchmal auch mit schwanger sind, kennt man ja. Meiner nimmt während der Schwangerschaft gleich mal mit zu. 😉 Und nun werden sie auch noch dement. Herrlich! 🙂

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