12 Kniggeregeln, nach denen sich unsere Kinder richten – ob wir wollen oder nicht

Kniggeregeln

Mal im Ernst: ich habe ihn zwar noch nicht gesehen, aber irgendwo muss er existieren, der geheime Kleinkind-Knigge, den jedes Kind gelesen zu haben scheint. Denn irgendwie verfolgen sie alle doch die selben Regeln. Es ist ja schön, dass sie den Knigge so artig befolgen, aber irgendwie haben sie da doch im falschen Buch geschmökert.
Zwar konnte ich noch keinen Blick hinein erhaschen, doch ich kann mir schon vorstellen, was in diesem Büchlein so an Verhaltensregeln drin steht. Hier meine Top 10 der Kinderverhaltensregeln …

1. Regel: Kleckern, kleckern, kleckern

Egal ob am Tisch oder unterwegs: jedes noch so scheinbar harmlose Essen oder Trinken ist als Kleckervorlage zu nutzen. Besonders geeignet sind mit rotem Saft gefüllte Becher, Brot mit Schokoladencreme oder wahlweise auch Nudeln mit Tomatensoße. Der Effekt ist umso größer, wenn man gerade ein besonders sauberes bzw. wertvolles Kleidungsstück angezogen bekommen hat.

2. Regel:  Wählerisch sein

Kleidung, die die Eltern ausgewählt haben, ist kategorisch abzulehnen. Sollte das ungeliebte Kleidungsstück dennoch dank hinterhältiger List an den kindlichen Körper gelangen, ist mit Regel 1 weiter zu verfahren.

3. Regel: lustig Reden

Dass man der deutschen Sprache bereits mächtig ist (siehe Knigge lesen), ist den Eltern zu verheimlichen. Dies kann mit lustigen Wortkreationen und Satzbildungen erfolgen, wie „Schupsnudeln“, „Aschenpudding“ oder auch „Luftelong“.

4. Regel: Gesundes Essen ablehnen

Essen, was die Eltern als „gesund“ betiteln, ist kategorisch abzulehnen. In der Regel gehören hierzu alle Gemüsesorten, Vollkornbrote und sonstige ungesüßte Speisen. Der Missmut kann mittels einfacher Artikulation eines „Neins“ erfolgen, oder – je nach Art des Essens – bis zum Ausspucken des Löffelinhaltes über die gesamte Breite des Tisches demonstriert werden.

5. Regel: Süßigkeiten lieben

Im Gegenzug dazu sind mehrmals täglich süße Speisen einzufordern. Eltern können mit den Worten „Naschen“, „Bummbärchen“, „Schokolade“ oder „Kuchen“ darauf aufmerksam gemacht werden, am besten noch vor dem Frühstück, damit dies auch nicht in Vergessenheit gerät.

6. Regel: Ungeduldig sein

Bei Autofahrten gehört es sich, in regelmäßigen Abständen „Sind wir schon da?“ zu rufen. Sollten die Eltern nicht genervt genug gucken, ist dieser Ausspruch in immer kürzeren Abständen zu wiederholen.

7. Regel: Nie alleine schlafen

Das eigene Bett im Kinderzimmer dient nur zu Dekorationszwecken. Sobald man dort zu Bett gebracht wurde und ein paar obligatorische Minuten drin verbracht hat, ist es zwingend erforderlich mit Kissen und Kuscheltieren in das elterliche Bett zu krabbeln und sich dort genüsslich auszubreiten.

8. Regel: Ausräumen

Kommoden, Regale und Schränke mögen es nicht überfüllt zu sein. Daher ist es notwendig alle Inhalte regelmäßig auszuräumen und auf dem Boden weiträumig zu verteilen. Da es Eltern nicht wissen, räumen diese die Sachen immer wieder zurück. Hiervon aber bitte nicht abschrecken lassen. Irgendwann werden sie es verstehen.

9. Regel: Den Willen durchsetzen

Um seinen Willen durchzusetzen helfen bei Eltern keine Argumente. Viel effektiver sind non-verbale Maßnahmen, wie sich voller Inbrunst auf den Boden werfen und lautstark losheulen. Der Effektivitätsgrad wird erhöht, wenn man dies an öffentlichen Schauplätzen, wie Supermärkten, ausübt.

10. Regel: Lautes Spielzeug bevorzugen

Spielzeuge, die als „lernförderlich“ betitelt werden, sind zu meiden. Je leiser ein Spielzeug ist, desto unattraktiver hat es zu sein. Besonders laute, bunte und blinkende Geräte sind hingegen diesen vorzuziehen. Wahlweise tut es auch das Smartphone der Eltern, auch hier lassen sich bunte Spiele aktivieren und laute Geräusche erzeugen.

11. Regel: Bewegungsfreiheit zelebrieren

Bewegung ist wichtig. Daher ist es notwendig vom Esstisch wiederholt aufzustehen, um Spielzeuge zu begutachten oder ein kleines Tänzchen zu vollführen. Auch in Einkaufszentren muss die Bewegungsfreiheit getestet und zwischen den Passanten herumgeflitzt werden. Verzweifelte Rufe der Eltern, bitte an der Hand zu laufen, sind zu ignorieren.

12. Regel: Zuckersüß sein

Um nicht Gefahr zu laufen, auf Grund der oben genannten Punkte doch aus dem elterlichen Haus gestoßen zu werden, ziemt es sich ab und an gegenüber seinen Eltern Liebesbekundungen zu machen und sich niedlich zu präsentieren. Gängige Methoden hierbei sind freuchte Küsschen auf die Wange geben, herzhaft umarmen, „Mama, ich hab dich lieb“ säuseln und schließlich zuckersüß Kichern.

So, alles klar? 😉

Eure Wiebke

9 Comments

  1. 7 Mai 2015 at 1:10 pm

    Hallo Wiebke,

    das ist wahrlich eine schöne Zusammenfassung von Kleinkindregeln.

    Meines kennt sie auch schon alle 😉

    Danke für den Schmunzler.

    Lg

  2. 7 Mai 2015 at 4:55 pm

    Oh nein, wie süß 🙂 Du hast mich echt zum Lachen gebracht 😀 Unser Kleiner ist ja noch nicht im Kleinkindalter, aber Punkt 1 der Kniggeregeln beherrscht er schonmal einwandfrei 😀 Fand es aber auch lustig, dass ich mich beim Lesen deines Posts sofort daran erinnern musste, wie ich selbst als Kind war 😀 Da schien es den Knigge wohl auch schon zu geben 😉

  3. 7 Mai 2015 at 6:46 pm

    Die Regeln scheint mein Kind ausnahmslos auch alle zu kennen! 😀

  4. 8 Mai 2015 at 6:27 pm

    Das kommt mir doch alles sehr sehr bekannt vor 🙂 Ich habe schon immer gedacht irgendwie müssen die Kinder sich absprechen aber deine Knigge hat alles enttarnt 😀 Alles Liebe

  5. Ralu
    Antworten
    5 September 2016 at 2:38 pm

    Das ist ja echt lustig, und wisst ihr was das Beste an der ganzen Sache ist? Wenn die Eltern diesen Baby-Knigge auch lernen, dann koennen sie viel entspannter damit umgehen und darauf eingehen, dann behalten sie ihre Nerven, und die lieben Kleinen vertrauen ihnen. Wenn die Kinder Vertrauen zu den Eltern haben, dann geht das mit dem "Gehorchen" viel besser, schneller und einfacher ueber die Buehne.

Ich freue mich über einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*