10 Zeitfresser – Womit wir Eltern unsere Zeit verbringen

Elternsicht

Da stehe ich an der Badewanne, lasse Wasser hineinlaufen und höre dem lieblichen Plätschern zu. Gleich, gleich würde ich es tun. Gleich geht es los… Nein, ich werde nicht in die Wanne steigen. Ich nehme eine Bürste in die Hand und beginne den eingeweichten Matratzenbezug zu schrubben.

Schon seltsam, womit wir Eltern so unsere Zeit verbringen. Und mal im Ernst: hättet ihr das vor der Geburt Eurer Kinder gedacht? Ich gebe es zu: nein, ich nicht. Zeit also, meine persönliche Top 10 der elterlichen Zeitfresser festzuhalten.

Zeitfresser Wäsche

Wäsche. Das ist dieses textile Zeug, das im besten Fall fein säuberlich gewaschen, gebügelt und geordnet im Schrank oder am Körper sitzt. Im besten Fall. Denn bei uns habe ich das Gefühl, dass sich unsere Wäsche auf dem Fußboden des Kinderzimmers sehr wohl fühlt. Manche seltene Stücke gelangen tatsächlich in den Wäschekorb (elterlicher Zeitfresser Nr. 1), von dort auf wundersame Weise in die Waschmaschine (Zeitfresser Nr. 2) und von dort wie von Zauberhand auf den Wäscheständer (Nr. 3). Und nein, wir haben keinen Wäschetrockner. Kinderliche Söckchen dürfen dann hier beim Zeitfresser gerne nochmal besonders gewichtet werden.

Tja, und dann gibt es die Spezialfälle, die irgendwie gar nicht so spezial sind, sondern doch häufiger vorkommen, als man erwarten könnte: die Sonderwäsche. Wenn man Glück hat, passen manche eingepullerten Decken in das Maschinchen. Viele Dinge, wie den oben erwähnten Matratzenbezug unseres Elternbettes eben leider nicht (passiert dem saubersten Kind auch mit vier Jahren eben noch ab und an). Und schwubbdiwupp sind wir schon bei Nr. 4 unserer elterlichen Zeitfresser.

Zeitfresser Taxifahrten

Das waren noch Zeiten, als wir nur für unsere eigenen Termine zuständig waren. Wir mussten lediglich sehen, dass wir es pünktlich zur Uni, zum Arbeitgeber oder abends in die Bar schafften. Heute jonglieren wir wie ein Oktopus mit den Terminen um uns, und die acht Arme scheinen da bei Weitem nicht auszureichen: morgens das eine Kind in den Kindergarten bringen, das andere in die Schule, dann auf Arbeit. Nachmittags das gleiche Spiel rückwärts. Wenn es doof kommt, karrt man dann Kind 1 zur Musikschule, um dann Kind 2 durch die halbe Stadt zum Sportverein zu bringen, Kind 1 am anderen Ende der Stadt wieder abzuholen und dann Kind 2 noch aufzugabeln. Der Tag ist um und man hat, ehe man sich versieht 30 Kilometer verfahren und – wenn man gut war – nicht bzw. niemanden irgendwo vergessen (großer Zeitfresser Nr. 5).

Ein Hoch auf diejenigen, die abends die gleiche Anzahl von Kindern ins Bett bringen, wie sie morgens in den Tag entlassen haben.

Zeitfresser Aufräumen, Wischen und Co.

Nun gut, unterwegs können die Kinder wenigstens nicht so viel Unheil anrichten. Denn zu Hause sieht das ganz anders aus. Wusstet Ihr, dass Kinder binnen zwei Minuten die Arbeit von Stunden zerstören können? Ach wem sag ich das. Natürlich wusstet ihr das. Ich erkläre es dennoch den Glücklichen unter Euch, bei denen es anders zu sein scheint. Auch wenn diese Gruppe wahrscheinlich verschwindend gering ist.

Aaaaalsoooo… So ein bisschen Ordnung ist ja ganz schön. Wenn man im Kinderzimmer einen Gang zum Laufen hat, wo man nicht auf spitze Spielsachen tritt. Wenn man unter dem Esstisch kein halbes Biotop züchtet oder das Sofa tatsächlich als Sitzgelegenheit nutzbar ist. Nun gut. Das bedeutet Arbeit. Hierbei sind wir Eltern mit zwei Herausforderungen konfrontiert:

Zum Einen lassen sich Kinder wirklich ganz reizende Aufgaben für uns einfallen: Knetschleim auf der Heizung ablegen gehört hier zu meinen persönlichen Highlights. Aber auch die Tatsache, dass mehr Zahnpasta im Bad verteilt ist, als im Mund gelandet sein kann, ist jeden Tag wieder erstaunlich. Hier sind die Kinder tatsächlich beratungsresistent. Von den täglichen Kleckereien am Esstisch oder Stiftspuren auf Möbel und Fußboden ganz zu schweigen (Zeitfresser Nr. 6).

Zum Anderen ist die Reinigungsaktion immer ein Spiel gegen die Zeit. Immer. So schnell kann man gar nicht aufräumen und sauber machen, wie die Sachen wieder durcheinander gebracht werden . Ich muss zugeben, dass ich es deshalb in vielen Dingen inzwischen einfach lasse. Es gibt dann genau 2 Anlässe, wo so richtig aufgeräumt wird: wenn sich gehobener Besuch ankündigt (Schwiegereltern zum Beispiel), und …. äh. Nein ich korrigiere, es gibt nur einen Anlass (Zeitfresser Nr. 7).

Besonders schön, jetzt nur Reisezeit ist es ja, wenn man alle Sachen so schön zusammengepackt, alles fein säuberlich im Flur gestapelt hat und die Kinder dann genau DIE Dinge brauchen, die sie dort irgendwo in den Koffern, Taschen und Beuteln herauslugen sehen. Jedes Mal!!! Sisyphos` Aufgabe war ein Scheiß dagegen.

Zeitfresser Körperhygiene

Darauf zu achten, dass das Kind halbwegs sauber das Zuhause verlässt bzw. ins Bett geht, ist ein nicht zu unterschätzender Zeitfresser (Nr. 8). Das Kind abduschen oder besser gleich baden, wenn es sich als Baby von oben bis unten vollgekackt hat, war mein erster Kontakt mit dem Thema. Das lässt auch später nicht nach, wenn die Kinder herausfinden, wie schön matschig es wird, wenn man Wasser und Erde mischt.

Aber damit es nicht langweilig wird, gibt es die Körperhygiene „to go“. Da denkt man, die Kinder sind auf dem Spielplatz gut versorgt und man kann mal für ein paar Minuten die Beine lang machen, da kommt das Jüngste bereits wieder angeflitzt (mal im Ernst, die haben da doch einen Riecher, oder? „Die Mama guckt so enspannt, komm, lass uns was Schönes für sie einfallen, nicht dass sie sich noch langweilt!“) Und dann darf man das Liebste an den Baum halten, weil es ganz dringend pullern muss, obwohl man es eben noch zu Hause auf die Toilette gesetzt hat. Glück, wenn es dann nur ein kleines Geschäft ist… (Nr. 9).

Zeitfresser Fitzelkram

Gesondert aufführen möchte ich abschließend noch den Fitzelkram-Zeitfresser. Was das ist, fragt Ihr Euch? Nun ja: hier sind alle die Dinge gemeint, die wir machen müssen, dürfen, wollen, weil unsere Kinder irgendwas durcheinander gebracht haben bzw. etwas dort hingelangt ist, wo es nicht hingelangen sollte: Kaugummi im Haar, eine Rundbürste als dekorierendes Element ins Haupt verwurschtelt, Haargummis entfitzeln, die mehr Haar als Gummi sind, und nicht zu vergessen dekorierende Kinderzimmerelemente wieder in ihren Ursprungs-Soll-Zustand versetzen, wie Lichterketten oder Dekogirlanden (ja ich weiß, selber Schuld). Ich sage mal so: manchmal denkt man: nun gut, die Haare wachsen vielleicht schneller wieder nach, als ich da jetzt dran sitze, das Ganze wieder auseinanderzuklamüsern. Aber manchmal versucht man es eben trotzdem, den Kindern zu liebe (Zeitfresser Nr. 10).

 

Und dann wundert man sich, wo denn der Tag schon wieder hin ist und was man den ganzen Tag so getrieben hat. Jetzt wisst ihr es.

Habt Ihr noch andere persönliche elterliche Zeitfresser?

Eure Wiebke

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10 elterliche Zeitfresser

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