Die Entwicklung (m)eines Babys im ersten Monat

Heute vor einem Monat hielt ich Wölkchen zum ersten Mal in den Händen. Nach einer komplikationslosen Geburt folgten Tage der Umgewöhnung, der Zweifel, aber auch des Glücks. Wir mussten uns als Familie neu finden, und ich in meiner Rolle als (dauer-)stillende Mutter. Wie sich unser Wölkchen im ersten Monat entwickelt hat, das möchte ich Euch heute verraten. Bevor ich auf Wölkchens Entwicklungen zu sprechen komme, gibt es einen kurzen Abriss, wie es denn so nach „Lehrbuch“ aussehen sollte.

Motorische Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Das Baby besitzt diverse Reflexe. Beim Suchreflex sucht das
Baby die Brustwarze, der Reflex kann ausgelöst werden, indem man die Wange,
Lippe oder Mundwinkel berührt, dann dreht es den Kopf zur berührten Seite. Der
Saugreflex wird ausgelöst, sobald der Mund die Brustwarze umschließt. Der
Schluckreflex setzt ein, sobald die Milch den hinteren Teil der Zunge berührt. Die
Hand ist häufig geschlossen, zur Faust geballt. Berührt man seine Hand, öffnet
es die Faust und schließt diese auf Grund des Greifreflexes um den Finger. Auch
an den Füßen ist der Greifreflex zu beobachten. Der Moro-Schreckreflex bewirkt,
dass das Baby, wenn es erschrickt, zunächst Kopf nach hinten wirft und seine
Gliedmaßen ausstreckt und dann diese über Bauch und Brust hält.

In Bauch- und Rückenlage dreht das Baby automatisch den Kopf
zur Seite. Es bewegt seinen Kopf in Richtung eines Geräusches.

Entwicklung von Wölkchen

Die genannten Reflexe und Entwicklungen zeigt auch Wölkchen
im ersten Monat. Der Greifreflex lässt inzwischen nach. Meinen Finger umschließt sie nur noch, wenn sie Bock drauf hat. Besonders süß ist der Moro-Schreckreflex, wenn sie ihre Ärmchen nach außen streckt. Das zeigt sie auch im Schlaf, oder wenn ich sie zu unsanft auf das Stillkissen hiefe (wird ja auch nicht leichter, die Maus!).

Wenn die Windel besonders voll ist, kann sich Wölkchen zudem
bereits zur Seite drehen 😉 Das macht sie insbesondere dann, wenn sie unruhig
ist und meine Brust sucht.

Sensorische und psychische Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Der Geschmacks- und Geruchssinn sind gut ausgebildet Es
erkennt seine Mutter am Körpergeruch. Das Baby kann sehr gut Geräusche
unterscheiden und unmittelbar nach der Geburt die Stimme der Mutter von anderen
Stimmen unterscheiden.

Das Baby sieht auf ca. 20 bis 25 cm Entfernung recht gut,
insbesondere wenn die Motive kontrastreich sind. Nähere und weiter entferne
Gegenstände bleiben verschwommen. Es weiß noch nicht, dass es eine
eigenständige Person ist.

Etwa 75 % der Zeit schläft das Baby, den Großteil davon
macht der REM-Schlaf aus (Rapid Eye Movement). Der Übergang von Tiefschlaf, zu
leichten Schlaf, zu Wachphasen erfolgt oft abrupt. Im Schlaf lächelt das Baby.
Dieses „Engelslächeln“ erfolgt noch ganz unbewusst.

Entwicklung von Wölkchen

Haha, 75 Prozent der Zeit schläft das Baby. Ich biete eine
50, dann stimmt es. Nachts schläft sie regelmäßig zwischen 4 und 6 Stunden am Stück, trinkt dann etwas und schläft weiter. Einmal haben wir sogar 7 1/2 Stunden geschafft. Allerdings ist sie dafür tagsüber viel wach. Sie schläft ein bis zweimal etwas länger, ansonsten nur ganz kurze 15 Minuten an der Brust oder im Kinderwagen. In der Summe kommen wir vielleicht auf 13-14 Stunden Schlaf am Tag.  
Der REM-Schlaf
ist bei Wölkchen, wie auch damals bei Wirbelwind, deutlich zu sehen. Wenn sie
die Augen halb geöffnet nach oben dreht, so dass nur noch das Weiß zu sehen ist,
dann wissen wir: sie ist wieder eingeschlafen. Und auch zu träumen scheint sie
schon. Die meiste Zeit träumte sie scheinbar vom Trinken. Dann spitzte sie die
Lippen und öffnete den Mund. Manchmal weinte sie auch im Schlaf, zeigt eine
Grimasse, atmet schnell und manchmal stößt sie auch einen kurzen Schrei aus.

Die Wahrnehmung
von Wölkchen hat sich in der vierten Woche sehr stark verändert. Sie fixiert
mein Gesicht, das bunte Kissen oder das Bild über dem Sofa sehr genau.

Wölkchen kann sehr gut kommunizieren,
auch wenn es unbewusst erfolgt. Wenn sie beispielsweise Hunger hat, zeigt sie –
bevor sie schlussendlich schreit – folgende Verhaltensweisen:

  • Lutschen
    an den Fingern
  • Krümmen
    des Rückens nach hinten
  • wildes
    Gestikulieren mit den Händen (wenn sie nicht gerade im Mund sind)
  • starkes
    Strampeln mit den Beinen
  • Öffnen
    und Schließen des Mundes, wie ein Fisch auf dem Trockenen

Nach vier Wochen zeigte Wölkchen erstmals ein Lächeln. Sie verzog die Mundwinkel
leicht nach oben. Es war allerdings so schwach angedeutet, dass man es nur
erahnen konnte. Heute dann war es eindeutig: sie strahlte meine Brust an. Mein
Gesicht wäre mir lieber gewesen 😉

Ich weiß noch, dass Wirbelwind damals bereits nach 25 Tagen
das erste Lächeln präsentierte. Dort gluckste sie sogar dazu, das macht
Wölkchen noch nicht.

Körperliche Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Das Neugeborene muss sich insbesondere in der ersten
Lebenswoche zunächst der neuen Umwelt anpassen, speziell hinsichtlich
Temperaturregulation, Nahrungsaufnahme und Verdauung. In dieser Anpassungszeit
verliert das Baby bis zu 10 Prozent seines Geburtsgewichts. Innerhalb von 2 bis
3 Wochen wird dieses Gewicht wieder aufgeholt. Das Baby nimmt zwischen 150 und
200 g pro Woche zu. Daseinen ist anfangs tränenlos.

Entwicklung von Wölkchen

Wir starteten mit 50 cm Körpergröße und einem Gewicht von
3400 g. Innerhalb von fünf Tagen sank ihr Gewicht auf 3160 g, stieg anschließend aber wieder an. Am Ende des ersten Monats war sie fast ein Kilogramm schwerer als zum Tiefststand (4100 g). Zudem ist sie um 7 cm gewachsen. Das heißt sie misst nun 57 cm. Das Köpfchen ist um 2 cm auf 35 cm
gewaschen. Die erste Träne gab es nach vier Wochen.

Zum Vergleich: Wirbelwind startete damals mit 53 cm und 3500 g und hatte am
Ende des Monats ebenfalls 57 cm allerdings nur 3900 g gemessen. Das Köpfchen legte einen Zentimeter, auf ebenfalls 35 cm
zu.

 

Wölkchens „Steckbrief“ zum Ende des 1. Monats

Eure Wiebke

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