Der neunte Monat – Auf und davon

Auf die Minute genau vor neun Monate wurde Wölkchen geboren. Neun Monate hat sie zunächst meinen Bauch von Innen gesehen. Neun Monate nun von Außen. Neun Monate hat sie die Welt erkundet, mit ihren Möglichkeiten. Und immer mehr öffnen sich Augen und Herz für die kleinen und großen Dinge um sie herum. Sie blüht auf, fängt an ihre Welt zu begreifen und zu verstehen. Und sie beginnt immer mehr mit mir zu interagieren. Eine schöne Zeit.
Doch gucken wir uns zunächst an, was sich im neunten Monat getan hat… 

Motorische Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Babys beginnen nun vorwärts zu robben: mit gebeugten Unterarmen zieht es den Körper auf dem Ellbogen nach vorne. 90% der Babys können in der 39. Woche vorwärts robben.
Es versucht über die Seitenlage in Sitzhaltung zu gelangen. Und hält man ihm zwei Finger hin, so wird es sich daran hochziehen und selbst in die Sitzposition bringen. Es kann sich im Fersensitz auf die gestreckten Arme und Hände stützen.
Ende des neunten Monats macht es Versuche, sich aufzurichten und in den Kniestand zu gelangen. Im Stehen gehalten, versucht es die ersten Schritte, wobei die Fußsohlen voll belastet werden.

Mit 9 Monaten beginnen Babys Gegenstände mit Daumen und Zeigefinger im „Scherengriff“ zu nehmen. Der Scherengriff ähnelt dem späteren Pinzettengriff, nur dass die gesamten Finger, nicht nur die Fingerspitzen zum Greifen benutzt werden. Es greift nach Spielzeug, das man vor ihm in einen Kasten legt.
Hält man ihm eine Tasse hin, wird es versuchen, sie zu halten.

Entwicklung von Wölkchen

Im neunten Monat ist grobmotorisch so viel passiert. Zunächst fing Wölkchen an immer öfter in den Vierfüßler hochzugehen. Dann zog sie sich mühevoll nach Vorne, fing also an zu robben. Dann schaffte sie es, sich in die Sitzposition zu bringen, und plötzlich krabbelte sie vor uns her. Und das Ganze in vier Wochen! Der Wahnsinn, wie schnell das ging! 
Das Hinsetzen geschah übrigens NICHT über die Seitenlage. Die ungewöhnliche Hinsetztechnik könnt Ihr hier im Video anschauen:

Ein von Wiebke | German Blogger (@verflixteralltag) gepostetes Video am 24. Feb 2016 um 3:56 Uhr

Wenn man sie hinstellt, versucht sie nicht zu Laufen. Dafür müsste man ja erstmal die Sohlen voll belasten. Aber sie steht immernoch auf den Zehnenspitzen. Dafür zieht sie sich in den Kniestand hoch. Es ist auch einfach zu spannend, was da auf dem Sofa abgeht. Man könnte ja verpassen, wie Mama die nächste Masche häkelt ;-P

Und schließlich geht sie noch in den „richtigen“ Vierfüßler hoch. Das heißt sie steht nicht nur auf Händen und Knien, sondern auf Händen und Füßen und streckt dabei den Po in die Höhe. Ich habe es versucht zu fotografieren, aber war etwas spät am Auslöser. Das ist dabei herausgekommen:

Auch feinmotorisch ist viel passiert. Den Pinzettengriff beherrschte Wölkchen ja bereits im achten Monat. Auch eine Tasse versucht sie zu halten. Allerdings darf da kein Wasser enthalten sein. Denn das würde sie sich sofort schwungvoll ins Gesicht klatschen. Bei der Schnabeltasse kapiert sie noch nicht, dass sie sie anheben muss, damit etwas herauskommt. Wenn man ihr nicht hilft, saugt sie solange Luft, bis die Schnabeltasse zu implodieren droht. 😉  
Sie liebt es, Spielzeug aus einer Kiste herauszutun oder Türme umzuhauen. Hierbei geht sie inzwischen sehr effektiv vor und kippt einfach die Kiste um. Ich bin den halben Tag damit beschäftigt die Kisten wieder einzuräumen oder Türme aufzubauen. Sisyphos hätte seine Freude. 
Was noch? Ach ja, sie winkt und klatscht in die Hände. Wenn sie fertig getrunken hat beispielsweise, batscht sie ihre kleinen Händchen aufeinander.
Und dann entstehen eben so lustige Situationen, wie folgende:

Auch schlägt sie Gegenstände gegeneinander oder klopft auf den Tisch. Der Schlagzeugkarriere steht nichts mehr im Weg.

Und noch zu erwähnen ist, dass sie sich die Mütze vom Kopf zieht. Im Winter ist das allerdings keine so praktische Eigenschaft.

Sensorische und psychische Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Das Baby hat gelernt, dass es seine Stimme in verschiedenen Tonlagen einsetzen kann. Das Plappern wird immer abwechslungsreicher und das Kind lallt Silben hintereinander. Es interagiert dabei auch mit Erwachsenen, d.h. es erwidert eine Unterhaltung mit Brabbel-Lauten, solange man es ansieht und direkt anspricht. Es versteht einfache Aufforderungen, schüttelt den Kopf als „Nein“. Es bildet erste Wörter durch Silbenverdopplung wie „Mama“ oder „Papa“.

Es fängt nun an, Personen als Mittel zum Zweck zu benutzen, zum Beispiel um ein Spielzeug zu bekommen, an welches sie selber nicht herankommen.

Am Ende des neunten Monats verstehen Baby zudem die Zeigegeste des Erwachsenen: wenn man auf einen Gegenstand zeigt, schaut es nicht mehr auf den Finger, sondern das anvisierte Objekt.

Entwicklung von Wölkchen

Nein, sie versteht die Zeigegeste noch nicht. Sie starrt einfach auf den Finger, wenn man ihr etwas zeigt. Und starrt. Und starrt. 

Aber auf den Mund gefallen ist sie dafür nicht. Irgendwas kommt immer dort heraus, wenn nicht gerade gesprudelt, gespuckt oder gesabbert wird, plappert sie in den wundersamsten Tönen und Tonlagen. Maria Carey wäre neidisch über diese Oktavenvielfalt. Aber Kopfschütteln im Sinne eines „Nein“ hat sie noch nicht gezeigt. Dafür hat sie mir das „da“ nachgeplappert, als wir nach einem Ausflug vor der Haustür angekommen waren.

Dafür ist sie sehr neugierig, möchte hamstergleich an allen Kabeln knabbern, alle Schubladen leer räumen, alle Türen öffnen und sowieso alles haben, was wir gerade haben. 

Da ist jemand neugierig.

Sie ahmt uns nach. Sie klopft auf den Tisch, wenn wir es vormachen, sie klatscht, wenn wir es zuvor tun. Sie möchte genau das essen, was wir essen… Sie möchte ein gleichwertiges Lebewesen sein. Das ist nicht immer leicht, gerade, wenn wir etwas essen, was sie noch nicht haben soll, kann das schon mal in Protest ausarten.

Das Fremdeln ist deutlich besser geworden. Wenn sie jetzt von fremden Personen angesprochen wird und auf meinem Arm ist, dann dreht sie sich verschämt (aber lachend) zur Seite und vergräbt sich in mein Oberteil oder mein Halstuch. So süüüß!

Seitdem sie Robben kann, kann ich den Raum verlassen, ohne dass sie meckert. Denn nun weiß sie ja, dass sie hinterherkommen kann. 

Körperliche Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Mädchen wiegen mit neun Monaten im Schnitt 8,2 kg und sind 70 cm groß. Jungs sind durchschnittlich 8,9 kg schwer und 72 cm groß.

Entwicklung von Wölkchen

Wölkchen hat bei einer Größe von 76 cm ein Gewicht von 7,8 kg. Ihr Kopfumfang beträgt 43 cm. Wirbelwind hatte damals 8,4 Kilogramm bei 77 cm auf die Waage gebracht. Ihr Kopf war 44 cm groß.

Was mich irritiert ist, dass Wölkchen immernoch ab und an schielt, insbesondere wenn sie Dinge in ihrer Nähe betrachtet. Ich hoffe das legt sich noch. Ich habe ja gelesen, dass man das Schielen beim Arzt abklären sollte, wenn es über den sechsten Monat hinaus andauert. Ähm…

Zähne hat sie drei Stück. Die beiden unteren inneren Schneidezähne und frisch dazu gesellt hat sich nun noch der äußere Schneidezahn oben links. Die neuen Fähigkeiten werden derzeit ausgiebig am Nuckel getestet. Reingesteckt, darauf gebissen und mit einem lauten *Flop* herausgezogen. Ein Spaß, zumindest für eine Seite. Ich war gestern vorsorglich schon mal neue Exemplare kaufen. Ich meine selbstverständlich die Nuckel. 😛

Sonstiges

Essen

Wer es noch nicht mitbekommen hat: ich habe vor ein paar Tagen abgestillt. Nun gibt es nur noch Milch aus der Flasche. 
Auch Brei ist nicht mehr aktuell. Die ersten Monate hat sie sich darauf gestürzt, jetzt wurde er nur noch ausgespuckt. Weil es mir zu blöd und zu schade ist Brei zu kochen oder zu kaufen, der dann eh nur weggeschmissen wird, habe ich es ganz gelassen. Wölkchen ernährt sich stattdessen nun von besagter Milch und alles, was der Essenstisch so hergibt. Da sie nun sitzen kann, ist es ja recht einfach sie an den Mahlzeiten teilhaben zu lassen. Zum Frühstück gibt es Toastbrot, zum Mittagessen Nudeln, Kartoffeln, Zucchini, Möhre, usw. und zum Abendbrot Brot mit Gemüsepaste, Ziegenkäse, Gurke, … . Sie hat ihren Spaß und wir kehren dreimal täglich unter dem Essenstisch. 

Schlafen

Sie kann es! Seitdem ich die Flasche gebe, schafft sie nachts mindestens vier Stunden am Stück zu schlafen. Zuvor meldete sie sich ja alle ein bis zwei Stunden. In den letzten Tagen, seitdem offiziell der letzte Wachstumsschub beendet ist, schafft sie sogar immer öfter 6 bis 7 Stunden am Stück. Das heißt sie schlief die letzten Nächte von 19 bis 2 Uhr, trank dann eine Flasche leer und döste dann nochmal bis sechs Uhr. Die erste Hälfte schläft sie in ihrem Bett, die zweite Hälfte dann bei mir. Natürlich wird sie auch zwischendurch mal wach, aber lässt sich ohne Flasche wieder beruhigen.

Tagsüber schläft sie zweimal, vormittags gegen neun Uhr (1 1/4 Stunde) und mittags gegen 13 Uhr (1 1/4 Stunde), wahlweise in der Manduca oder im Bett. Manchmal ist es aber auch nur eine halbe Stunde. Wenn man denkt, jetzt hat sie einen Rhythmus, ist es am nächsten Tag schon wieder anders. 

Ihr seht also, es bleibt spannend.

Zum Schluss noch Wölkchens Steckbrief zum Ende des neunten Monats:

Eure Wiebke

2 Comments

  1. 5 März 2016 at 7:10 pm

    Ach liebe Wiebke, wie schade, dass Du so weit weg wohnst. Ich bin begeistert was Dein Wölkchen jetzt schon alles kann und sehe mit großer Spannung unserem 9. Monat entgegen. Unsere Zwillinge sind gestern genau 8 Monate alt geworden und die Minimotte robbt nun seit 2 Wochen – noch langsam und vorsichtig, aber immerhin: sie kommt voran. Und wenn ich so sehe wie schnell das nun bei Wölkchen ging, dann bin ich echt perplex. Wahnsinn! Ich glaube die Zwillis und Dein Wölkchen hätten viel Spaß zusammen 🙂 Liebe Grüße, Anna

  2. 6 März 2016 at 8:59 pm

    Irgendwann lernen sie sich vielleicht mal kennen. 😉 Ich bin gespannt, wie sich Deine Zwillinge weiter entwickeln. Da geht doch sicherlich auch bald die Post ab! Lieben Gruß, Wiebke

Ich freue mich über einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*