Wölkchens Nuckelentwöhnung und ein interessanter „Nuckelersatz“

Kurz vor dem Start der Entwöhnung. Als hätte sie gewusst, das es dem Ende zu geht...

Schmatzend liegt Wölkchen neben mir. Sie versucht in den Schlaf zu finden, wälzt sich unruhig hin und her, schwitzt, jammert. Ihr Mund ist trocken, sie bittet mich um etwas zu Trinken. Bald hat sie es geschafft. Ein paar Minuten später ist sie eingeschlafen. Ohne Nuckel.

In der beschriebenen Situation stecken wir mitten in der Entwöhnung. Vier Tage bzw. Nächte hat sie bereits hinter sich. Die ersten drei hatte der Papa begleitet, er war auch der Initiator der ganzen Sache. Ich habe mich davor gedrückt, weil ich überhaupt nicht einschätzen konnte, wie Wölkchen auf den Entzug reagieren würde. Aber manchmal mache ich mir auch einfach zu viel Gedanken.

Inzwischen hat es Wölkchen geschafft. Was die Gründe dafür waren, wie es ablief und was sich für wundersame Änderungen zeigten, dazu jetzt mehr.

Gründe der Nuckelentwöhnung

Wölkchen war 2 Jahre und zwei Monate alt, als der Papa den Entschluss fasste, ihr ab sofort den Nuckel zu verwehren. Wir hatten bereits vorher darüber gesprochen. Neben der Tatsache, dass ein Nuckel nun auch nicht das Beste für ihre Zähne ist, fanden wir es schon etwas lästig, mehrmals nachts aufzustehen, um ihr den Nuckel wieder in den Mund zu stecken. Ja, wir hatten tatsächlich die Idee, dass sie besser durchschläft, wenn sie nachts nicht mehr den verlorenen Nuckel sucht.

So lief die Entwöhnung ab

Und so fasste der Papa – spontan, wie damals bei Wirbelwind, den Entschluss, jetzt damit anzufangen. Der Zeitpunkt war günstig, da mitten in der Kita-Schließzeit. Und irgendwie ging es. Die ersten zwei Nächte war es wohl recht schwierig. Immer wieder fragte sie nach dem Nuckel, schlief aber erstaunlicherweise schneller ein, als sonst. Am vierten Tag saß ich dann daneben. Sie fragte mich nach dem Nuckel und ich erkläre ihr, dass sie inzwischen zu groß für den Nuckel ist und er eben auch nicht gut für ihre Zähne ist. Sie akzeptierte es und krabbelte in ihr Bett. Immer wieder hörte man sie beim Einschlafen schmatzen.

Seitdem der Papa mit der Entwöhnung begonnen hat, hat keines dieser Plastik-Gummi-Gemische Wölkchens Mund passiert. Seit dem fünften Tag der Abstinenz hat sie nicht nur den Nuckel, sondern auch das das Wort nicht mehr in den Mund genommen. Ausnahme bildete der erste Abend im Urlaub, wo sie nochmals zögerlich nachfragte.

Der Status quo

Nun, ist es „gegessen“. Sie akzeptiert es, fragt nicht mehr nach. Auch wenn sie andere Kinder mit Nuckel sieht, schaut sie diesen nicht wehleidig hinterher, sondern neutral, ohne scheinbaren Bezug dazu. Das Einzige, was noch an die frühere Zeit erinnert, sind die gebrauchten Nuckel im Küchenschrank, die es noch nicht in den Mülleimer gefunden haben, und das sporadische Schmatzen beim Schlafen. Das wird uns wohl als „Rudiment“ noch eine Weile erhalten bleiben 😉

Und das Schlafen selbst? Das ist deutlich ruhiger geworden. Inzwischen meldet Sie sich nachts viel seltener, schläft immer öfter auch einfach mal durch. Aus unserer Sicht hat dies tatsächlich mit dem Wegfall des nächtlichen Nuckelsuchens zu tun.

Ist das der „Nuckelersatz“?

Immer wieder liest man, dass man den Kindern, wenn man ihnen das geliebte Beruhigungsmittel wegnimmt, einen Ersatz dalassen sollte. Wir hatten es mit Kuscheltieren versucht, und ein kleiner Eisbär schafft es nun tatsächlich ab und an in ihre schlafenden Arme. Aber etwas ganz anderes ist mir aufgefallen. Seitdem wir ihr den Nuckel als „Babysymbol“ weggenommen haben, versucht sie auf andere Weise wieder mehr Baby zu sein. Ich will einmal erläutern, was ich meine:

  • Ich soll sie wie ein Baby tragen und sie macht weinende Babygeräusche dazu.
  • Sie spielt Baby mit ihrer großen Schwester Wirbelwind. Dann legt sich Wölkchen in Wirbelwinds Bett und ruft gespielt weinend nach ihrer „Mama“. Wirbelwind kommt dann dazu, tröstet sie und lässt typische Elternsprüche, wie „Mach Deine Augen zu“, „Jetzt schlaf endlich ein“ usw. Es ist wirklich goldig anzusehen.
  • Sie möchte wieder im Buggy herumgefahren werden.
  • Sie spielt wieder vermehrt mit ihrer Babypuppe und steckt ihr einen Nuckel in den Mund.
  • Sie nimmt ihre Puppe (manchmal) mit ins Bett.

Verrückt, oder? Momentan finde ich das einfach nur zuckersüß. Es ist auch einfach zu niedlich anzusehen, wie ein Kind, das doch gerade noch selbst Baby war, Baby zu sein spielt. Ich bin in jedem Fall gespannt, wie es sich weiter entwickeln wird.

Habt Ihr auch solche Entwicklungen „zurück“ bei Euren Kindern beobachtet?

Eure Wiebke

3 Comments

  1. Anika
    Antworten
    19 August 2017 at 9:30 pm

    Unsere Tochter (2,5) haben wir vor zwei Wochen auch innerhalb kürzester Zeit vom Nucki entwöhnt. Bei uns kam allerdings die „Nuckifee“, die den Nucki jetzt den winzig kleinen Babys bringt. Es war sehr spontan, weil das Kind den Schnuller tatsächlich im Garten verloren hat und wir ihn nicht mehr finden konnten. Und da das der letzte seiner Art in unserem Haushalt war, war es wohl eine Art Zeichen…
    In der ersten Nacht fragte sie beim Einschlafritual noch ständig nach „ihrem Nucki“. Aber schon nach drei Nächten war das Einschlafen kein Problem mehr. Auch der Mittagsschlaf in der Krippe wird seitdem ohne Nucki gehalten (zu Hause wird der Mittagsschlaf schon länger verweigert).
    Besser durchschlafen tut sie zwar nun nicht, aber das schieb ich auf die wachsenden Backenzähne.
    Und ich kann bestätigen, dass die Nuckis anderer Kinder überhaupt kein Problem darstellen. Und sie sagt selbst das Wort nicht mehr.
    Bin gespannt, was sie macht, wenn wir den Schnuller zufällig draußen wiederfinden 🙂

    Eine schöne schnullerfreie Zeit wünsche ich euch.
    Liebe Grüße, Anika

    • 21 August 2017 at 8:27 am

      Liebe Anika, schön, dass es bei Euch so problemlos geklappt hat. Was unser Kind machen wird, wenn es doch mal noch Nuckel in irgendeiner Ecke findet, das habe ich mich auch schon gefragt! Wir werden es sehen… oder eben nicht. 😉 LG Wiebke

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