Der 12. Monat – Abschied vom Baby

12 Monate Baby

12 Monat ist nun unser Wölkchen alt. Gestern hat sie ihren ersten Geburtstag gefeiert. Es war eine anstrengende, kräftezehrende Zeit, die aber auch sehr schöne Momente hatte, die ich nicht missen möchte. Und obwohl ich anfangs jeden überstandenen Monat mit einem inneren Feuerwerk feierte, verging das Jahr am Ende doch viel zu schnell. Nun habe ich kein Baby mehr, ab nun ist unsere Familie „babyfrei“, und wird es auch bleiben, zumindest bis ich Großmutter werde 😉 Doch was ist passiert im letzten Babymonat? Auch diesmal möchte ich wieder zusammenfassen, welche Entwicklungen Wölkchen gemacht hat und was im Allgemeinen so im zwölften Monat passiert.

Motorische Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Neben dem Krabbeln beginnt das Kind, auf Hände und Füße gestützt, im „Bärengang“ zu gehen. Daraus gelangt es über die Hockhaltung zum freien Stehen.
Es kann schon alleine sitzen bleiben. Die Entwicklung der Sitzstellung ist beendet. Es zieht sich an Möbelstücken in den Stand hoch, läuft an den Möbeln entlang und kann – sich mit einer Hand festhaltend – mit der anderen Gegenstände vom Boden aufheben. An der Hand geführt, machen sie ihre ersten Schritte. Manchen Babys gelingt zum Ende des zwölften Monats sogar das freie Laufen.
Beim Spielen werden kleine Gegenstände gezielt mit Daumen und Zeigefinger aufgenommen. Es kann einen Turm aus 2 Klötzchen bauen.

Entwicklung von Wölkchen

Was die Grobmotorik anbelangt, könnte man das oben genannte eins zu eins wiedergeben. Nur das freie Laufen macht sie noch nicht. Sie kann sich von der Krabbel- über die Hochposition zum freien Stand hinstellen und steht dann frei, minutenlang. Sie läuft an der Hand. Auch wenn ich nur eine Hand geben, watschelt sie los, aber es ist noch recht torkelig.
Ansonsten ist sie grobmotorisch so sicher, dass sie sich bewusst ins Kissen fallen lässt, die Sofalehne hinunterrutscht oder sich gegen eine Bank lehnt, als wäre es das Normalste der Welt (siehe Titelbild).  Auch kann sie bereits alleine von Bett und Sofa herunterkrabbeln, ohne mit dem Kopf voran herunterzufallen. „Fuß zuerst“ sage ich dann immer, und schon streckt sie ihr Beinchen Richtung Abgrund, schiebt das zweite Bein nach und lässt sich bäuchlings hinunterrutschen.
Ihre Feinmotorik übt Wölkchen auch fleißig, beispielsweise, wenn sie Spielsteine in eine kleine Schachtel zurücksteckt. Da staune ich immer wieder, wie geschickt sie schon ist. Auch die Kraft, die sie in den Händen hat, überrascht. Cremedosen, die echt schwer zu öffnen sind und daher von mir als babysicher eingestuft wurden, werden plötzlich genüsslich abgeleckt und deren Inhalt im Raum verteilt. Wieder ein Spielzeug weniger.
Bausteine stapelt sie noch nicht übereinander. Das ist aber auch zu schwierig, wenn sie doch die ganze Zeit im Mund stecken. Wie soll man sie dann übereinander bekommen! 😉
Sensorische und psychische Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Es kann einen Gegenstand und dessen Funktion in einen Zusammenhang bringen (einen Becher mit dem Trinken, einen Löffel mit dem Essen). Es zeigt Emotionen wie Freude, Stolz, Wut oder Frust. Es erkennt nun den Sinn einiger Wörter. Viele Kinder sagen bereits „Mama“ oder „Papa“.

Entwicklung von Wölkchen

Wölkchen zeigt sehr oft, dass sie Zusammenhänge versteht. Wölkchen liebt es beispielsweise das Besteck zu benutzen. Sie hält mit ernster Miene den Löffel in ihre Schüssel und wartet darauf, dass die Erbsen die Schwerkraft überwinden, auf den Löffel hüpfen und kleben bleiben. Auch weiß sie, dass die Fernbedienung zum Fernseher und die Bürste, ebenso wie die Mütze, auf den Kopf gehören. Letzens versuchte sie Wirbelwind die Haare zu bürsten. So goldig.
Aber den geilsten Zusammenhang, eigentlich schon als „Programm“ beschreibbar, zeigte sie vor ein paar Tagen. Ich setzte mich mit ihr auf das Sofa, Wölkchen auf meinem Schoß, und wollte ihr die Flasche geben. Sie dreht den Kopf weg und wollte nicht, obwohl sie offensichtlich hungrig war. Dann griff sie zum Tuch, das neben ihr lag, hebte ihren Kopf hoch und stopfte es sich unter das Kinn (so, wie ich es sonst immer mache, aber eben diesmal nicht). Dann öffnete sie den Mund und trank.
Emotionen sind bei uns hoch im Kurs. Sie übt bereits für die Autonomiephase, was das Gekreische angeht, wenn sie etwas nicht haben kann, was sie gerne möchte, oder wenn etwas nicht so klappt, wie es soll. Wenn beispielsweise ihre Mütze nicht so schnell abgeht, wie sie es sich vorgestellt hat, dann kreischt sie in den höchsten Tönen, bis man ihr hilft oder sie es selber schafft. Es folgt prompt das süßeste Lächeln überhaupt, als wäre nichts gewesen. Den Gegenpol kann sie auch: wenn man mit ihr Späßchen macht, gackert sie so freudig, dass es ansteckend ist.
Das Sprachverständnis hat sich enorm entwickelt. Sie scheint nun einige Wörter zu verstehen, wie „haben“, „zu Hause“, „Milch“. Wenn ich beispielsweise frage, ob ich etwas haben darf, dann hält sie es mir hin. Wenn wir unterwegs sind, und ich sage, dass wir gleich zu Hause sind, ruft sie „da“. Und wenn ich merke, dass sie hunger hat und verkünde, dass es gleich Milch gibt, freut sie sich. Das klappt auch noch mit andren Wörtern, die mir jetzt allerdings gerade nicht einfallen. Aber es zeigt, dass sie schon sehr viel von dem versteht, was wir tagtäglich von uns geben.
Wie bereits verraten, sagt sie „da“. Auch wenn wir mit dem Auto unterwegs sind und ich zum Rückwärtsparken ansetze, ruft sie das aus. Das fällt dann schon wieder unter die Rubrik „Zusammenhänge“ ;-). Auch „Mama“ gehört zu ihrem Repertoire, allerdings benutzt sie es nur sehr selten. Es macht scheinbar mehr Spaß meine Hilfe mit einem lauten „Aaaaaah“ einzufordern, statt mich einfach zu rufen. Auch plappert sie „alle“ nach, wenn ich beispielsweise auf die leere Badewanne zeige. Das klingt dann wie „aja“. Ansonsten erfreuen wir uns an Ausrufen wie „Aaaa-daaaa-dattt“ in einem lauten, hohen C. Wenn ich ihr etwas leckeres entgegehalte, macht sie „Nom nom nom“. Zum wegschießen!

Körperliche Entwicklung

Lehrbuchentwicklung

Das Gewicht des Babys hat sich zum Ende des ersten Jahres in etwa verdreifacht. Mädchen liegen im Schnitt bei ca. 8900 g und haben eine Größe von etwa 74 cm. Bei Jungs darf es etwas mehr sein (9600 g und 76 cm).

Entwicklung von Wölkchen

Hm mal nachrechnen. Wölkchen hatte zur Geburt ein Gewicht von 3400 g. Nun liegt sie bei ca. 9,8 kg. Das heißt verdreifacht hat sie ihr Gewicht nicht ganz. Da müsste sie wohl noch etwas mehr am Esstisch reinhauen 😉
Mit einer Größe von 79 cm ist sie etwas größer als der Durchschnitt, aber immer noch unter Wölkchens Zahlen.

Sonstiges

Schlafen

Schlafenszeit ist bei ihr meist von 19 bis 7 Uhr. Das Schlafverhalten hatte sich eine zeitlang auf einmal Flaschegeben pro Nacht reduziert. Dann bekamt sie zwischen 10 und 12 ihre Flasche und schlief dann bis morgens durch. Derzeit ist es wieder etwas mehr, aber das liegt wohl auch an dem Schub, der gerade präsent ist.
Tagsüber hat sie nun seit ein paar Tagen endgültig von zwei auf ein Schläfchen gewechselt. Ein richtiger Mittagsschlaf ist es allerdings nicht. Es ist eher ein Vormittagsschlaf, und den Nachmittagsschlaf lässt sie einfach sausen. Dafür lässt sie sich dann abends schön zu Bett bringen: Flasche geben, ins Bett legen, gehen. Kein Wunder, wenn man von 11 bis 19 Uhr wach ist.

Essen

Ich versuche immer wieder mal etwas Brei anzubieten, aber mehr als drei Löffel gehen nie in sie hinein. Da sie zwar gerne feste Sachen ist, allerdings nicht viel, kommen wir von der Milchflasche nicht so recht los. Derzeit sind wir bei morgens, vormittags, nachmittags und abends und dann noch nachts eine Flasche.
Dazwischen gibt es die Mahlzeiten, die wir alle zu uns nehmen. Auch Milchprodukte bekommt Wölkchen inzwischen, also Joghurt und Käse. Im nächsten Monat werden wir dann wohl auch Honig probieren.

Hygiene

Wölkchen saß inzwischen ein paar Mal auf dem Töpfchen, nämlich immer dann, wenn wir gesehen haben, dass sie ordentlich am Drücken ist. Meist ist es schnell in der Windel gelandet, aber wenn es (was selten vorkommt) doch mal fester ist, dann hat sie ganz schön zu kämpfen und protestiert auch ordentlich, wenn es in der Windel landet. Daher haben wir sie also auf das Töpfchen gesetzt. Mit Töpfchentraining hat das nichts zu tun. Und es hat dreimal schon richtig gut geklappt.
Und zum Schluss noch Wölkchens Steckbrief:
Eure Wiebke

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