Woran man erkennt, dass die Kinder aus dem Gröbsten raus sind

Aus dem Gröbsten raus

Wann ist der Zeitpunkt gekommen? Wann sind die Kinder „aus dem Gröbsten raus“? Wann wird es einfacher? Wann kann man als Eltern einmal durchatmen? „Nie“, werden jetzt manche sagen. Denn irgendwie stimmt es auch, in irgendeiner Phase stecken die herzallerliebsten Kinder sowieso immer. Und überhaupt wird das jeder anders empfinden. Aber wir konnten bei uns doch feststellen, dass so Manches einfacher geworden ist. Wirbelwind mit seinen fünf Jahren und Wölkchen mit seinen 2 1/2 Jahren verstehen eben inzwischen sehr viel, sind – jeder für sich und auf das jeweilige Alter bezogen – reifer geworden. Das erleichtert den Alltag ungemein.

Hier sind also unsere persönlichen Top 10 der Anzeichen dafür, dass die Kinder aus dem Gröbsten raus sind.

Top 10 Anzeichen, dass die Kinder aus dem Gröbsten raus sind

1. Selbstständig anziehen

Sie sind fähig, sich selber anzukleiden. Ich schreibe bewusst „fähig“ und nicht „willig“, denn nur weil sie es können, heißt es noch lange nicht, dass sie es auch machen. Besonders dann, wenn man es eilig hat, sind sie plötzlich wieder auf die Hilfe der Mutter angewiesen. 😉 Aber grundsätzlich, ja grundsätzlich sind sie beim Anziehen schon sehr selbstständig. Von „Kleidung-von-links-auf-rechts-drehen“ (bei Wölkchen) bis hin zu Schleifenbinden (bei Wirbelwind) und alles was dazwischen liegt ist alles möglich und machbar.

Und das Bonbon quasi auf dieser neuen Selbstständigkeit ist der Überraschungsmoment, was sie sich für interessante Kleiderkombinationen aus dem Schrank gewühlt haben. Dass die gewonnene Zeit der Mutter anschließend für das Wiedereinräumen des Kleiderschrankes drauf geht, bleibt leider der bittere Beigeschmack.

2. Selbstständig Zähneputzen

Auch die nächste Errungenschaft ist ein Meilenstein in der Geschichte der Kinder. Die Kleine, Wölkchen, ist inzwischen so versiert, dass sie sich die Zahnpasta selber auf die Bürste macht und äußerst effektvoll aussehende Schwingbewegungen selbiger im Mund vollführt. Die Große, Wirbelwind, hingegen darf einmal am Tag bereits ganz alleine Putzen.

Klingt prima, oder? Wenn sie jetzt noch lernen, dass der Spiegel keine Zähne besitzt und deshalb nicht auch noch geputzt werden muss, dann sind wir doch auf dem richtigen Weg.

3. Sie lassen uns ausschlafen

Ach, wie ich mich an die Zeit zurück erinnere, wo ich sechs Uhr morgens vom Baby-Wölkchen geweckt wurde und ab da Spalier stehen musste, komme was wolle. Damals. Inzwischen sind Wölkchen und Wirbelwind ein richtig gut eingespieltes Team. Direkt nach dem Wachwerden (wer zuerst aufwacht, schreit zum Bett des anderen: „BIST DU SCHON WAHACH?!!) vergnügen sich die zwei erst einmal eine Runde im Kinderzimmer. Und Mama und Papa dürfen noch etwas im Bett weiterschlummern. Am Wochenende setze ich nicht vor 8 Uhr morgens den Fuß aus dem Bett. Das ist ein Meilenstein in meiner jungen Mutterkarriere.

Zu schön um wahr zu sein? Nein, so ist es in der Tat. Nur dass das Kinderzimmer hinterher wie ein Saustall aussieht, oder auch mal das leere Bonbonpapier unter dem Bett hervorlugt, damit muss man dann halt rechnen.

4. Stubenrein

Tagsüber trägt nun auch Wölkchen keine Windel mehr, nur noch zum Schlafen. Die Zahl der eingekackten Schlüpfer wird allmählich überschaubar. Und wenn sie es rechtzeitig auf die Toilette schafft, dann wischt ihr Wirbelwind gerne mal den Po ab. Ich werde hier also nicht mehr gebraucht. Außer zum Toilette schrubben, versteht sich.

5. Kommunikativ

Es ist so toll, dass sie so viel verstehen und noch viel besser: uns ihre Gedanken und Wünsche mitteilen. Sie können uns erklären, warum sie traurig bzw. wütend sind, ohne sich einfach nur kreischend auf dem Boden herum zu kullern. Und nebenbei produzieren die Liebsten noch ganz herrlich, lustige Kindermund-Sprüche oder Versprecher.

Oder wusstet Ihr, dass bei Wölkchen ´Gummibärchen` ´bunte Märchen` heißen? Da kann man doch fast nicht Nein sagen. 😉

6. Im Haushalt helfen

Die fortschreitende motorische Entwicklung erlaubt es, die Kinder effektiv im Haushalt einzusetzen. Sie helfen beispielsweise beim Wäsche aufhängen, und ein paar Teile landen auch tatsächlich auf dem Wäscheständer. Sie helfen beim Saubermachen, und ein paar Krümel landen auch tatsächlich in der Kehrschaufel. Und wenn sie mal wieder ihre Becher umkippen, können sie das Chaos sogar wieder alleine aufwischen. „Maaamaaaa, wir brauchen mehr Küchenrolle!!!!“ Das entlastet tatsächlich sehr.

7. Zusammen Spielen

Unter Punkt Drei wurde es bereits angedeutet: die zwei können als Geschwister so wundervolle Spielgefährten sein. Wirbelwind ist alt genug, um das Spiel zu führen und Wölkchen alt genug, ihren Anweisungen zu folgen. Und so reiten sie – Wölkchen auf Wirbelwind sitzend – durch die Wohnung oder erfinden andere Rollenspiele. Für uns Eltern heißt das, dass wir auch mal einfach so im Wohnzimmer sitzen und etwas für uns machen können, ohne ein Kind am „Hosenzipfel“ zu haben. Verrückt.

8. Digitaler Babysitter

Der nächste Grund ist jetzt nicht sonderlich pädagogisch wertvoll, aber wirklich hilfreich: Sie lassen sich vor dem Fernseher parken. Denn auch Wölkchen ist inzwischen alt genug, sich von der Flimmerkiste in den Bann ziehen zu lassen. Nur zu aufwühlend darf das Programm nicht sein, sonst muss Mama wieder Händchen halten. Und das ist ja nicht Sinn und Zweck der Sache.

9. Selbstständig Einschlafen

Tatsächlich gestaltet sich das Zubettbringen inzwischen ganz vorhersehbar. Nach dem Zähneputzen lesen wir den Kindern noch ein Buch vor, Kraulen Wirbelwind den Rücken und singen Wölkchen drei Gute-Nacht-Lieder vor. Noch kurz Händchen halten, dann allen eine gute Nacht wünschen, Handküsse verteilen und raus aus dem Zimmer. Meistens müssen wir dann nicht noch einmal rein, außer Wölkchens Wasserflasche ist leer oder die Sachen der Puppe sind verschwunden, oder ihr Schmusetuch ist nicht mehr auffindbar, oder… . Aber grundsätzlich schlafen sie alleine ein.

10. Durchschlafen

Aber das Wichtigste ist wohl, dass sie durchschlafen. Man legt die Kinder abends gegen 19:30 Uhr ins Bett und sie schlafen bis zum nächsten Morgen durch. Einfach so, als wäre das das Normalste der Welt. Naja, außer sie haben ein Monster unter dem Bett entdeckt, ein Feuer auf der Straße erspäht, leiden an einem Magen-Darm-Infekt, … . Eltern wissen, was ich meine. Aber wo war ich? Ach ja: sie schlafen durch. Und wir Eltern kommen auch mal zu genug Schlaf, vorausgesetzt wir sind klug genug auch früh genug in die Koje zu huschen.

Also eigentlich, wenn man sich das hier so noch einmal durchliest, müssten wir nun die entspanntesten Eltern auf der Welt sein. Dass wir am Ende dennoch mit Augenringen und gerauftem Haar durch die Gegend laufen, liegt dann wohl an dem ganzen Rest, den die Kinder den lieben langen Tag anstellen, und was hier in meiner Liste selbstverständlich NICHT erwähnt wurde. 😉

Und Eure?

Eure Wiebke

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Wann sind Kinder aus dem Gröbsten raus?

4 Comments

  1. 18 Dezember 2017 at 10:05 am

    Hallo Wiebke,

    Das hört sich richtig entspannt an.

    Die Szenen aus dem Kinderzimmer kenne ich, fünf Minuten Freizeit genossen und dafür 1 Stunde Putzen gewonnen.
    Aber im Großen und Ganzen ist es schön, wenn die Kinder langsam aber sicher immer selbstständiger werden.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  2. 19 Dezember 2017 at 4:50 pm

    Ich warte noch. 🙂

  3. 3 Januar 2018 at 4:06 pm

    Das klingt wunderbar – und 2 1/2 klingt nach Land in Sicht, meine Tochter ist gerade 2 geworden 🙂 Von entspannt sind wir noch etwas entfernt aber seit sie angefangen hat zu sprechen haben wir immerhin ganz viel zu lachen – eine tolle Zeit, das dürfte von mir aus gerne noch etwas so bleiben. Bei anderen Dingen würde ich dafür gerne die Zeit ein bisschen vordrehen 🙂

  4. 8 Januar 2018 at 12:24 am

    Das klingt gut. K2 ist 2,5 und hat 4/10 abgehakt. Also nur noch 6 und dann… ach warte, da ist ja noch Mini-K3. Also nochmal von vorne. 😀
    Aber gut zusammengefasst!

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