Nachtrag zum Kita-Frust: von Dankbarkeit und Erleichterung

Dankbarkeit und Erleichterung nach Kita-Gespräch

Erst einmal: DANKE an Euch!!!!!

Ach genau deshalb blogge ich: es ist so ein Seelending. Ich kann meine Gedanken sortieren, auf „Papier“ bringen, das Gedankenkarussell auch mal abstellen, weil es ja nun aufgeschrieben wurde. Ich kann mein Erlebtes mit Abstand betrachten und, das ist wohl das Wichtigste, ich erhalte so wundervolles Feedback von Euch!

Inbesondere bei meinem letzten Artikel „Kita-Frust: von Missverständnissen und Vorwürfen“ habe ich es wieder gemerkt. Mich hatte die Situation am Freitag wirklich sehr beschäftigt und es half mir ungemein, das Erlebte aufzuschreiben und von Euch konstruktives Feedback zu erhalten. Und das fand ich wirklich prima. Ihr alle habt mir so inspirierende, erklärende, bestätigende oder auch (konstruktiv) kritische Kommentare hinterlassen. Und sie waren allesamt wertschätzend. Ihr ward nicht immer meiner Meinung (aber darum habe ich ja um Eurer Feedback gebeten), aber ihr habt es mir immer niveauvoll zugetragen. Das ist heutzutage leider nicht selbstverständlich. Ich habe dadurch sehr viel über mich, mein Vorgehen und auch die Gepflogenheiten in einem Kindergarten gelernt und denke, dass ich auch zukünftig von diesem Lernprozess zehren kann.

Mein Blog ist also nicht nur eine Bühne, meine Gefühle für mich selber zu sortieren, sondern auch durch Euch daran zu wachsen. Und das ist wirklich etwas Wunderbares!

So ging es in der Kita weiter

Da manche danach gefragt hatte, möchte ich Euch heute noch erzählen, wie es nun im Kindergarten weiter ging.

Nach dem Wochenende betrat ich am Montag mit mulmigem Gefühl die Kita. Im Kopf sammelten sich bereits Sätze, die ich nachts durchgegangen war und heute gegenüber der Erzieherin aussprechen wollte. Ich hatte mir vorgenommen, so wie Ihr es mir geraten hattet, meine Sichtweise nochmal zu erläutern und gleichzeitig die Arbeit der Erzieherinnen zu würdigen. Denn ich möchte nicht, dass das Verhältnis die Beziehung der Erzieher zu meinem Kind beeinträchtigt.

Nun denn, ich betrat also Wölkchens Gruppe und sah, dass die Erzieherin gerade die Betten machte, also nicht mit den Kindern beschäftigt war. Ich rief sie zu mir und bat darum, nochmal kurz über die Situation am Freitag sprechen zu dürfen. Ich erklärte ihr, dass mich das Gespräch das ganze Wochenende sehr beschäftigt hatte. Sie schaute überrascht, lächelte und kam zu mir in die Garderobe.

Dort beteuerte ich nochmal, dass es nicht meine Absicht war, die Erzieherin zu hintergehen, sondern dass es für mich in dem Moment eine logische Vorgehensweise war. Inzwischen weiß ich aber, dass ein persönliches Gespräch besser gewesen wäre und ich das zukünftig auch so handhaben werde.

Die Erzieherin lächelte mich an und meinte verständnisvoll: „Ach das ist schon in Ordnung. Ich kann ja verstehen, dass sie das in dem Moment so beschäftigt hat und sie es einfach loswerden wollten. Da müssen Sie sich keine Gedanken machen. Wir wollen doch die nächsten Jahre noch gut miteinander auskommen.“

Hui da war ich überrascht. Sie war nicht einen Funken nachtragend. Nein im Gegenteil, sie verstand sogar meine Sichtweise. Erleichterung machte sich in mir breit. Dann fügte die Erzieherin noch hinzu: „Die jungen Leute (sie meinte die Erzieherin, die am Freitag mein Wölkchen nicht begrüßt hatte), haben das eben noch nicht so im Blut. Aber wir haben darüber geredet.“

Ich bedankte mich für ihr Verständnis und das Gespräch. Dann versicherte ich Ihr noch, dass ich ansonsten mit der Betreuung ja sehr zufrieden sei. Sie bedankte sich ebenfalls und lächelte mich erneut an.

So einfach?

Ja, so einfach. Manchmal ist es eben einfacher, das Gespräch mit den Mitmenschen zu suchen, als sich stunden- oder sogar tagelang den Kopf zu zermartern, wie das wohl jetzt angekommen ist, was die anderen denken und und und… Ja manchmal ist es so einfach. Was ich daraus gelernt habe?

Themen offen ansprechen ist das Wichtigste, was man machen kann, gerade wenn es unsere Kleinen betrifft. Dabei sollte man sich an die Person richten, die es betrifft und immer respektvoll und wertschätzend bleiben. 

So, diese Worte hänge ich mir irgendwo ganz dick gedruckt irgendwo hin. Für`s nächste Mal 😉

Hat sich etwas geändert?

Zum Schluss möchte ich Euch noch erzählen, ob meine Anmerkungen denn bereits eine Veränderung bewirkt haben.

Zur Rausgehproblematik: Nein. Gestern war Wölkchen, als ich sie nachmittags abgeholt habe, wieder nicht draußen. Als wir dann Wirbelwind im Garten abholten, habe ich dafür Wölkchen extra lange noch im Sandkasten und mit den Fahrzeugen spielen lassen 😉 Ich hoffe hier wird sich dennoch bald etwas tun.

Zur Begüßung: Hier hat sich etwas getan. Gestern beim Abholen wollte sich Wölkchen, wie üblich, mit einer Winkbewegung und einem lauten „düss“ von der jungen Erzieherin verabschieden. Diese kam stattdessen persönlich auf Wölkchen zu und gab ihr die Hand. Die Kritik kam also an, auch wenn mir das beim Abschied ehrlich gesagt weniger wichtig ist, ob da jetzt gewunken oder die Hand geschüttelt wird. Die Begrüßung als Signal des Ankommens fände ich da schon wichtiger. Nun denn, dass konnten die Erzieherinnen dann heute morgen beweisen. Ich betrat mit Wölkchen den Raum. Sie war etwas aufgebracht, weil ich ihr Schmusetuch vergessen hatte. Und so stand sie an der Tür und zunächst war keine Erzieherin da. Die Erzieherin, mit der ich gestern die Gespräche geführt hatte, saß auf der Matratze und las gerade jemandem vor. Zunächst rief sie Wölkchen herein mit den Worten, dass sie gerade jemanden auf dem Schoß hat und nicht aufstehen kann. Als sie sah, dass Wölkchen verwirrt in der Tür stand, machte sie sich dann dennoch auf den Weg. Zeitgleich kamen hastig zwei Erzieherinnen von der Seite angelaufen, die mit den anderen Kindern im Bad beschäftigt waren. Und so standen plötzlich drei Personen vor Wölkchen, die sie in den Empfang nehmen wollten. Das Thema ist also schon mal in den Köpfen der Erzieherinnen angekommen. An der Umsetzung arbeiten wir noch 😉

Eure Wiebke

Bild: Pixabay.com

3 Comments

  1. 21 März 2017 at 9:06 pm

    Das mit dem Gedanken sortieren und dem Austausch geht mir auch immer extrem so, wenn ich über solche Themen blogge. Ich merke auch immer, auf wie viel Interesse sowas stößt; man sieht, dass viele Eltern solche alltagspraktischen Situationen beschäftigen. Weil man eben nicht immer genau weiß, wie man es gut und richtig macht, sondern den Austausch braucht.
    Ich kenne so ähnliche Dinge aus unserer Kita auch, inkl. dem Übereifer nach geäußerter Kritik, und es ist vieles personen- und gruppenabhängig. Hoffentlich ändert sich dauerhaft etwas.
    Liebe Grüße!

    • 22 März 2017 at 9:37 pm

      Meine liebe Frühlingskindermama,
      schön zu hören, dass auch Du eine „Seelenbloggerin“ bist 😉
      Ich hoffe auch, dass sich langfristig etwas ändert. Zumindest gehen sie jetzt vormittags häufiger raus. Wölkchen war von drei Tagen bereits zweimal draußen. Das ist eine Steigerung um … äh… 400 Prozent oder so ähnlich 😉
      Ich denke es war gut, dass ich es angesprochen habe, das nächste Mal arbeite ich noch an der Methodik.
      LG Wiebke

  2. Tina O
    Antworten
    25 März 2017 at 8:01 am

    Hihi und das zeigt mal wieder, dass die Erzieherinnen einfach cool drauf sind und die Jahre der Arbeit nicht an ihnen vorbeigelaufen sind.
    Sie wissen, dass Eltern es manchmal anders sehen und können das auch einschätzen und sind null nachtragend, wenn man das noch einmal anspricht.

    War bei uns ähnlich als sich das in der Gruppe mal aufgeschaukelt hatte und die Eltern eine Front gegen die Gruppenerzieherin gebildet hatten.

    Bei uns standen damals ganz andere Anfechtungen im Raum, die auch Rufschädigung für das Haus und die Frau mit sich gebracht hätten und am Ende hatte sich das alles in Wohlgefallen aufgelöst und man lernte die Aussagen mancher Mütter in Relation zu setzen.

    Geht mir an der Schule nun genauso und das schon nach wenigen Monaten. Habe ja nun regelmäßig junge männliche Araber, die in ihrem alten Rollenbild festhängen und Frauen nicht respektieren können oder wollen. Naja dann sollen sie eben zum Schulleiter rennen und dort beschweren, dass ich sie beim Wort nehme. In dem Sinne, Kopf hoch liebe Wiebke, manchmal ist es nicht so dunkel wie es aussieht.

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