Ruhepuls von 130 – oder: so war das erste CTG

Quelle: Pixabay.com

Gestern früh war es so weit. In der 31. SSW durfte ich das erste Mal zum CTG antanzen. Schlimme Erinnerungen wurden wach, als die ersten Herztöne über den Apparat zu hören waren. Ja damals, bei Wirbelwind. Ach neeee. Das war irgendwie ein Krampf. Wie es damals verlief und was diesmal passierte, erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

Erinnerungen an Wirbelwinds Bauchzeiten

Mein lieber Wirbelwind war damals im Bauch schon genau so, wie sie auch heute noch ist (zumindest ist das meine Erklärung dafür). Sie kann zwar sehr aufgeweckt sein. Wenn sie in einer fremden Umgebung oder Situation ist, zieht sie sich jedoch zunächst zurück und beobachtet. Und genau das hat sie bei den CTGs damals auch getan. Ich könnte wetten. Sie konnte im Wartezimmer noch so herumturnen, bis sich mein Bauch unförmig verbog. Aber sobald dieses CTG angeschlossen war, war sie mucksmäuschenstill. Die Assistentin meinte immer sie würde schlafen und rüttelte am Bäuchlein herum. Doch mein Gefühl sagte mir, sie lauschte auf das seltsame, pochende Geräusch da draußen, das vom CTG durch die ganze Arztpraxis hallte. Der Herzschlag bewegte sich konstant zwischen 130 und 150 Schlägen. Für mich als Außenstehende war demnach alles in Ordnung: ich wusste mein Kind ist munter, bewegt sich viel und hat dazu noch einen so sagenhaft ausgeglichenen Puls. Die Ärztin aber verzweifelte stets beim Anblick der Ergebnisse. Sie starrte auf die fast gerade Linie und ließ mich Treppensteigen oder Schokolade essen, um anschießend ein erneutes CTG zu versuchen. Dann immernoch nicht glücklich, verwies sie mich an das Krankenhaus, in welchem ich dann das dritte CTG des Tages erhalten sollte. So verbrachte ich meine letzten Schwangerschaftswochen mit Wirbelwind im Bauch, bis dann – eben diesem schlechten CTG geschuldet – ein Wehenbelastungstest in meine Geburt einleitete (hier berichtet). Das sehr gute CTG unter der Geburt sowie die anschließende Geburt eines gesunden Babys zeigten mir, dass ich mit meinem Gefühl wohl doch nicht so falsch lag.

Krümelinchen beim CTG

Mit diesen Vorerfahrungen schaute ich dann entsprechend angespannt dem gestrigen CTG entgegen. Aus Erfahrung wusste ich, dass sich Krümelinchen in Rückenlage nicht so viel bewegt und plädierte daher für die Seitenlage oder Sitzhaltung. Die Assistentin jedoch konnte in Seitenlage den Herzton nicht finden und meinte für die Sitzhaltung sei es noch zu früh. Also doch Rückenlage. Das CTG wurde angeschlossen und sofort ertönten die immernoch so vertrauten Geräusche des bummernden Herzens. Krümelinchen war ruhig, sie schien tatsächlich zu schlafen. Der Herzschlag lag zwischen 130 und 150. Das kannte ich doch irgendwo her. Nach 20 Minuten, ein paar Rüttelbewegungen und gutem Zureden später setzte ich mich doch noch hin. Doch auch jetzt änderte sich nichts. Wir brachen ab. Die Ärztin ließ mich nach Anblick des CTGs – oh Wunder – Treppensteigen. Ein weiteres Mal wurde ich angeschlossen, doch diesmal gleich im Sitzen. Krümelinchen war nun wach, das merkte ich sofort. Und das zeigte sich auch gleich im Ergebnis. Zwischen 150 und 180 rotierte nun der Herzschlag. Nach 10 Minuten war die Assistentin glücklich und präsentierte stolz das Ergebnis der Ärztin, die mich nun in die Freiheit entließ. 

Ich hoffe die nächsten Male wird es auch wieder so gut enden. In zwei Wochen weiß ich mehr, dann muss ich wieder antanzen.

Was habt Ihr für Erfahrungen mit den CTGs gemacht?

Eure Wiebke  

8 Comments

  1. 3 April 2015 at 6:52 am

    Unsere Kleine war genau das Gegenteil: sobald ein CTG gemacht wurde, hat sie sich vehement beschwert und dagegen getreten 😉 Da sie sonst eher ruhig war, war es für mich immer sehr beruhigend, dass sie so aktiv sein konnte.
    Jetzt (mit einem Jahr) ist sie zu Hause ein richtiger Wirbelwind und Wutkopf. Aber sobald wir das Haus verlassen ist sie das Vorzeigekind schlechthin. sie schaut sich erst einmal alles wie versteinert und mit großen Augen an, bevor sie auch da anfängt zu brabbeln oder sonstwie altiv zu werden. Wutanfälle hat sie (zum Glück) bisher nur zu Hause.

    • 3 April 2015 at 11:21 am

      Auch gut. Dann sind Dir zumindest Extra-Termine im Krankenhaus erspart geblieben 😉
      Aber nun scheint sie sich ja sehr ähnlich zu verhalten, wie auch unser Wirbelwind ist. Schon witzig.

  2. 3 April 2015 at 1:18 pm

    Oh das leidige CTG-Gedöns. Hmpf. Irgendwoher kenne ich die "Probleme" doch. Nur ein bisschen anders 😉
    Hier ist das Bauchmädchen immer am Durchdrehen, sobald das CTG dran ist. Das hat dann zur Folge, dass es streckenweise keinerlei Aufzeichnungen gibt – was der Ärztin dann auch nicht sooo gut gefällt.
    Meine Hebamme gab den Tipp, das CTG mal leiser zu stellen. Das hab ich beim letzten Mal mal gemacht und – oh Wunder – schon waren die Töne gut aufzuzeichnen. Vielleicht hilft Dir/Euch das auch?

    LG,
    die Alltagsheldin

  3. 11 April 2015 at 8:40 am

    Hmm, bei meiner Kleinen liegen die Herztöne immer so zwischen ca. 120 und 140 (32. und 34. SSW) , manchmal minimal drüber. Ich merke auch, dass sie wach ist, da sie dann tritt aber mit diesen Werten ist meine Gyn top-zufrieden und meinte, das sei optimal!
    Einzig meine zu frühe, recht starke und viel zu häufige Wehentätigkeit ist nicht gut, aber die Herztöne selbst hat sie mit diesem Rhythmus als perfekt eingestuft…
    LG

    • 11 April 2015 at 9:16 pm

      Das ist ja merkwürdig. Ich wünschte mein Arzt wäre so gelassen!
      Hoffe mit deinen Wehen ist alles im Rahmen?!
      LG Wiebke

  4. 12 April 2015 at 2:42 pm

    Bei unserem Krümelchen liegt der Herzschlag eher zw. 110 und 120, zumindest jetzt in den letzten Wochen (aktuell 41.SSW). Aber auch ich darf immer häufiger in die Trickkiste greifen, um einen halbwegs passablen Herzschlag zu erreichen 😉 150 erreichen wir nur, wenn es sich über etwas aufregt, wie z.B. wenn wir den Popsch beiseite schieben oder so 😉

    • 13 April 2015 at 7:30 am

      Es ist wirklich interessant zu hören, wie andere Babys beim CTG abschneiden und wie die Ärzte darauf reagieren. Ich hätte nie gedacht, dass es da so große Unterschiede gibt!

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