Alternative Strategien zur Einschlafbegleitung

Tipps zur Abschaffung der Einschlafbegleitung

Ich habe mich sehr gefreut, dass mein Beitrag zur Einschlafbegleitung von Wölkchen so viel Beachtung fand. Irgendwie ist es sehr tröstlich zu wissen, dass viele Kinder (und Eltern) ganz ähnlich ticken. Kinder, die einfach nur in den Schlaf gekuschelt werden wollen und sich dabei besonders viel Zeit lassen. Und Eltern, die das zwar sehr gerne tun, aber irgendwann auch endlich mal Feierabend haben wollen.

Doch was tut man denn dann, wenn man mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist? Dank Eurer lieben Kommentare habe ich einmal ein paar Strategien von Euch zusammengefasst.

1. Aussitzen – oder besser: Ausliegen

Die Kinder werden so schnell groß. Schneller als man denkt, wollen sie die Hand zum Einschlafen nicht mehr haben. Dann schicken sie uns aus dem Zimmer, weil sie auch mal für sich sein wollen, weil sie ja jetzt schon groß sind. Und irgendwann, da ziehen sie ganz aus. Dann kann man nicht einmal mehr des Nachts heimlich ins Zimmer linsen und sich von den gleichmäßigen, süßen Atemgeräuschen beruhigen lassen. Oder um es mit den Worten von Leserin Ulli zu sagen:

Scheiß drauf, die Zeit vergeht so schnell, etwas wichtigeres als die Kinder kann es nicht geben! Alles andere kann ich später nachholen, da werde ich dann gern mit ihnen kuscheln wollen, und sie wollen mich nicht mehr.

Tipp Nummer eins lautet daher: Genießt die Zeit, genießt das Händchenhalten, genießt das Kuscheln. Es ist nur eine viel zu kurze Phase. In ein paar Jahren habt Ihr mehr Feierabend, als Euch vielleicht lieb ist.

2. Einschlafbegleitung zeitlich nach vorne verlegen

Morgens früher wecken

Im Zusammenhang mit dem späten Mittagsschlaf und der entsprechend zeitlichen Verzögerung des Nachtschlafes nach hinten in den späten Abend  hinein, wurde mir ebenfalls ein Tipp mitgegeben. Man könne versuchen das Kind morgens eher zu wecken, damit es mittags eher müde wird und der Tag wieder mehr im Lot ist.

Grundsätzlich finde ich den Vorschlag durchaus logisch, für uns ist er aber wohl weniger umsetzbar. Denn Wölkchen wacht gegen 7 Uhr auf. Ich persönlich finde das früh genug. Und ich selber möchte nicht noch früher aufstehen. In unserem Fall muss man sich wohl damit abfinden, dass das Kind einfach weniger Schlaf braucht, als andere Kinder.

Mittagsschlaf weglassen

Wenn man den abendlichen Schlaf nach Vorne legen möchte und das Kind augenscheinlich nicht so viel Schlaf benötigt, ist es sinnvoll den Mittagsschlaf wegzulassen. In der Anfangszeit wird es schwierig sein, weil die Umstellung schon enorm ist. Aber es kann sich lohnen.

Eine Leserin meinte jedoch, dass der Wegfall des Mittagsschlafes bei ihr keine Besserung brachte. Da gibt es wohl nur eine Lösung: auf die Reaktion des eigenen Kindes achten und schauen, ob es klappt oder nicht.

Kein Auto fahren

Auch wir hatten versucht den Mittagsschlaf wegzulassen (siehe eingangs verlinkter Beitrag). Wir scheiterten jedoch daran, dass wir nachmittags Auto gefahren sind und Wölkchen dort von einer Sekunde auf die andere eingebutzelt ist. Ein Tipp ist daher, am Nachmittag auf das Autofahren zu verzichten, damit alle Bemühungen nicht von einem schunkelnden, motorisierten Einschlafexperten zu Nichte gemacht werden.

3. Einschlafbegleitung verkürzen

Die Streichung des Mittagsschlafes kann dazu dienen, dass das Kind abends nicht nur früher, sondern auch schneller einschläft. Aber von den Lesern wurden noch weitere Strategien genannt, die die Einschlafbegleitung verkürzen soll.

Nach einiger Zeit wieder rausgehen

Bei dieser Variante wird das Kind für ein paar Minuten (beispielsweise eine viertel Stunde) in den Schlaf begleitet. Sollte es bis dahin nicht eingeschlafen sein, dann verabschiedet sich das Elternteil vom Kind und verlässt das Zimmer. Hierbei sollte man das Kind lieb verabschieden, eine Gute Nacht wünschen und ihm erzählen, wo man hingeht: auf die Toilette, Zähne putzen, Geschirr abwaschen… Wenn das Kind weint, dann geht man wieder zurück, beruhigt es, geht wieder usw. So sind zumindest andere Leserinnen vorgegangen und hatten Erfolg. Irgendwann, nach ein paar Tagen, wurde das neue „Ritual“ dann akzeptiert.

Bei uns hat diese Variante bereits ein paar Mal funktioniert. Öfter beim Papa, einmal bei mir. Zur Zeit ist sie wieder sehr anhänglich und selbst der Papa darf nun beim Zubettbringen nicht den Raum verlassen. Für scheint es also keine passende Strategie zu sein.

Globuli geben

Ich weiß schon, der Einsatz von homöopathischen Mitteln ist bei vielen von Euch nicht sonderlich angesehen. Aber auch wenn die Wirkung angezweifelt wird, zumindest schaden tut es in diesem Falle nichts. Für Kinder gibt es, je nach Ursache der Schlafprobleme, verschiedene Wirkstoffe: Calcium phosphoricum, Aconitum oder Ambra gehören dazu. Bei welchen Schlafbeschwerden welches Mittel einzusetzen ist, informiert Ihr Euch bitte bei Eurem Kinderarzt oder Homöopathen des Vertrauens.

4. Einschlafbegleitung abschaffen

Einen Ersatz schaffen

Wenn die Eltern zum Einschlafen nicht mehr bzw. weniger dabei sein sollen, braucht das Kind einen Ersatz. Man kann gemeinsam mit dem Kind ein Kuscheltier benennen, das an der elterlichen Stelle nun seine Hand hält. Natürlich kann es die Nähe der Eltern nicht ersetzen, aber vielleicht hilft es, um über die veränderte Situation hinweg zu kommen.

Im Wohnzimmer einschlafen lassen

Das Einfachste wäre wohl, das Kind nicht ins Bett zu bringen. Dann erspart man sich das ganze Einschlafprozedere. So riet es mir auch eine andere Leserin. Das Kind wird nach dem Abendbrot fertig gemacht (umgezogen, Zähne geputzt) und darf anschließend so lange bei den Eltern bleiben, bis es von alleine einschläft. Die Eltern können nun das schlafende Kind problemlos in sein Bettchen tragen und fertig.

Hört sich sehr bequem an, doch ich denke diese Variante wird nicht für jeden etwas sein. Zum Einen müssen sich die Eltern darüber im Klaren sein, dass sie ihren „Feierabend“ mit ihren Kindern teilen und zum anderen müssen die Kinder mit dieser geringen Struktur klar kommen. Aus diesem Grund wäre diese Herangehensweise wohl auch nichts für mich.

Schlaftraining

Manche Eltern vermuten, dass die elterliche Anwesenheit das Kind in seinem Einschlafen stört. Daher gehen Sie aus dem Raum und zeigen dem Kind auf eine sehr eindrückliche Weise, dass es doch bitte alleine lernen soll einzuschlafen. Genauer möchte ich nicht auf diese „Methode“ eingehen, da ich persönlich nichts davon halte.

5. Professionelle Schlafberatung in Anspruch nehmen

Jede Familie hat seine eigenen Hintergründe, Erfahrungen und Besonderheiten. Und jedes Kind tickt anders. Daher ist es schwer, pauschale Aussagen darüber treffen zu wollen, welche Methode für welches Kind denn nun am Besten zutrifft. Wenn man das Gefühl hat, dass die aktuelle Schlafsituation für das Familiengefüge nicht zufriedenstellend ist, kann man eine Schlafberatung in Anspruch nehmen. Kinderpsychologen, Familientherapeuten und andere professionelle Kräfte und Einrichtungen können hierbei eventuell einen ganz nützlichen Blick von Außen bieten. Einen Überblick zu Schlafberatungsstellen in der Nähe gibt es hier*.

In dem Sinne, wünsche ich Euch allen ein frohes Einschlafen. Und die Sache mit dem Durchschlafen, die klappt auch noch. Irgendwann.

Eure Wiebke

*kein Werbelink!

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