Warum ich eigentlich keine gute Bloggerin bin…

Bin ich eine gute Bloggerin?

Ich gebe es zu, ich bin ein Mensch mit unglaublich vielen Selbstzweifeln. Ich denke viel, oftmals ZU viel über Dinge nach. Ich reflektiere mich und mein Handeln ständig immer wieder aufs Neue. Das ist aus meiner Sicht eigentlich eine ganz positive Eigenschaft, führt aber dazu, dass ich eben auch sehr selbstkritisch bin. Und an genau diesem Punkt denke ich immer wieder: eigentlich bist Du keine besonders gute Bloggerin. Die Stammleser unter Euch, werden sich sicherlich wundern, was ich hier für komisches Zeug schreibe. Aber im Ernst, ich zweifle echt. Ich möchte Euch einmal ein paar Punkte verdeutlichen, die aus meiner Sicht einer Bloggerkarriere entgegenstehen.

1. Regelmäßigkeit

Ein guter Blogger sollte regelmäßig schreiben, um seine Leser bei Laune zu halten und nicht in Vergessenheit zu geraten. Aktuell veröffentliche ich genau einen Blogpost regelmäßig, und das ist der wöchentliche Beitrag zur „1000 Fragen an mich selbst“-Challenge. Ansonsten schaffe ich 0 bis 2 weitere Beiträge in der Woche. In letzter Zeit eher 0. Warum das so selten ist, das hat auch etwas mit dem nächsten Punkt zu tun:

2. Lust

Ja, ich habe manchmal echt keine Lust zu bloggen. Zwar fange ich ein paar Ideen an, öffne neue Entwürfe, tippe zwei Sätze ein und schließe sie wieder. So richtig Lust, mich stundenlang an einen Beitrag zu setzen, damit er mir und somit hoffentlich auch Euch gefällt, das habe ich selten.

3. Ausdrucksschwäche

Das liegt auch daran, dass mir das Schreiben nicht sehr leicht fällt. Schon in der Schule suchte ich in Aufsätzen nach dem richtigen Ausdruck, der gerne mit „befriedigend“ bewertet wurde. Worte fließen nicht so aus mir raus, sie sammeln sich erstmal in meinem Hirn, ehe sie häppchenweise rausgekleckert kommen. An einem Blogpost sitze ich daher manchmal mehrere Monate (!!!), ehe ich ihn veröffentliche, weil ich ihn gut genug finde. MONATE. Natürlich sitze ich da nicht 10 Stunden in der Woche daran, sondern mal da ein bisschen, und mal da ein bisschen. Aber es fällt mir schwer. Und das sollte es doch nicht.

4. Unsicherheit

Und dann kommt mir eben immer diese Unsicherheit in die Quere. Ist das jetzt gut genug? Kann ich das so schreiben, oder fühlt sich dann jemand auf den Schlips getreten? Hoffentlich kommen dann keine doofen Kommentare, die mich traurig machen usw. Ja, blöde Kommentare (ich rede hier nicht von konstruktiv geäußerter Kritik) treffen mich sehr. Und so überlege ich eben zweimal, naja, eigentlich noch ein paar Mal öfter, ob und wie ich mich hier im Netz äußere.

5. Zeit

Ich betreibe den Blog als Hobby. Das heißt ich gehe tagsüber einer Arbeit nach. Und anschließend habe ich auch meistens besseres zu tun: mein Leben als Mutter und Frau. Also eigentlich genau der Grund, warum ich blogge, ist der Grund, der mich immer wieder vom Bloggen abhält. Verflixt. Ja, ich gebe es zu. Ich sitze abends, wenn ich dann endlich mal Zeit dazu hätte, gerne einfach mit meinem Mann vor dem Fernseher oder treffe mich mit Freunden. Da bleibt nicht so viel Zeit zum Bloggen.

6. Vernetzungsmuffel

Ich bin eher der Typ „Zuhörer“, als derjenige, der die Gruppe anführt und unterhält. Ich halte mich gerne im Hintergrund, nehme dies und das auf, aber gebe nicht viel von mir Preis. Das passt natürlich prima zu einem Blogger, der sich gut vernetzen muss, um gesehen zu werden (das war jetzt ironisch gemeint. Habt Ihr gemerkt, oder?). Inzwischen bin ich in vielen sozialen Netzwerken vertreten: Instagram, Twitter, Pinterest, Facebook. Bei den ersten beiden aktiver, bei den letzten beiden weniger. Aber jedes Mal merke ich: Ich lese zwar gerne mit und schaue mir gerne die Bilder an, aber ich trete selten in Interaktion. Das bin einfach nicht ich. Das strengt mich an.

7. Vergesslichkeit

Wenn ich etwas mache, dann kann ich mich dort sehr gut hineinsteigern und alles um mich herum vergessen. Und so vergesse ich, mein Essen zu fotografieren, um es auf Instagram zu teilen oder einen lustigen Spruch, den meine Kinder von sich gegeben haben, auf Twitter zu posten. Und schwuppdiwupp bin ich wieder nicht präsent. Es ist zum Mäusemelken.

Sieben verflixte Punkte habe ich also zusammen bekommen, die eigentlich auf einen Punkt hinauslaufen: Ich bringe die ungünstigsten Voraussetzungen mit, um als Blogger durchzustarten. Und wenn ich mir die wundervollen Beiträge anderer Blogger durchlese, die genau so eins zu eins in einem Buch abgedruckt oder im Schulunterricht als „So könnte es aussehen“-Beispiel vorgezeigt werden können, dann frage ich mich, was ich der Welt als Blogger geben kann. Und wenn ich sehe, wie oft andere Blogger auf den sozialen Netzwerken aktiv sind, dann wundere ich mich, wie ich darin nicht untergehen kann.

Nur eine Sache verstehe ich nicht: Was wollt Ihr eigentlich noch hier? 😉

Eure Wiebke

 

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Bin ich eine gute Bloggerin?

10 Comments

  1. 23 Februar 2018 at 1:46 pm

    Hallo Wiebke,

    ich verstehe gut was Du meinst. Genauso geht es mir auch. Dein Beitrag hätte 1/1 von mir kommen können. Auch ich habe mich schon oft gefragt ob es besser ist einfach aufzuhören. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich wirklich kaum Leser/innen habe. Ich schreibe quasi fast für mich selbst mittlerweile und das könnte ich auch in einem richtigen Tagebuch. Warum ich mein Blog noch habe? Ich sehe ihn mir gerne an. Ich finde ich habe ihn sehr schön hinbekommen und lese gerne mal wieder eigene Texte, nur um mich daran zu erinnern was ich erlebt habe. Es macht mich dann ein bisschen stolz, auch wenn ich weiß das außer mir warscheinlich keiner so denkt. Ich bin mir fast sicher das es ewig dauern würde, oder vielleicht würde es auch gar nicht auffallen wenn mein Blog nicht mehr da wäre.

    Du aber hast für mich auf jeden Fall Mehrwert. Ich bin nicht so gut das jetzt zu erklären, aber ich freue mich über jeden Beitrag von Dir. Bin neugierig was bei Dir/Euch so los war. Ich finde Du schreibst ehrlich und schön. Nicht so überzogen wie viele andere Blogs. Wenn ich spezielle Infos will, dann googel ich danach. Auf Blogs möchte ich Leben haben und keinen Ratgeber. Dazu kann man auch eine normale Website verwenden finde ich. Ok, viele der großen Blogger/innen haben dennoch dafür ein Blog, aber wie gesagt, an deren Stelle fände ich eine Website besser, weil man auf Blogs doch eher eine eingeschränkte Suchfunktion hat.

    Mach bitte weiter wie bisher. Dein Blog ist genauso wie ich mir ein Blog vorstelle. Herzlich, authentisch und aus dem Leben.

    Liebe Grüße, Nicole.

    • 24 Februar 2018 at 12:05 am

      Ach Du bist echt süß. Du hast meinen Tag gerettet und Du bist auch der Grund, warum ich heute bis Mitternacht am PC gesessen und meine Beiträge im Entwürfe-Ordner überarbeitet habe. Ich danke Dir für Deinen Zuspruch, auch auf Twitter. Ich hoffe, dass Du auch Deine Leser bekommen wirst. Aber genau der Grund, den Du nennst, finde ich auch wichtig: einfach seine eigenen Gedanken und Gefühle später nochmal nachlesen zu können. Die Kinder bekommen das zum 18. Geburtstag als Buch gebunden, so viel steht fest 😉
      LG Wiebke

      • 24 Februar 2018 at 12:42 am

        Uih ich wollte Dich jetzt aber nicht um Deinen wohlverdienten Schlaf bringen :-O. Nein im ernst jetzt. Ich freue mich sehr das meine Worte genau so ankamen wie sie das sollten und Dir wieder zeigten wie wertvoll Dein Blog ist. Weil was will man mit all den geschönten Blogs? Ich persönlich kann mich mit denen nie wirklich identifizieren. Ich möchte Herzenswärme und liebe zum Bloggen spüren und wahre Geschichten aus dem Leben lesen können. Sowas fesselt mich. Für Ratschläge gibts auch Bücher. Und wie sagt man so schön: nicht die Masse, sondern Klasse machts. Also lieber ein paar wenige gute Beiträge, als jeden Tag einfach nur was hingekritzelt.

        Ich will damit aber jetzt nicht sagen das alle professionellen Blog lieblos sind.. Nein, da gibt es auch ein paar sehr gute die ich selbst auch lese, aber wie ich bereits schon schrieb, aufgehoben und mitgenommen fühle ich mich meistens nur bei privaten Blogs.

        Ist übrigens eine ganz tolle Idee mit dem Buch für Deine Kinder.

        Ein paar Leser habe ich ja noch und ich freue mich über jeden einzelnen von ihnen <3. Vielleicht werden es ja wirklich irgendwann wieder ein paar mehr. Und wenn nicht ist das auch nicht schlimm, ich schreibe für die die da sind und auch für mich :-).

        So jetzt wünsche ich Dir noch eine gute Nacht und bin schon sehr gespannt auf die Beiträge im Entwürfe-Odner :-).
        Liebe Grüße, Nicole.

  2. 23 Februar 2018 at 3:19 pm

    Manchmal sind die leisen Töne die schönen. Stell Dir mal vor, Smetanas „Moldau“ begönne direkt und würde durchweg gehalten im Fortissimo. Und das Perfekte ist uninteressant. Ein toll augeleuchtetes Foto vom Essen auf Instagram? Bitte. Tausendfach gesehen, kann man sich mit bewerfen. Und was sagt das denn auch schon? „Ich habe daran gedacht, mein Frühstück zu knipsen?“ Mh.

    • 24 Februar 2018 at 12:06 am

      Das ist eine schöne Metapher. Aber ein bisschen Fortissimo ab und an ist schon ganz gut 😉

  3. 23 Februar 2018 at 8:07 pm

    Hallo Wiebke,

    Ich als Stammleserin kann dir versichern, dass du wunderbare Beiträge schreibst, die ich immer wieder gerne lese.

    Du gehörst einfach zur Elite bei der Klasse statt Masse zählt.

    Viele Grüße
    Mama Maus

    • 24 Februar 2018 at 12:07 am

      Du bist lieb. Das freut mich, auch dass Du mich zur „Elite“ zählst. So verschieden können manchmal die Wahrnehmungen auseinander gehen. LG Wiebke

  4. 23 Februar 2018 at 9:24 pm

    Die Überschrift Deines Artikels sprach mich direkt an weil… könnte von mir sein 😀 Und ich könnte fast alle Deine Punkte genauso formulieren. Ein Punkt käme noch hinzu: Manches ist mir zu privat. Trotzdem blogge ich weiter, meistens tue ich es nämlich schooon gern.
    Und ich lese bei Dir auch sehr gern mit. <3
    Liebe Grüße,
    Tanja

    • 24 Februar 2018 at 12:08 am

      Liebe Tanja,
      das stimmt. Es ist schade, dass man sich selbst einer Zensur unterzieht, weil man eben doch nicht alles von sich und seinen Kindern preis geben möchte. Und schön, dass Du gerne bei mir liest…
      LG Wiebke

  5. 4 März 2018 at 6:36 pm

    Liebe Wiebke,

    mach dich bitte nicht so schlecht. Ich habe festgestellt, dass es beim Bloggen nicht darauf ankommt, eine Journalisten Ausbildung in der Tasche zu haben, sondern ein sympathischer Mensch mit allen Ecken und Kanten zu sein. Wer möchte denn wirklich so eine Lehrbuch-Gestalt sein und sich so unter Druck setzen lassen, immer perfekt sein zu müssen? Bleib so wie du bist, dann passt das schon.

    Liebe Grüße
    Desirée

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