Warum unsere Kinder wieder getrennt schlafen

Warum unsere Kinder wieder getrennt schlafen

Vor fast zwei Jahren, Wölkchen war 14 Monate alt, räumten wir ein kleines Plätzchen in Wirbelwinds Kinderzimmer frei und stellten Wölkchens Bett hinein. Fortan schliefen beide Kinder zusammen in einem Zimmer (Ich berichtete hier). Fast zwei Jahre später haben wir nun einen Rückzieher gemacht. Während ich mit den Kindern bei meiner Schwester verweilte, räumte der Mann Wölkchens Bett wieder in das kleine Gästezimmer. Versuch gescheitert, würde ich mal sagen.

Wie es dazu kam

Eigentlich klappte es ganz gut. Wirbelwind hatte schon immer einen guten Schlaf. Da störte es sie nicht, wenn Wölkchen noch etwas herumwuselte, ehe sie irgendwann sich doch mal besann einzuschlafen. Zunächst in Form einer Einschlafbegleitung, später mit Verabschieden und hinausgehen. Aber IMMER ist Wirbelwind recht schnell eingeschlafen und Wölkchen eierte so vor sich hin.

Das Gute an der Situation war, dass man das Gefühl hatte, beiden Kindern gleichzeitig besser gerecht zu werden, wenn man die Kinder alleine ins Bett brachte. Ist ja wirklich praktisch, dass man dann nur in einen Raum muss. Aber andererseits mussten wir auch nur wegen Wölkchen immer wieder hinein. Sie hatte und hat auch weiterhin einfach Probleme in den Schlaf zu finden. Was bei Wirbelwind in zwei Minuten klappt, dauert bei Wölkchen immer mindestens eine Stunde. Verrückt, wie verschieden die beiden Mäuse sind.

Nun im Sommer spitzte sich die Situation allerdings zu. „Ich bin aber noch gar nicht müde!“, jammert nun Wölkchen JEDEN Abend. „Es ist noch hell!“, folgt fast im selben Atemzug. Da kann man noch so viel erklären, dass man auch bei Tageslicht schlafen gehen darf. Wölkchen schläft erst mit Sonnenuntergang ein. Irgendwann zwischen 21 und 21:30 Uhr wird es ruhiger im Babyfon, hört man nicht mehr die Getränkeflasche klappern und die Taschentücher rascheln.

Arrrghh. Es ist schon verflixt, wenn die Kinder so unterschiedliche Schlafbedürfnisse haben. Auf der Suche nach einer für uns passenden Lösung hatten wir eine zeitlang versucht, die Kinder noch in ihrem Zimmer spielen zu lassen, damit wir Eltern unseren Feierabend haben und Wölkchen doch noch die Chance hatte, müde zu werden. Das Ende vom Lied war allerdings, dass die Kinder sehr heftig und laut gespielt hatten und auf diese Weise eher wacher als müder wurden. Und unser Wirbelwind, die ja eigentlich um diese Uhrzeit tief und fest schlummerte, war nun auch plötzlich noch wach und am nächsten Morgen kaum aus dem Bett zu bekommen.

Diese allabendliche Zubettbringsituation bedeutete Folgendes:

  1. weniger Schlaf: Wirbelwind bekam deutlich weniger Schlaf als früher, weil sie durch Wölkchen länger wachgehalten wurde. Da hilft auch das beste Schlafverhalten nicht. Ein wuseliges Wölkchen im Zimmer zögert den Schlaf der Schwester deutlich nach hinten hinaus.
  2. Neid: Wirbelwind musste jeden Abend mit ansehen, wie Wölkchen von uns mehr Aufmerksamkeit erhielt, wir an ihrem Bett viel länger verweilten, als an ihrem bzw. öfter zu ihr kamen.
  3. Frust: Und manchmal beobachtete Wirbelwind sogar, wie Wölkchen nach dem Zubettbringen hinausging und für eine ganze Weile nicht wieder kam. Die Vorstellung, dass wir im Wohnzimmer mit dem nicht müde werdenden Wölkchen ausgiebig spielten (was nicht stimmte), führte zu unnötigen Frust.
  4. Bedürfnisse missachtet: Auch wir Eltern konnten mit der unterschiedlichen Einschlafzeit schlecht umgehen, weil wir verhindern wollten, dass Wölkchen die Große vom Schlafen abhält. In der Folge sind wir weniger auf die Bedürfnisse von Wölkchen eingegangen, sondern haben viel zu sehr auf die zeitlichen Probleme geschaut. Das war auch für Wölkchen nicht gerade befriedigend.

Kurzum: Die Situation war für alle Beteiligten frustrierend. Die einen kamen nicht zu Schlaf und fühlten sich ungerecht behandelt, die anderen fühlten sich in ihren Bedürfnissen nicht beachtet und wir Eltern waren sowieso frustriert und überfordert.

Was wir uns davon erhoffen, wenn sie getrennt schlafen

Eine Trennung der Schlafräume kann genau diese Nachteile beseitigen. Jedes Kind kann nach seinem eigenen Schlafrhythmus einschlafen und auch wir Eltern können unseren Kindern das geben, was sie brauchen, ohne dass wir befürchten müssen, dass sich der eine ungerechter behandelt fühlt, als der andere. Wirbelwind kommt zu ihrem Schlaf. Das ist uns jetzt besonders wichtig, wo sie doch im August in die Schule kommt, hier zeitig ins Bett sollte und früh aus den Federn muss.

Und Wölkchen kann in ihrem Zimmer so viel herumwuseln, wie sie es für nötig hält. Vielleicht versuchen wir es auch nochmal mit dem selbstbestimmten Einschlafen, d.h. dass Wölkchen so lange in ihrem Zimmer spielt, bis sie denkt, dass sie müde genug ist, um ins Bett gebracht zu werden. Das ist bei getrennten Zimmer deutlich sinnvoller, weil die Kinder so auf ihre eigene Müdigkeit hören können, und nicht vom Spielen des Anderen angeregt werden.

Gerade dieses Selbstbestimmte scheint Wölkchen sehr wichtig zu sein. Schon öfter haben wir es so geregelt, dass sie uns sagen sollte, wenn sie bereit ist Schlafen zu gehen. Und sie rief dann irgendwann „Ich bin bereit“ und ließ sich dann von uns ins Bett bringen. Schneller schlief sie zwar dennoch nicht ein, aber zumindest jammerte sie nicht, dass sie nicht müde sei.

Wie sich die Schlafsituation die nächste Zeit entwickeln wird, wird sich zeigen. Die erste Reaktion von Wirbelwind war: „Oh, cool“, weil sie statt Wölkchens Bett nun ein kleines Sofa in ihrem Zimmer stehen hatte. Die erste Reaktion von Wölkchen hingegen war „Ich möchte nicht alleine schlafen!“. Ich kompensiere derzeit die neue Situation mit Extra-Kuscheleinheiten. Die sind auch nur möglich, weil uns Wirbelwind dabei nicht zuschauen kann (wir erinnern uns an den Neid-Faktor). Vielleicht lernt sie auf diese Weise die neue Situation zu schätzen. Ich für meinen Teil bin davon überzeugt, dass dies der richtige Weg für uns ist, aus den oben genannten Gründen. Und wenn nun endlich die Sonne wieder früher untergeht, dann bleibt ja auch noch Hoffnung, dass wir Eltern wieder etwas früher Feierabend haben.

Wie ist es bei Euch? Schlafen Eure Kinder in einem Zimmer oder in getrennten Räumen? Und was habt Ihr da für Erfahrungen gemacht?

Eure Wiebke

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Warum unsere Kinder wieder getrennt schlafen

3 Comments

  1. 28 Juni 2018 at 11:20 pm

    Hallo Wiebke,

    Ich bin gespannt, wie es bei euch weitergeht und ob die getrennten Schlafzimmer euch mehr Schlaf einbringen.

    Bei uns verteilen sich die vier Kinder auf 3 Zimmer. Wobei immer zwei manchmal auch drei Kinder in unterschiedlichen Zusammensetzungen zusammen schlafen. Das klappt meistens richtig gut.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  2. Noname
    Antworten
    2 Juli 2018 at 12:31 am

    Alles hat seine Vorteile und seine Nachteile. Man muss immer beides gegeneinander abwiegen und dann das bestmögliche machen. Das „Zusammen in einem Zimmer schlafen“ war das beste für die „damalige“ Zeit. Ihr konntet Euch gemeinsam um beide Kinder kümmern. Das „Getrennt in zwei Zimmern schlafen“ ist das beste für die „kommende“ Zeit. Wenn ein Kind zur Schule muss und das andere länger schläft, ist ein Zimmer nicht gut.

    Natürlich ist es schade, daß beide Kinder unterschiedlich da drauf reagieren. Aber „that’s Live“. Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, daß die zwei unterschiedlicher Meinung sind. Vielleicht hilft es der kleinen ja, wenn sie selber Entscheiden darf. Also wenn sie das zumindest glaubt. Wenn Du es schaffst, daß sie das eigene Zimmer besser findet, hast Du gewonnen. Die Extra-Kuschel-Einheiten sind natürlich ein Pluspunkt für sie, für das eigene Zimmer. Aber ein gefährlicher für Dich. Es gibt aber noch einen zweiten Pluspunkt, welchen Du Ihr schmackhaft machen könntest. In ihrem eigenen Zimmer darf sie (vorläufig) so lange wach bleiben wie sie möchte.

    Meine Schwester war damals auch so. Sie wollte nicht schlafen gehen, hat am Ende mit der Taschenlampe unter der Bettdecke Bücher angeschaut. Selbst zur Schulzeit war das noch so. Später hat sie ganze Romane so gelesen. Wenn Mum kam gab es mecker. „Du musst schlafen“. Wenn ich kam gab es kein Meckern, sondern nur „Wenn Du morgen aufstehen kannst, gerne. Ich wecke Dich.“. Interessanterweise konnte sie Morgens aufstehen. Also: Why not?

    Vielleicht gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten, das eigene Zimmer schmackhaft zu machen. Haben die zwei unterschiedliche Wünsche was die Zimmer betrifft? Klar neu Streichen in der Wunschfarbe für beide wäre zu viel, aber vielleicht haben beine eine Lieblingstier und das gibt es bei Ebay als Mega-Foto für die Tür-Innen-Seite zu kaufen. Bei getrennten Zimmern darf sich jeder sein Foto selber aussuchen. (Gut, blöd wäre, wenn beide das gleiche wollen, dann klappt der Trick nicht).

    • 2 Juli 2018 at 9:47 am

      Vielen Dank für die ausführliche Antwort und die Tipps. Das Problem mit dem später einschlafen ist eben, dass sie morgens tatsächlich auch länger schlafen möchte. Wenn sie ausschlafen kann, sind wir aktuell bei 8 Uhr. In der Woche müssen wir sie aber spätestens 6:45 Uhr wecken. Ihr fehlt also eine Stunde Schlaf, die sie abends verpasst. Oftmals ist es auch weniger ein Nicht-Schlafen-Können, sondern ein Nicht-Schlafen-Wollen. Ist schwierig zu erklären. Aber wir werden schon unseren Weg finden. Tatsache ist jedenfalls, dass sie morgens sehr mürrisch drauf ist 😉 LG Wiebke

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