Wirbelwind, die Wassernixe – mein Staunmoment

Staunmoment mit Wirbelwind: die Wassernixe

Nach der Geburt von Wölkchen merkte ich, dass mein Fokus viel zu selten auf dem großen Wirbelwind liegt. Daher habe ich hier auf dem Blog die Kategorie „Staunmoment mit Wirbelwind“ eröffnet. Lange habe ich in dieser Rubrik nichts mehr geschrieben, aber heute möchte ich das ändern: mein Staunmoment mit Wirbelwind im Schwimmbad.

Wasser seit jeher ein schwieriges Element

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie nach der Geburt unser Wirbelwind die ersten Male im Badeeimer noch über sich ergehen ließ, sich dann aber vehement sträubte, dieses nasse Etwas an sich heranzulassen, egal ob Badeeimer oder Babybadewanne. Das änderte sich erst, als sie mit uns in der großen Wanne badete. Nun war Wasser okay. Nur am Kopf wurde es kritisch.

Wir spulen vor. Egal in welchen Badeurlaub wir schauen: Wirbelwind ist die, die mit den Füßen ins Wasser geht und dann zufrieden ist. Mit dem ganzen Körper reingehen? Nein danke. Da wird man ja nass. Wenn wir versuchten, ihr die Schwimmbewegungen zu zeigen und sie aufmunterten, uns es nachzumachen, blockierte sie.

Wenn es Klick macht

Und dann kam der Ostseeurlaub mit den Großeltern im vergangenen Jahr. Als sie zurück kam, war sie wie ausgewechselt. Sobald wir ins Freibad oder Schwimmbad gingen, war sie die erste im Wasser. Die Kälte schien ihr plötzlich nichts mehr auszumachen (auch wenn sie die erste war, die blaue Lippen bekam). Sie war nicht mehr wieder zu erkennen. Sie schwamm kurze Strecken und planschte, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.

Nur mit dem Tauchen tat sie sich schwer. Hier muss ich zugeben, dass ich selber kein gutes Vorbild bin, weil mein Kopf unter Wasser ein äußerst seltener Anblick ist. Mit Schwimmbrille ging es aber dann doch einigermaßen.

Und dann kam der Ostseeurlaub mit den Großeltern in diesem Jahr. Als sie nun zurückkehrte, schwamm sie plötzlich nicht nur lange Strecken, nein, sie taucht nun auch ohne Taucherbrille.

Ende August waren wir dann zusammen im Schwimmbad. Hier konnte ich mich von Wirbelwinds neu errungenen Fähigkeiten überzeugen. Gemeinsam schwammen wir zwei Bahnen (50 m). Sie zeigte mir, wie sie tauchte (ich habe ihr einen Tauchring besorgt, den sie nun mit Hingabe fallen ließ und wieder hinauf holte). Doch am Meisten überraschte mich Folgendes:

Wir schwammen in den hinteren Teil des Beckens, wo der Startblock installiert war. Ich wollte sehen, wie sie vom Beckenrand springt, weil man das für das Seepferdchen bräuchte. Sie überlegte kurz und sprang dann hinein. Einfach so. Ich war neugierig geworden und fragte, ob sie auch vom Startblock springen würde. Sie stellte sich drauf und zögerte. Ganz geheuer war es ihr nicht. Doch dann, plötzlich, sprang sie einfach los. Als sie auftauchte, grinste sie über das ganze Gesicht. Und ich gleich mit. Nun war kein Halten mehr: immer wieder kletterte sie hinauf und sprang hinein. Immer und immer wieder.

Erleichtert

Innerlich schüttelte ich den Kopf und war gleichzeitig so erleichtert, dass es ihr Freude bereitete. Ich selber habe mich als Kind, wenn es um das Tauchen ging, immer sehr gequält. Und angesichts des bevorstehenden Schwimmunterrichts in der Grundschule fiel mir wahrlich ein Stein vom Herzen.

Ein paar Mal war Wirbelwind inzwischen mit der Klasse schwimmen. Wirbelwind gehörte zu den wenigen Kindern, die in der Schwimmergruppe sind. Noch macht es ihr Spaß. Voller Stolz berichtete sie mir, dass sie eine Kerze und eine Arschbombe vom Startblock gemacht hat und bei Letzterem sogar mit dem Hintern auf dem Boden aufkam. Sie ist wie ausgewechselt.

Hätte mir das jemand vor zwei Jahren prophezeit, ich hätte ihn/sie für verrückt erklärt. Aber genau das zeigt mir mal wieder, dass das Leben eben nicht vorhersehbar ist und ich schon gar nicht ein Recht darauf habe zu denken, dass ich weiß, wo es lang geht. Für Wirbelwind hoffe ich, dass sie sich diese Freude und Unbefangenheit bewahrt, die sie bei so vielen Dingen an den Tag legt. Es ist erfrischend zu sehen, dass man mit weniger Grübelei (hier ein scharfer Blick auf mich selbst) manchmal besser durchs Leben kommt. <3

Eure Wiebke

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