Warum ich mit Facebook auf dem Kriegsfuß stehe…

Auf Kriegsfuß mit Facebook

Meine Facebookseite ist tot. Ich habe über 1700 Follower und bringe sie dennoch nicht zum Leben. Mein letzter Blogpost, den ich dort verlinkt habe, wurde von etwa 250 Leuten registriert und von NIEMANDEM geliked, geschweige denn kommentiert. Ich denke nicht, dass es ein so schlechter Beitrag war, dass man so überhaupt kein Like da lassen muss. Oder keinen Kommentar.  Ich habe Zeit und Herzblut hineingesteckt. Ich habe mir Gedanken gemacht, habe überlegt, wie ich es formuliere, habe in mich hineingehorcht und mein Herz ausgeschüttet. Und alles, was ich bekomme ist ein lieber Kommentar auf dem Blog. Keine Reaktion auf Facebook. Nichts. Woran liegt das?

Die Krux mit Facebook

Man muss dazu sagen, dass ich jetzt nicht sonderlich viel Zeit in Facebook investiere. Wenn ich gut bin, dann bringe ich einen Beitrag pro Tag, in dem ich etwas Lustiges poste oder einen neuen Blogpost verlinke. Traurig ist nur, dass genau dieses Verhalten von Facebook bestraft wird, weil in der Folge genau die wenigen Beiträge bei meinen über 1700 Followern gar nicht erst gezeigt werden. Erst wenn die Likes steigen, steigt auch die Reichweite. Das hat einen einzigen Grund, warum Facebook so einen Schwachsinn macht. Nicht, um die lieben Follower von Trash fernzuhalten, denn dann müssten sie die Seite ja nicht liken und somit die Beiträge auch nicht lesen. Nein, Facebook möchte schlichtweg erreichen, dass die Besitzer von solchen Seiten, sprich ICH, brav dafür zahlen, dass die Beiträge mehr Reichweite erhalten. Zahlen für mehr Reichweite. Prima. Da hat man also 1700 Follower und erreicht mit einem Beitrag ganze 200 bis 300 Leute, wenn man nicht in die Tasche greifen möchte! Das ist doch nicht wahr.

Was tun, um Leben auf die Facebook-Seite zu bringen?

Ich habe im Prinzip exakt zwei Möglichkeiten:

  1. Etwas ändern und auf Besserung hoffen oder
  2. Genau so weitermachen und mich mit der geringen Aktivität unter meinen Beiträgen abgeben.

Genau so weitermachen, möchte ich aber nicht. Denn ich möchte meine Leser auf Facebook nicht verlieren und – noch viel wichtiger – gerne dafür gewinnen, öfter meine Seite zu besuchen. Ja, das wäre super. Und jeder Blogger, der behauptet, es ginge ihm bei Facebook nicht darum, Leser für den Blog zu halten, der sagt nicht die Wahrheit, davon bin ich überzeugt. Was kann ich also tun?

1. Authentisch bleiben

Klar ist es wichtig authentisch zu bleiben, wenn man bloggt. Die Leser wollen eine Person hinter dem Blog sehen, mit der sie sich identifizieren, mit weinen, mit lachen und mit leben können.

Authentisch sein, das kann ich. Ich spreche über meine Gefühle, über meine Ängste und lustige Begebenheiten. Ich entführe Euch in meinen verflixten Alltag und in meine wirre Gedankenwelt. Alle Beiträge, die ihr von mir lest, sind 100 Prozent ich (ja, auch die mit „Werbung“ gekennzeichneten Beiträge!“).

2. Mehr preisgeben

Damit der Leser weiß, wer hinter dem Blog überhaupt steckt und mit wem er sich nun identifizieren möchte, muss der Blogger selbstverständlich auch etwas über sich preisgeben. Und dazu gehören eben nicht nur die Informationen aus den Blogbeiträgen, sondern auch ein paar Extra Informationen auf Facebook.

Da besteht bei mir Verbesserungsbedarf. Mir ist bewusst, dass mit den wenigen Informationen, die ich bislang auf Facebook geteilt habe, sich meine Person und Persönlichkeit wohl nicht so im Ganzen erschließt. Das ist meinem Charakter geschuldet, da ich auch in Echt ein eher zurückhaltender Typ bin. Quierligeren Persönlichkeiten fällt es deutlich leichter, mehr von sich preiszugeben und fremde Leser für sich zu gewinnen. Und es scheint auch zu funktionieren. Aber wollt Ihr wirklich wissen, was ich heute zum Mittag gegessen habe oder welche Farbe meine Schuhe haben? Interessiert Euch so etwas? Und noch viel wichtiger: möchte ich überhaupt, dass Ihr wisst, was ich heute gegessen habe? Bin das dann noch ich, wenn ich Zeug ausplaudere, die ich selber für völlig unwichtig halte? Bin ich dann noch authentisch (siehe Punkt 1)?

3. Mehr Posten

Was könnte ich noch ändern? Ich könnte es wie so viele andere Seiten machen, die für ihre Follower sichtbar bleiben wollen: Ich könnte jeden Tag mehrere sinnlose Beiträge posten, in der Hoffnung, dass meine lieben Follower fleißig darauf eingehen, liken, kommentieren und teilen. Denn so stellt man sicher, dass auch der nächste, neuere Beitrag wieder im Sichtfenster der Follower erscheint.

Nun habe ich das Problem, dass ich nicht ständig am PC herumhängen kann, um spannende Beiträge andere Blogger beispielsweise zu teilen, die es auf jeden Fall gibt, keine Frage. Mein Problem ist hierbei, dass mir das mit dem Handy nicht möglich ist. Hier lande ich immer wieder auf meiner privaten Seite. Oder hat da jemand Abhilfe für mich?

Andere Dinge, wie lustige Videos von tanzenden Kindern oder schmusigen Kätzchen sind aber weniger meins. So etwas würde ich auch dann nicht posten, wenn ich die Zeit dazu hätte. Außer ich habe gerade einen seltsamen Tag. Das weiß man selbstverständlich nie.

4. Zur Diskussion anregen

Dann könnte ich mehr Beiträge schreiben, die zur Diskussion anregen, sowohl FB-Beiträge, als auch Blogartikel. Aber das wäre Berechnung. Und das ist für mich als privater Blog nicht mein Ding. Ich bin froh, dass ich genau dann genau das veröffentlichen kann, was ich eben veröffentlichen möchte. Eben einen Beitrag, der mich gerade bewegt, eine Frage, die mir gerade durch den Kopf schießt oder eine Anekdote, die sich eben ereignet hat.

5. Für mehr Reichweite zahlen

Jep, ich habe es ja oben angedeutet. Ich könnte dafür zahlen, dass meine Beiträge bei mehr von Euch Followern ankommen. Merkt Ihr die Ironie? Ihr folgt mir, damit Ihr mich lesen könnt, und dann erhaltet Ihr diese Beiträge überhaupt nicht auf Eurem Bildschirm. Sie werden einfach zurückgehalten, bis man in die Tasche greift und fünf oder mehr Euro zahlt. Dann – schwupps, Oh Wunder – sind plötzlich viel mehr Leser am Start. Ich habe es noch nicht gemacht, aber bereits von anderen Bloggern gehört, das es tatsächlich funktioniert. Sorry, aber zahlen für die Leser, das kommt für mich nicht in Frage.

Und nun?

Wir halten fest: Im Prinzip weiß ich, wie man mehr Leben auf seine Facebook-Seite bekommt. Nur etwas steht dem im Wege: ICH. Die Art und Weise, wie Facebook funktioniert, widerspricht einfach meiner Person, meiner Art zu bloggen und meiner Lebensweise. ES FUNKTIONIERT NICHT.

Nur eines kann mich jetzt noch retten, bevor die ersten Strohballen über den Bildschirm fegen: IHR. Wer mich mag, auch und gerade WEIL ich so bin, wie ich bin, und mich gerne liest, weil ich so blogge, wie ich blogge, der möge doch bitte mit einem kleinen Däumchen, Herzchen oder meinetwegen auch zornigem Smiley zeigen, dass er den Beitrag gelesen, verstanden, verarbeitet, gemocht, gehasst oder sonst wie aufgenommen hat. Schreibt mir doch in einem kurzen Kommentar, was Euch gefallen hat. Und wenn Euch der Beitrag nicht gefallen hat, dann schreibt Ihr eben „Ey Du Wiebke, den Beitrag fand ich jetzt etwas seltsam. Mach mal lieber wieder was Lustiges“. Damit komme ich klar. Denn es ist ein Feedback. Mir geht es nicht darum, dass man mir Honig ums Maul schmiert. Ich möchte lediglich eine Rückmeldung von Euch Lesern haben, wie ihr meinen Text findet. Oder ein Däumchen, das mir sagt: „Ich habe Deinen Beitrag gelesen“. Mehr brauche ich nicht. Das macht mich schon glücklich, denn ich weiß, dass ich nicht in die leere Welt hinaus schreibe, sondern meine Worte irgendwo angekommen sind. Und es hat den positiven Nebeneffekt, dass diese Beiträge mehr Leute erreichen.

Denn eines möchte ich nicht machen müssen: mehr Trash auf meinen Facebook-Account bringen, nur damit ich mir sicher sein kann, dass Ihr dann auch meine richtigen Beiträge zu Gesicht bekommt. Und ich bin mir sicher, Ihr wollt das auch nicht.

Oder doch?

Eure Wiebke

 

Weil es passt, zeige ich Euch mal noch im Nachgang die Reaktionen zum Beitrag auf Facebook. Spannenderweise hat dieser Beitrag zehnmal mehr Leute erreicht, als mein letzter Beitrag!

16 Comments

  1. Nils
    Antworten
    14 November 2016 at 9:04 pm

    Hey Wiebke!

    Facebook ist echt so eine Sache, das widerspenstige Verhalten des Feeds und der Reichweite könnte man ewig diskutieren und / oder verteufeln. Will da auch gar nicht groß drauf eingehen, nur eine Frage / Tipp wegen der Mobilnutzung: hast du die App „Seitenmanager“ von Facebook? Bei mir hat das damals gut funktioniert, wesentlich besser als mit der Standardapp.

    Viele Grüße

    Nils

    • 14 November 2016 at 10:58 pm

      Hallo Nils,
      vielen Dank für den Tipp mit dem Seitenmanager. Ich habe ihn tatsächlich installiert, blicke aber noch nicht ganz durch, was sich mir da für Möglichkeiten bieten. Ich werde mich mal reinfuchsen!
      Viele Grüße, Wiebke

  2. Kerstin
    Antworten
    14 November 2016 at 9:06 pm

    Hi. Ich mag deinen blog sehr. Am liebsten die Alltagsgeschichten. Bei facebook bin ich aber nicht, daher kann ich dich nur hier liken 😉

    • 14 November 2016 at 10:59 pm

      Oh liebe Kerstin, das freut mich so sehr zu hören! <3 Und vielen Dank für Deinen "Kommenar-Like" 😉
      LG Wiebke

  3. Meta
    Antworten
    14 November 2016 at 9:20 pm

    Hallo liebe Wiebke, ich mag deinen Blog sehr und lese Beiträge von dir gleich als erstes. Aber Facebook ist nicht so meine Welt. Manche Blogs machen Gewinnspiele, an denen mal teilnehmen kann, wenn man ihre Seite auf Facebook teilt, liked, kommentiert … ich finde, Facebook wird immer unwichtiger. Lg!! Meta

    • 14 November 2016 at 11:02 pm

      Liebe Meta,
      ich freue mich auch immer über Deine Kommentare! <3
      Dass Facebook immer unwichtiger wird, habe ich schon von Einigen gehört. Aber bislang habe ich nicht das Gefühl, dass es so ist. Man kann darüber wirklich viel Einfluss gewinnen, wenn man es ganz bewusst steuert und Zeit investiert (die ich nicht habe). Ich weiß auch nicht so recht, ob das noch was wird, mit mir und diesem FB :-/
      LG Wiebke

  4. Anni
    Antworten
    15 November 2016 at 8:28 pm

    Hallo Wiebke, ich bin nun keine Bloggerin. Aber ich bin definitiv nicht bei Facebook. Und übrigens auch sonst in keinem sozialien Netzwerk. Dafür lese ich sehr gerne Deinen Blog! Nur so als Rückmeldung für Dich 🙂 Facebook und Co ist so gar nicht meine Welt. Das geht doch ehrlich keine Sau was an. Es ist so eine derbe Zeitverschwendung während das Leben weitergeht. Wenn ich nur an Themen wie Datenschutz, Identitätsklau etc danke würde mir schlecht, wenn ich bei Facebook und Co wäre. Deinen Blog aber finde ich wirklich toll! Viele Grüße von Anni.

    • 15 November 2016 at 9:09 pm

      Liebe Anni,
      es freut mich wirklich sehr, dass Dir mein Blog gefällt. <3
      Ja, die Sache mit dem Datenschutz... Aber es ermöglicht mir eben auch neue Leser für meinen Blog zu gewinnen bzw. aktuelle Leser auf neue Dinge aufmerksam zu machen, die hier so passieren.
      Aber umso schöner, dass Du auch ohne FB zu mir findest 😉
      LG Wiebke

  5. Julia
    Antworten
    16 November 2016 at 12:54 pm

    Liebe Wiebke,
    ich bin eine treue Leserin deines Blogs. Ich mag wie du schreibst und worüber sehr!!
    Ich war auch sehr berührt von deinem letzten Beitrag, weil du mir so aus dem Herzen gesprochen hast. Bei uns kommt noch hinzu, dass die Zwillinge dann immer miteinander verglichen werden, nach dem Motto: x ist aber motorisch schon weiter als y …! Ich finde es furchtbar und oft auch unfair. Diese Vergleiche versuchen wir als Eltern so gut es geht zu vermeiden und jeden in seinen jeweiligen Stärken zu sehen. Was mir dazu noch eingefallen ist: in fremder Umgebung verhalten Kinder sich ja auch nicht immer genauso wie zu Hause und eigentlich sollte das doch auch jedem bewusst sein. Trotzdem kommen solche Interpretationen.

    Auch mein verflixter Alltag lässt mir häufig kaum Zeit für gewisse Dinge, z.B. einen Kommentar zu schreiben 🙂
    Aber es ist gut, dass du es mal ansprichst, denn du gibst uns auf deinem Blog Lustiges, Inspirierendes, regst uns zum Nachdenken an und bist mit Herz und Verstand bei der Sache. Deswegen wäre es wichtig, dass wir dir auch was zurück geben. Ich werde versuchen auch öfter mal zu kommentieren. Bei fb bin ich nicht.

    Ganz liebe Grüße und hoffentlich noch viele weitere Kommentare.
    Julia

  6. 22 November 2016 at 10:05 am

    Hey Wiebke,
    Mensch, da hast du ja ungefähr die gleiche Reichweite wie ich mit meinen ca. 300 Follower, hihi 😉
    Hach, mit deinem Beitrag sprichst du mir aus dem Herzen. Ich komme auch nicht klar mit Facebook. Dabei habe ich in den vergangenen Monaten echt viel Zeit investiert, täglich gepostet, meine Seite überarbeitet und und und. Positiv: Dadurch habe ich tatsächlich mehr Fans gewonnen. Negativ: Meine Reichweite ist dadurch nur minimal gestiegen.

    Wie du anfangs schon bemerkt hast, es liegt an Facebook selbst: Du sollst schön Geld für FB Ads abdrücken, ansonsten biste halt nicht sichtbar. Da ich Facebook auch nutze, um zu lesen, was andere Seiten so publizieren, finde ich das echt schade. Denn: Deren Posts tauchen in meinem Feed auch nicht mehr auf.

    Was bei mir allerdings ständig auftaucht, sind die Beiträge von den Facebook-Gruppen. Man müsste also den Umweg machen und dort die neuesten Sachen posten, nicht auf der eigenen Seite. Ist aber auch nicht so mein Ding.

    Twitter funzt da besser – oder sagen wir: demokratischer. Da werden Tweets nicht einfach so verborgen, nur weil du kein Geld zahlst.

    Tja, was soll man also tun? -Auf Facebook verzichten? Bei den wenigen Zugriffen, die von dort kommen, gar keine schlechte Idee.

    LG Anne!!!

  7. Ursula Schäfer
    Antworten
    6 Februar 2017 at 12:35 pm

    Hallo Wiebke,

    Als ich mit FB angefangen habe, habe ich noch gedacht, dass ich mir mein Feed so gestaltet kann wie ich will, wie es passt und was mich gerade interessiert. Nun macht dies leider FB für mich. Wenn ich keine Reaktion auf Beiträge mache, wird mir nichts mehr angezeigt.

    Mittlerweile bin ich dazu übergegangen auf die Seiten direkt zu gehen um alles zu sehen.

    MFG Uschi

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