Ein unterhaltsamer Tag mit Wölkchen

Ein Tag mit einem kranken Kleinkind

Wölkchen ist mal wieder krank. Ich fürchte das zieht sich jetzt die gesamten Wintermonate so hin. Das letzte Mal blieb der Papa zu Hause, diesmal halte ich die Stellung. Von dieser geballten Ladung Wölkchen möchte ich Euch heute berichten. Aber keine Sorge: es ist kein Jammerbeitrag. Im Gegenteil. Denn es war ein Tag, an welchem mir Wölkchen eindrucksvoll zeigte, was für eine tolle Persönlichkeit hier heranwächst. Gerade die Interaktion mit ihr ist derzeit einfach zuckersüß. Aber von Vorne.

Die Vorgeschichte

Gestern habe ich sie mittags aus dem Kindergarten abgeholt, weil sie gebellt hat wie ein Hund. Sie ist heiser und klingt dann leider immer so, als hätte sie einen Pseudo-Krupp-Anfall. Das Bellen war uns also nicht neu. Genau das sagte mir auch die Erzieherin und bat mich das vom Arzt abklären zu lassen. Nach Rücksprache mit dem Kinderarzt war jedoch erst für heute Nachmittag ein Termin frei, und so verbrachten wir den heutigen Tag gemeinsam.

Nach dem Mittagsschlaf rang Wölkchen ziemlich stark nach Luft, röchelte und jappste. Das kannte ich bislang noch nicht. Abends brachte eine Freundin ein Inhalationsgerät vorbei und Wölkchen ließ es zum Glück mit sich machen.

In der Nacht wurde sie von einem Hustenanfall wach und der Papa nahm sie mit zu sich.

Stromverschwendung

Als unser Hündchen erwachte, war sie noch etwas brummelig drauf. Schließlich tut es im Hals weh. Nachdem ich ihr einen Erwachsenen-Hustenbonbon gab, war sie gleich wieder milde gestimmt. Papa verschwand mit Wirbelwind im Kindergarten und ich gönnte mir erst einmal eine Dusche. Wölkchen spielte derweil mit dem Licht herum, was angesichts des strahlenden Sonnenscheins reine Stromverschwendung war. Das sagte ich ihr auch: „Lass das Licht aus! Der Strom kostet Geld!“ Daraufhin konterte Wölkchen in voller Überzeugung: „Nein. Strom kostet kein Geld!“ Irgendwie hat sie ja recht: Sie hat noch nie gesehen, wie wir Geld in die Steckdosen und Lichtschalter eingeworfen haben. 😉

Das Licht-Thema verfolgte uns noch weiter. Denn kurz darauf ging ich ins abgedunkelte Schlafzimmer, um mir frische Wäsche aus dem Schrank zu holen. Sie schaute in den dunklen Raum und kommentierte trocken: „Sieht dunkel aus hier!“ Sie wird mal eine Meisterin der Suggestion.

Farbwechsel und Verhörer

Um den Stromzähler zu schonen, suchte ich mir mit Wölkchen eine „richtige“ Beschäftigung. Wölkchen schnappte sich den Nagellack von Wirbelwind und bestand darauf die Nägel lackiert zu bekommen. Einem kranken Kind sollte man ja keinen Wunsch abschlagen, und so lackierte ich das erste Mal in ihrem Leben ihre Fingernägel. Ich verließ kurz den Raum (ich weiß nicht mehr genau, warum) und als ich wieder kam, hatte sie fleißig weiter lackiert. „Mama, ich hab ein bisschen macht!“, rief sie mir stolz entgegen und ich starrte auf die bunt bemalten Finger.

Nach eine kurzen Abstecher zum Tablet bestand sie darauf zu puzzeln und so machten wir es uns auf dem Teppich gemütlich. Als sie genug vom Puzzeln hatte, stand sie auf und trat direkt auf das Puzzle. Ich: „Pass auf, das ist Pappe. Bitte nicht drauf treten.“ Sie schaute mich überrascht an und verbesserte mich: „Das ist nicht Papa!“ Mein persönlicher Schmunzler des Tages.

Mittagsschlaf mit Hindernissen

Nach dem Mittagessen versuchte ich Wölkchen zum Mittagsschlaf hinzulegen. Sie schien putzmunter. Irgendwann schaffte ich es zumindest, sie auf ihr Kopfkissen zu bekommen. Während ich fast wegdöste, strich sie mir mit ihrem Schmusetuch im Gesicht herum. Dann warf sie sich rücklings über mich und sang: „Meine Augen sind auf… la la la… la und la und la…“. In dem Moment klingelte der Postbote und ich wusste, dass der Mittagsschlaf heute wohl ausfallen würde. Wir nahmen das Paket entgegen und ich verkrümelte mich auf das Sofa, während Wölkchen sich etwas zum Malen organisierte.

Arztbesuch und Gewissheit

Irgendwann mussten wir los zum Arzt. Als wir ankamen, wurden wir bereits mit offenen Armen empfangen. Die vorherigen Termine hatten abgesagt und die Ärztin befürchtete schon am heutigen Tag leer auszugehen. Wir wurden gleich durchgewunken. Die Ärztin fing an Wölkchen zu untersuchen und mich auszufragen. Sie bestätigte meine Vermutung, dass sie tatsächlich zu Pseudokrupp neigt. Durch die Erkältung werden die Schleimhäute angegriffen und der Kehlkopf belegt. Das führt dann zu dem Bellen und – im schlimmsten Fall – Atemnot. Sie verschrieb mir ein kortisonhaltiges Medikament, dass wir ihr bei einem Krupp-Anfall geben konnten und gab mir noch weitere Tipps, wie man sich als Eltern verhalten sollte.

Nachmittags hing Wölkchen dann angesichts des fehlenden Mittagsschlafs ziemlich durch. Als wir Wirbelwind aus dem Kindergarten abholten, wäre sie mir fast im Buggy eingeschlafen. Fast. Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Spielplatz haben wir es uns zu Hause bequem gemacht. Wölkchen bekam dann abends doch noch etwas Fieber, fror und war auch sonst recht unausgeglichen. Aber wem kann man das denn verübeln. Jetzt gerade röchelt es auch sehr durch das Babyfon und wir müssen immer wieder zu ihr gehen und sie beruhigen. Sicherlich muss sich gleich einer von uns dazu legen.

Daher schieße ich diesen Beitrag am Besten und schaue mal nach meinem Wölkchen.

Habt Ihr schon Erfahrung mit Pseudokrupp gemacht?

Eure Wiebke

 

1 Comment

  1. Claudia
    Antworten
    17 November 2017 at 9:06 am

    Unsere Große hatte 3x Pseudokrupp. Das ist sehr beängstigend und ich habe auf Reisen immer noch dieses entsprechende Kortisonzäpfchen für den Notfall dabei. Aber inzwischen dürfte sie es hinter sich haben. Bei ihr äußerte es sich in absolutem Dauerhusten, der dann irgendwann bellend wird. Dann kriegen auch die Kinder irgendwann Angst. Mit weinen wird es aber natürlich noch schlimmer. Vor zwei Jahren (da war sie 2) haben wir auch tatsächlich nachts einen Krankenwagen gerufen, weil es so schlimm wurde! Die Sanitäter beruhigten uns auch, dass es nicht übertrieben sei das zu tun. Denn wenn der Kehlkopf zuschwillt, wird es irgendwann gefährlich! Im KH gab es dann auch Kortison und langsam wurde es besser. Die anderen beiden Male war es nicht ganz so schlimm, sodass wir selber Kortison gegeben haben und am nächsten Tag zum Arzt gegangen sind.

    Aber so ein richtiger Pseudokruppanfall ist wirklich schlimm – für Eltern und Kinder.

    Seit einem halben Jahr wohnen wir ländlicher, Großstadt gegen Kleinstadt getauscht und ich merke einen deutlichen Unterschied bei den jetzigen Erkältungen zu denen des letzten Jahres! Die beiden husten nicht mehr so stark und auch kürzer. Die Luft ist einfach besser!

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