Unser Wölkchen schläft alleine ein! Verrückt!

alleine Durchschlafen - so kann es klappen!

Erinnert Ihr Euch an die Beiträge, die ich zu Wölkchens Schlafverhalten, zum größten Teil zu tiest frustriert geschrieben habe? Im Mai berichtete ich beispielsweise, dass ich stundenlang neben Wölkchens Bett liegen muss, ehe sie endlich einschläft. Ein Weggehen war unmöglich (Einschlafbegleitung – und abendlich grüßt das Murmeltier). Und im September noch berichtete ich, dass Wölkchen bei Papa auch mal alleine einschläft, bei mir jedoch IMMER protestiert, wenn ich vorzeitig den Raum verlasse (Die Sache mit der Bindung beim Zubettbringen).

So hat Wölkchen gelernt alleine einzuschlafen

Von Papa zu Mama

Noch vor zwei Wochen war das Bild ähnlich: Papa konnte Wölkchen ins Bett bringen, das Zimmer verlassen, und sie schlief irgendwann von alleine ein. Manchmal dauerte das dennoch eine halbe Stunde bei ihr, aber sie weinte nicht oder rief nach uns. Sie schaute einfach ein wenig vor sich hin in die Nachtlicht-durchflutete Dunkelheit und schloss irgendwann ihre Augen. Ganz ohne Händchenhalten oder stundenlangem Nebenherliegen. Wenn ich genauso wie Papa agierte, weinte sie allerdings, sobald ich anfing mich zu verabschieden.

So weit also der Stand der Dinge. Dann haben wir das Experiment gewagt: auch ich wollte nun vorzeitig den Raum verlassen. Wir erklärten unser Vorhaben vor dem Schlafengehen. Sie reagierte teilweise gefasst und zustimmend, teilweise jammernd verneinend. Dann ging es ans Eingemachte. Ich verabschiedete mich beim Zubettbringen von Wölkchen und verließ das Zimmer. Natürlich jammerte Wölkchen sofort los, weil ich den Raum verließ. Papa ging wieder hinein und beruhigte sie. Dann kam er raus und holte mich wieder in das Zimmer. Er hatte Wölkchen erklärt, dass er mich noch einmal hineinholt, damit sie mir Gute-Nacht sagen kann. Aber dann würde ich wieder gehen. Zusammen mit Papa verabschiedeten wir uns also erneut von Wölkchen, verließen den Raum und – siehe da – sie akzeptierte es. Papa war stolz wie Bolle, dass sein „Erziehungskonzept“ funktionierte. 😉

Am nächsten Tag brachte ich wieder Wölkchen ins Bett. Papa stand hinter der Tür, allzeit bereit einzuspringen, wenn Wölkchen wieder protestierte. Ich ging aus dem Kinderzimmer und Wölkchen meckerte wieder etwas, allerdings eher halbherzig. Daher warteten wir ab. Und tatsächlich, nach kurzer Zeit war sie ruhig. Sie war alleine eingeschlafen. Einfach so. Am nächsten Morgen begrüßte sie mich freudestrahlend mit den Worten: „Alleine eingeschlaft!“. Auch sie war stolz auf sich, wohl auch weil sie sah, dass es uns so viel bedeutete.

In einer fremden Umgebung

Dann waren wir am Wochenende bei meiner Schwester zu Besuch, der Papa war nicht mit. Daher war ich alleine mit dem Zubettbringen betraut und konnte keinen Mann um Hilfe bitten. Trotz der fremden Umgebung klappte es ganz gut. Zwar wollte Wölkchen zunächst, dass ich mich zu ihr legte, aber ich erklärte ihr wahrheitsgemäß, dass ich ja noch keine Zähne geputzt hatte. Sie horchte auf und ich nutzte die Situation, um ihr zu erklären, dass ich noch Zähne putzen gehe, und dann wieder hoch kommen würde. Das war nicht gelogen, nur die zeitliche Dimension ist vielleicht ein wenig verzerrt 😉 Ich verabschiedete mich also von Wölkchen, sagte ihr sie solle sich schon mal hinlegen und schlafen. Sie legte sich hin. Ich verließ den Raum, ohne dass Wölkchen auch nur einen Mucks von sich gab. Pflichtbewusst putzte ich erst einmal meine Zähne, ehe ich mich perplex auf das Sofa zu meiner Schwester setzte und das Babyfon anstarrte. Gleich… gleich würde sie nach mir rufen und fragen, wo ich so lange bliebe. Gleich… Aber das Babyfon blieb still. Verrückt.

Der Zahnputztrick funktionierte auch am zweiten Abend. Am dritten Abend wollte sie allerdings, dass ich mir gleich zusammen mit ihr die Zähne putze. Ganz schön clever, die kleine Maus. Hier erzählte ich ihr, dass ich noch Wirbelwind ins Bett bringen muss. Auch das akzeptierte sie anstandslos. Es war geschafft, vorzeitig den Raum zu verlassen wurde zum „Standard“.

Wie bringe ich das Kind dazu alleine einzuschlafen?

Für Euch möchte ich kurz festhalten, was aus meiner Sicht wichtig ist, damit ein Kind lernt alleine einzuschlafen. Es handelt sich hierbei um meine persönliche Beobachtung, bei meinen eigenen Kindern. Ob diese Punkte auch für andere Eltern und Kinder passen, muss wohl jeder selbst herausfinden. Hier sind sie also:

1. Warten, bis das Kind reif genug ist

Ich bin davon überzeugt, dass ein Kind irgendwann alt genug ist, um zu verstehen, dass Mama und Papa auch eigene Bedürfnisse haben bzw. noch andere Dinge erledigen müssen und daher nicht die ganze Zeit am Bett sitzen bleiben können. Das kann ein Baby selbstverständlich noch nicht verstehen. Ein 2 1/4 Jahr altes Kind hingegen schon.

2. Das Kind gut vorbereiten

Vor dem Schlafengehen sollte dem Kind ganz klar bereits angekündigt werden, dass man nach dem Gute-Nacht-Lied geht und es alleine einschlafen soll. So gibt es keine bösen Überraschungen für das Kind und es ist vorbereitet.

3. Selbstsicher auftreten

Der Entschluss, das Kind alleine einschlafen zu lassen, muss selbstsicher durchgesetzt werden. Selbstverständlich sollte man auf die Signale des Kindes achten und das Vorhaben abbrechen, sobald das Kind Anzeichen zeigt, dass es mit der Situation komplett überfordert ist! Aber auch Kinder orientieren sich sehr genau an der Gestik und Mimik der Eltern. Wenn man zögert, wenn man etwas zu lange am Bett sitzen bleibt, wenn man den Kopf einen Tick zu lange krault, dann machen sich die Kinder Hoffnung, dass man doch noch bleibt. Und dann ist die Enttäuschung groß.

4. Konsequent bleiben

Sofern es keinen Anlass dazu gibt, sollte von nun an das neu eingeführte Ritual beibehalten werden. Je öfter man davon abweicht, also sich doch dazu entschließt, heute mal wieder die Hand zu halten, bis das Kindlein im Traumland ist, desto eher machen sich die Kinder beim nächsten Zubettbringen Hoffnungen, dass das nicht nur eine Ausnahme war.

5. Schreien lassen ist KEINE Lösung

Bei allen Punkten ist zu beachten, dass Schreien lassen NIE eine Lösung ist. Wenn das Kind zeigt, dass es (noch) nicht bereit dafür ist, das Einschlafritual zu ändern, dann ändert es nicht. Schlafen gehen soll ein schönes Ereignis für die Kinder sein, eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, sich zu erholen und Kraft zu tanken. Wenn es mit Gebrüll und Weinen verbunden ist, ist das der falsche Weg.

Wann haben Eure Kinder angefangen alleine einzuschlafen?

Eure Wiebke

 

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So hat unser Kind gelernt alleine einzuschlafen

5 Comments

  1. 10 Oktober 2017 at 8:27 pm

    Nun ja, unsere 2,5 Jährige schlief schon mal alleine ein, mit 1,5 Jahren ungefähr, aber seit ihre Babyschwester auf der Welt ist, liegen wir wieder abwechselnd mit ihr im Bett. ich hoffe, das ändert sich bald wieder 😉

    • 10 Oktober 2017 at 8:30 pm

      Ja das ändert nochmal alles, dann wollen die „Großen“ auch wieder ganz klein sein 😉 LG

  2. 10 Oktober 2017 at 11:39 pm

    Bei uns istces zwar so das ich mich dazulege, aber nach kurzem singen ist sie eingeschlafen und ich gehe raus. Kam schon vor das sie später wach wurde, dann kam sie zu uns ins Wohnzimmer, blieb kurz und ich legte mich wieder kurz zu ihr. Dauert selten länger als 15 Minuten.

  3. Sylvia Ganze
    Antworten
    20 Oktober 2017 at 11:33 am

    Ich finde es nicht gut, dass du pauschal schreibst, ein 2 1/4 Jahre altes Kind ist alt genug um alleine einschlafen zu können. Theoretisch kann es das, aber erst im Alter von 3 bis 4 Jahren entwickeln Kinder das Bewusstsein dafür, dass Mama und Papa nicht weg sind, wenn sie das Zimmer verlassen. Es gibt Kinder die stört das nicht, aber das ist eben nicht bei allen so und darauf sollte man unbedingt Rücksicht nehmen. Ich erinnere mich da nur allzu gut an meine eigene Kindheit, wie angsteinflößend Schatten und Geräusche waren, wenn man allein im dunkeln Zimmer liegen musste. Furchtbar. Mein großer Sohn ist jetzt 4 und schläft zur Zeit meist wieder nur ein, wenn ich bei ihm bleibe. Ich dachte auch das Thema sei erledigt, weil es gut funktinierte mit dem alleine einschlafen, aber Zeiten ändern sich und damit auch das Schlafverhalten.. deshalb bleibe ich bei ihm, auch wenn er schon vier ist, denn irgendeinen Grund wird er haben, dass er es zur Zeit eben oft nicht kann.. ich will jedenfalls nicht, dass er Angst haben muss

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